Moin AInauten,

Willkommen zur neuen Ausgabe deines Lieblingsnewsletters.

Diese Woche mit etwas Philosophie zum Einstieg. Dann wirds aber wieder deutlich praktischer. Mit einem Case aus unserer Community und Prompting für coole Videos.

Hier die Themen im Detail:

  • 🕊️ Anthropic im Vatikan und der Papst äußert sich auch zu AI

  • 🧾 AI + Buchhaltung: Warum es bei den meisten nicht klickt

  • 🎬 3 Prompt-Tipps für geniale Videos mit Google Omni

Los geht's!

Diese Ausgabe wird dir präsentiert von:

🕊️ Anthropic im Vatikan und der Papst äußert sich auch zu AI

Steigen wir mit einem etwas ungewöhnlichen und philosophischen Thema ein.

Diese Woche stand Chris Olah auf einer Bühne, die eher nicht für Tech Innovationen bekannt ist. Im Vatikan. Vor dem Papst.

Olah ist Co-Founder von Anthropic.

Der Anlass: Papst Leo XIV. hat seine erste Enzyklika veröffentlicht. So nennt man ein offizielles Lehrschreiben aus dem Vatikan an alle 1,4 Milliarden Katholiken weltweit. Das Thema: AI.

Vorab natürlich gleich ein erster Check. Kleine Stichproben zeigen zumindest schon einmal, dass der Papst wahrscheinlich nicht viel mit AI geschrieben hat. :) Wir glauben die 24% sind eher die Übersetzungsmarker.

Solche Dokumente kommen nicht jedes Jahr. Und dass die allererste Enzyklika des neuen Papstes dem Thema AI gewidmet ist.

Aus religiösen und politische Themen halten wir uns ja immer raus. Aber einige Aussagen von sowohl von Olah als auch dem Papst fanden wir interessant und haben uns nachdenken lassen.

Daher dachten wir, wir teilen sie heute einmal.

Was Olah gesagt hat

Olah hat als erstes etwas zugegeben, das man von einem Lab-Gründer eher selten hört:

"Jedes Frontier-AI-Lab, einschließlich Anthropic, arbeitet in einem Geflecht aus Anreizen, die manchmal mit 'das Richtige tun' kollidieren. Kommerzieller Druck. Geopolitischer Druck. Und die alten, schlichteren Antriebe wie Stolz und Ambition."

Übersetzt: Egal wie gut sie es meinen, sie sind Teil eines Systems.

Was wir im Kern schon immer alle wissen, wird hier wieder einmal ausgesprochen.

Sein Schluss: Es braucht Menschen außerhalb dieses Systems. Informierte Kritiker. "Moralische Stimmen, die sich von den Incentives nicht biegen lassen."

Die spannendste Aussage fanden wir über die Modelle selbst und was das Team von Anthropic so intern sieht:

"Wir finden ständig Dinge, die mysteriös sind, manchmal verstörend. Strukturen, die an menschliche Neurowissenschaft erinnern. Hinweise auf Introspektion. Innere Zustände, die funktional Freude, Zufriedenheit, Angst, Trauer und Unruhe spiegeln. Ich weiß nicht, was das bedeutet. Aber ich glaube, es verlangt eine fortlaufende Auseinandersetzung."

Das ist kein Marketing. Das ist der Forschungs-Lead, der täglich an diesen Modellen schraubt und zugibt, dass sie ihm selbst nicht ganz geheuer sind.

Was der Papst dazu schreibt

Eine Stelle aus der Enzyklika passt direkt dazu:

"Eine moralischere KI nützt nichts, wenn diese Moral von wenigen bestimmt wird."

Und an einer anderen Stelle übernimmt der Papst die Sprache, die Olah und die Anthropic-Forschung selbst nutzen.

Dass diese Modelle nicht gebaut, sondern gezüchtet werden.

Man entwirft eine Architektur, und auf der wächst das Modell dann. Niemand entwirft die Details direkt. Auch nicht die Leute, die es trainieren.

Das finden wir auch immer wieder verrückt. So richtig haben wir aufgehört zu verstehen wie es funktioniert. So richtig beeinflussen können wir es auch nicht mehr...

Unser Take

Offensichtlich sind wir absolute AI Fanboys und jeden Tag dankbar für die neuen Möglichkeiten.

Bei all dem Hype halten wir es aber auch immer wieder für notwendig die Augen offen zu halten für die Gegenseite. Wir alle wissen nicht, wo das ganze noch hinführt.

