Hi AInauten,

Willkommen zum Deep-Dive für diese Woche.

Die ganze Welt (inklusive uns) kommt aus dem Schwärmen nicht mehr raus. Claude Code hat alles verändert.

Aber da war immer dieses Problem: Das Terminal. Dieses schwarze Fenster, in dem sich nur Entwickler wohlfühlen.

Anthropic hat jetzt Claude Cowork released. Die gleiche Power, aber endlich für alle.

Diese Art AI-Tool wird die Wissensarbeit von uns allen verändern!

Die anderen werden bald nachziehen. Daher schauen wir uns das Ganze heute sofort an.

Das haben wir heute für dich im Gepäck:

  • 🔥 Was ist Cowork?

  • 🧠 Die zwei Mindset-Shifts

  • 💼 Praxis-Cases

  • ⚙️ Setup & Sicherheit

  • 🔓 OpenWork als Open-Source-Alternative

Wie immer haben wir auch ein Schritt-für-Schritt-Video-Tutorial dazu erstellt. Findest du unten im Post.

Legen wir los!

Was ist Claude Cowork?

Lass uns einsteigen mit der Frage: Was ist eigentlich Claude Cowork, wo finde ich es, wer hat Zugang?

Wenn du die Claude Desktop-App öffnest, siehst du jetzt drei Tabs statt zwei. Chat kennen wir, Code von früher, und jetzt neu: Cowork.

Technisch ist Cowork im Wesentlichen Claude Code. Gleiche Technologie, gleiche Power. Der Unterschied liegt im Interface.

Claude Code wurde für Entwickler gebaut. Terminal, Kommandozeile, technische Workflows.

Cowork richtet sich an alle anderen: Marketer, Consultants, Content Creator, Projektmanager.

Das Team bei Anthropic hat Cowork in nur eineinhalb Wochen entwickelt. Sie wollten schnell was rausbringen und mit Nutzern iterieren. Das ist auch der Grund, warum es noch Beta ist und durchaus buggy sein kann.

Wichtig: Du brauchst nicht alles neu zu lernen. Alles, was du über Claude Code weißt, gilt auch hier.

Alle Infos und Prompt-Ideen aus unserem Claude Code Deep-Dive funktionieren genauso. Es ist einfach ein schöneres Interface.

Verfügbarkeit: Aktuell nur für Mac, als Desktop-App und nur für Abonnenten des Max-Plan (ab 90€/Monat). Wir sind uns aber 100 % sicher, dass es bald breiter ausgerollt wird. Hinweis: Claude Code im Terminal ist bereits im günstigen Pro-Plan zu haben, um die 20€/Monat.

Die zwei Mindset-Shifts

Noch einmal als kurzer Reminder: Für uns gibt es zwei Sichtweisen, die man verändern sollte, um maximal effizient und gut mit Cowork und Co. zu arbeiten, denn es unterscheidet sich grundlegend vom normalen Arbeiten mit Chatbots.

Shift 1: Von Unterhaltung zu Delegation

Bisher haben wir mit Chatbots zusammengearbeitet. Fragen gestellt, Antworten bekommen, nachgehakt. Ping-Pong. Synchrone Kommunikation. Copy, Paste.

Mit Cowork delegierst du komplette Aufgaben. Nicht Gespräche, nicht Teilschritte. Ganze Aufgaben.

Das Interface macht das deutlich: Wo bei Chat „Neuer Chat“ steht, heißt es bei Cowork „Neue Aufgabe“. Das ist kein Zufall.

Was das konkret bedeutet:

  • Die Maschine kann eine halbe Stunde am Stück arbeiten

  • Du kannst währenddessen was anderes machen

  • Du kannst neue Tasks in die Warteschlange packen

  • Die Maschine arbeitet alles nacheinander ab

Du arbeitest nicht mehr mit der AI. Du delegierst an die AI.

Shift 2: Lokaler Zugriff als Game-Changer

So richtig spannend wird Cowork, wenn es Zugang zu lokalen Ordnern und Dateien hat.

Anthropic hat das im Launch-Video demonstriert: Chaotischer Desktop, 1000 Files. Prompt: „Please organize my Desktop.“

Was dann passiert: Die Maschine schaut sich alle Dateien an, versteht den Inhalt (nicht nur Dateinamen), clustert nach Themen, erstellt Ordner und sortiert alles ein. Automatisch.

Das funktioniert nur, weil die Maschine lokal arbeitet. Sie sieht deine Dateien, kann sie lesen, kann sie verschieben.

Die Konsequenz: Alles, was du produzierst, sollte lokal in einem Textformat sein. PDFs, Markdown, Code-Dateien, Docs, …

Und du solltest alles dokumentieren, was du machst. Alles festhalten.

Je textnäher, desto besser. Dann holst du das Maximum raus.

Das Interface

Wenn du eine neue Aufgabe startest, siehst du:

  • Links: Dein Chat mit der Maschine

  • Rechts: To-Do-Listen (erstellt die Maschine selbst), Artefakte, Kontext

Unten die Vorschläge:

  • Erstelle eine Datei

  • Verarbeite Daten

  • Erstelle einen Prototyp

  • Organisiere Dateien

  • Bereite mich für ein Meeting vor.

Hier erkennt man schon den Unterschied. Das sind keine Chat-Prompts. Das sind Arbeitsaufträge.

Der wichtigste Bereich ist „Kontext“: Hier fügst du lokale Ordner hinzu, in denen die Maschine arbeiten darf. Das ist der Schlüssel zur vollen Power.

Dazu gibt es die bekannten Konnektoren (Google Drive, Gmail, Notion) und die Chrome-Extension.

Cases aus unserer Praxis

Wir haben ein paar unserer normalen To-Dos mit Cowork erledigt. Hier sind die Use Cases.

Case 1: Newsletter-Analyse in Echtzeit

Prompt: „Geh auf die AInauten-Webseite und analysiere die letzten fünf Newsletter-Themen. Welche Muster erkennst du?"

Der Agent startet. Im Hintergrund siehst du, wie er über die Chrome Extension die Webseite aufruft, scrollt, Inhalte sammelt. Du kannst zuschauen oder nicht.

Das Coole: Du könntest währenddessen einfach etwas reintippen und in die Warteschlange packen. Die Maschine arbeitet weiter.

Am Ende: Analyse fertig, Muster erkannt. Super visualisiert, weil du siehst, wie die Maschine arbeitet.

Case 2: Testdatensätze generieren

Wir haben ein Projekt mit Formulardaten, die verarbeitet und visualisiert werden. Zum Testen braucht man immer Test-Datensätze.

Projektordner freigeben, Claude Zugriff geben.

Prompt: "Ich teste gerade die 3.0-Version. Kannst du mir fünf neue Test-Datensätze als Excel anlegen?"

Mehr nicht. Keine trainierte Maschine, kein Vorwissen. Nur Ordner-Zugriff.

Was passiert:

  1. Er sucht Files, schaut sich den Ordner an

  2. Er sieht bestehende Testdaten, analysiert die Struktur

  3. Er baut sich eine To-Do-Liste: Excel-Skill lesen, Testdatensätze erstellen, speichern

  4. Er arbeitet alles ab

Am Ende: Komplett neuer Test-Datensatz. Superschöne Daten für das Projekt. Ein Prompt, fertig.

Case 3: Google Drive aufräumen

Ein To-Do, das schon ewig auf der To-Do-Liste mitläuft: Auf dem Google Drive leben Tausende leere Ordner aus 2019. Sync-Artefakte, Datenmüll. Was tun?

Einfach Zugriff auf das lokale Google Drive geben.

Prompt: "Ich habe hier zig leere Ordner. Kannst du die sicher löschen und in den Papierkorb verschieben?"

Wichtig: Das „sicher“ ist entscheidend. Bei Löschaktionen immer explizit sagen. Es gibt Fälle auf Reddit, wo der ganze Computer gelöscht wurde.

Was die Maschine gemacht hat:

  1. Screenshot analysiert, Muster erkannt (Ordner mit 32-Zeichen-ID)

  2. 22.682 Ordner gefunden, alle leer, vor 2021 geändert

  3. Löschstrategie entwickelt, Skript gebaut

  4. Feedback nach 15 Minuten: „Hey, mach das mit einem Google-Apps-Skript, dann muss ich nicht so viel arbeiten!“

Die Maschine optimiert sich selbst. Manuell hätte das Stunden gedauert.

Case 4: Lead-Funnel anpassen

Ein Kundenprojekt produziert Leads, die qualitativ nicht passen. Diese müssen rausgefiltert werden.

Ordner mit allen Webseiten-Dateien freigegeben.