Klar. Wir bauen weiter - ohne dabei gleich 100% unseres Leben an AI zu delegieren. Die menschliche Komponente hoch zu halten ist wichtig.

Daher eine Frage, die wir uns diese Woche gestellt haben: Welche Entscheidung haben wir an einen AI delegiert, die wir besser selbst getroffen hätten?

Zusammen mit sevdesk

🧾 AI + Buchhaltung: Warum es bei den meisten nicht klickt

Ein Thema, mit dem viele Selbstständige, Unternehmer und Gründer immer wieder kämpfen, ist die Buchhaltung. Die wenigsten haben viel Spaß damit. Trotzdem muss sie natürlich gemacht werden.

Da liegt es nah, dass hier AI irgendwie helfen könnte. Deshalb haben wir das Thema auch immer wieder hier im Newsletter, und auch in unserer AI Automation Experts Community ist es regelmäßig Thema.

Weil es so perfekt zu unserem heutigen Partner sevdesk passt, wollen wir eine Frage aus der Community heute aufgreifen und unsere Antwort geben. Wir sind uns sicher, einige AInauten stellen sich die gleichen Fragen.

Darum geht's:

Es ist immer wieder dasselbe Spannungsfeld. Bestehende Tools und Workflows funktionieren nicht richtig, man ist eingesperrt oder man macht einfach alles manuell.

Beides nicht ideal. Also probiert man es mit DIY AI Buchhaltung.

Wo AI bei Buchhaltung in die Knie geht

Viele versuchen dann, mit ChatGPT und Co. einen eigenen Workflow zu bauen, z. B. um Belege zu erkennen, Buchungssätze zu bilden etc.

Wir sehen drei wiederkehrende Muster, an denen DIY-AI bei Buchhaltung scheitert.

Erstens: AI ist bei sicherheitskritischen Themen nicht blind-vertrauenswürdig. Eine falsch zugeordnete Buchung, ein vergessener Vorsteuerabzug, erfundene Konten, falsch ausgelesene Belege. Wir haben alles schon gesehen.

Zweitens: Will ich AI Zugang zu meinem Konto etc. geben? Für die meisten von uns heißt die Antwort sicher nein. Wir sind alle keine Techies, und sensible APIs wie FinAPI für Konten usw. anzubinden, sollten wohl eher Profis machen.

Drittens: Wie kommt alles zum Steuerberater? Klar, man kann CSV, Excel, PDFs liefern. Vielleicht sogar in einem DATEV-Format, das der Steuerberater importieren kann. Trotzdem wird es zu mehr Aufwand und Kosten auf der Steuerberaterseite führen.

Deshalb nutzen wir ein Tool als Zwischenlayer, das uns hilft, vieles abzudecken. Ein sicheres Framework als Fundament und gleichzeitig offen genug, dass AI andocken kann, wenn du das später willst.

Warum wir sevdesk als Mittellayer mögen

Wir haben hier im Newsletter schon mehrfach über sevdesk geschrieben. Erst als Hybrid-Take ("Buchhaltung mit AI oder lieber nicht"), dann im Deep Dive über die vollautomatische Belegerfassung via Claude Code.

Was wir an sevdesk schätzen, hat sich seitdem nicht geändert:

  • Sauberes, intuitives Interface. Bankkonten verbinden, Belege per Mail rein, Zahlungen zuordnen, Rechnungen schreiben. Alles an einem Ort.

  • DSGVO-konform und mit sicherer Bankanbindung. Wir lassen AI nicht direkt aufs Bankkonto. sevdesk ist die Schicht dazwischen, die das sicher macht.

  • Smarte Belegerkennung schon eingebaut.

  • Und das Killer-Feature für AInauten: eine richtig gute API. Heißt: Wenn du irgendwann automatisieren willst, kannst du. Musst aber nicht.

Genau diese Kombination ist der Punkt: Die Basis ist sicher. AI kannst du andocken, musst du nicht.

Zwei Einstiegswege (je nachdem, wo du gerade stehst)

Du fängst gerade an. Vielleicht erstes Side-Projekt, vielleicht frisch gegründet.

Gute Nachricht: sevdesk hat ab sofort einen kostenlosen Tarif. Bis zu 3 Rechnungen pro Monat schreiben, ohne Kreditkarte, ohne Sales-Call.

Reicht für viele Solo-Gründer im ersten Jahr locker aus, und du baust dir gleich die saubere Struktur, in die du später reinwächst. Details und Limits auf der sevdesk-Website.

Du bist schon ein bisschen weiter und willst automatisieren.

Dann holst du dir den API-Key aus den sevdesk-Einstellungen, gibst ihn Claude Code (oder Cowork), und ab dann läuft die Beleg- und Buchungs-Automation in dem Maß, das du willst.

Wir haben das vor ein paar Wochen im Deep Dive Schritt für Schritt durchgespielt.

Der Punkt heute: Egal, ob du erst startest oder schon automatisierst. Du startest mit dem gleichen sauberen Setup.

Was es kostet (und was nicht)

  • Kostenlos: dauerhaft für 0 € (bis zu 3 Rechnungen / Monat, Banking und Belege inklusive)

  • Bezahlpakete: ab einstelligem Euro-Bereich (kleinster Tarif). Mit unserem Code AINAUTEN60 sicherst du dir 60 % Rabatt bei einer 12- oder 24-Monatslaufzeit. Wenn du monatlich buchen möchtest, nutze AINAUTEN3M für 60 % Rabatt auf die ersten 3 Monate.

Für die API-Anbindung (= das Spielzeug für die AI-Automation) brauchst du die Buchhaltung-Pro-Stufe. Mit dem Rabattcode ist auch das im Bereich, den jeder kleine Unternehmer locker stemmen kann.

Wie immer mit API und AI ist nichts sicher. Man muss aufpassen, gerade bei so sensiblen Themen wie Buchhaltung.

Hier kannst du sevdesk kostenlos ausprobieren:

🎬 3 Prompt-Tipps für geniale Videos mit Google Omni

Zum Abschluss noch etwas Praktisches, das du heute selbst testen kannst.

Letzte Woche hatten wir im Beitrag zur Google I/O Gemini Omni kurz erwähnt.

Googles neues Video-Modell, das aus quasi allem alles macht. Text rein, Video raus. Bild plus Audio rein, neues Video raus. Du kennst die Idee.

Diese Woche hat Google nachgelegt und einen offiziellen Prompt-Guide veröffentlicht. Wir haben den einmal ausprobiert und für dich die 3 Tipps rausgepickt, die den größten Wow-Effekt hatten.

1. Sprich wie ein Kameramann

Omni reagiert verblüffend gut auf filmische Sprache. Statt "die Kamera bewegt sich näher heran" schreibst du:

"push in", "dolly zoom", "one continuous shot", "natural smartphone zoom", "vintage film camera", "grainy webcam style"

Klingt nach Set-Jargon. Ist es. Genau deshalb funktioniert es. Das Modell hat zig tausend echte Filmsets in seinen Trainingsdaten.

Problematisch für uns Normalos, aber die Lösung weiter unten.

2. Text direkt im Video mit-prompten

Omni rendert Text sauber ins Video. Mit Typografie, Position und sogar Animation. Beispiel-Prompt:

"Wort für Wort, ein Wort gleichzeitig auf dem Screen: did, you, know, this, model, can, do, good, text!? Jedes Wort in einem anderen animierten Stil, im Takt zu Musik, Sizzle-Reel."

Spart dir den ganzen Loop über CapCut etc. für simple Text-Overlays.

3. Iterativ editieren statt neu prompten

Der eigentliche Power-Move. Wenn dir an deinem Video nur eine Sache nicht passt, schreibst du nicht den ganzen Prompt neu. Du gibst nur das gezielte Update:

"Make the violin invisible." → "Change the camera angle to over the shoulder." → "Transport the violin to a new environment."

Omni behält die Grundstruktur bei und ändert nur das, was du nennst. Bei Video-Modellen alles andere als selbstverständlich.

Du musst nicht selbst prompten

Für viele vielleicht kalter Kaffee. Aber natürlich musst du jetzt keine Filmsprache und Floskeln auswendig lernen.

Pack den offiziellen Prompt-Guide einfach als Knowledge in dein Claude Project, deinen Custom GPT oder deinen Gemini Gem.

Und sag dem Modell: "Ich will ein Video machen, in dem X passiert. Schreib mir den optimalen Omni-Prompt nach dem Guide."

→ Der vollständige Guide von Google.

Am besten ausprobieren direkt bei Gemini.

Wenn du etwas Cooles damit baust, schick es uns. Wir lieben sowas!

So, das war's für heute. Etwas philosophischer als sonst zum Auftakt. Aber wir glauben, sowas darf auch mal sein.

Bis nächste Woche.

Reto & Fabian von den AInauten

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