Prompt: „Wir müssen bestimmte Leads rausfiltern. Kannst du das anpassen?“

Keine trainierte Maschine. Trotzdem:

  1. Ganzen Ordner analysiert

  2. Funnel-Code verstanden

  3. Zwei Optionen gegeben: Sofort absagen oder später sortieren

  4. Nach Feedback: Absageseite gebaut

  5. Lokal im Browser getestet

  6. „Den Ordner könntest du jetzt live publishen. Alles erledigt und durchgetestet.“

Drei Minuten Prompting. Komplettes Feature umgesetzt!

Und genau deshalb macht Cowork so viel Spaß.

Setup & Sicherheit

Chrome Extension

Die Chrome Extension ist ein Muss für Cowork. Damit kann die Maschine automatisch browsen, in Services gehen, Daten extrahieren. Du findest sie unter Konnektoren.

Unser Tipp: Die Extension in einem separaten Browser nutzen.

Warum? Die Maschine kann automatisch browsen. Sie fragt nach Erlaubnis, aber sie hat Zugriff auf alles, wo du eingeloggt bist. E-Mails, Banking, alle Tools.

Setup: Brave als Hauptbrowser für sensible Sachen. Chrome mit Claude Extension für die Maschinenarbeit.

Ordner-Freigabe

Nur die Ordner freigeben, in denen die Maschine arbeiten soll. Nicht den kompletten Computer.

Zwei Gründe:

  1. Sicherheit: Weniger Zugriff = weniger Risiko

  2. Prompt Injection: Bei Agents immer ein Thema - manipulierte Dateien können ungewollte Aktionen auslösen

Projektordner freigeben: Ja. Home-Verzeichnis: Nein.

Best Practices

  • Bei Löschaktionen explizit „sicher“ sagen

  • Erst in unwichtigen Ordnern testen

  • Du kannst jederzeit in die Queue eingreifen

Es ist ein Beta-Release. Das Ding macht auch mal Fehler.

Reality Check

Ehrliche Einschätzung: Cowork ist beeindruckend, aber nicht perfekt.

Es ist Beta. In eineinhalb Wochen gebaut, bewusst früh released. Das bedeutet:

  • Aufgaben brechen manchmal mittendrin ab

  • Bei bestimmten Google-Docs-Operationen hakt es

  • Performance-Probleme bei sehr langen Tasks

Wenn du experimentierfreudig bist: Ausprobieren lohnt sich. Wenn du ein fertiges Produkt erwartest: Noch ein paar Wochen warten.

Außerdem: Kein Multi-Device-Sync. Alles läuft lokal, deine Tasks sind an diesen Computer gebunden.

Alternative: OpenWork

Zum Abschluss noch eine Alternative, falls du kein Claude nutzen willst oder nicht 90€/Monat zahlen möchtest.

OpenWork verfolgt einen ähnlichen Ansatz. Agent-basiertes Arbeiten, lokaler Zugriff, schönes Interface.

Der Vorteil: Du kannst verschiedene APIs nutzen (OpenAI etc.) und bist nicht auf Anthropic angewiesen.

Wir haben einen ersten schnellen Test gemacht.

OpenWork funktioniert. Macht, was es soll.

Aber Claude Cowork liefert aktuell deutlich bessere Ergebnisse und ist schneller. OpenWork behauptet das Gegenteil, aber unsere ersten Tests zeigen was anderes.

Trotzdem: Für Open-Source-Fans eine Option.

Fazit: Claude Cowork heißt, Arbeit zu delegieren

Claude Cowork ist ein Paradigmenwechsel in der Art, wie wir mit AI arbeiten.

Von Gesprächen zu Delegation. Von Cloud zu lokal. Von Echtzeit zu asynchron.

Anthropic sind aktuell die einzigen, die sowas anbieten. Aber wir sind uns sicher: Die anderen Labs werden bald nachziehen müssen. Es ist einfach zu mächtig, als dass OpenAI und Google da lange tatenlos zuschauen können. Und es wird bestimmt auch noch weitere offenere Tools geben.

Deine nächsten Schritte

  1. Abo holen, Claude Desktop-App updaten, Cowork Tab öffnen

  2. Testordner mit unwichtigen Dateien anlegen

  3. Chrome Extension installieren (separater Browser!)

  4. Mit einfachen Tasks starten: „Organisiere diesen Ordner“

  5. Iterieren und Möglichkeiten entdecken

Alle Prompts aus unserem Claude Code Deep-Dive funktionieren auch hier. Cowork ist „nur“ ein schöneres Interface. Das ist aber ein nicht unwesentliches Detail, denn damit kann es jeder nutzen.

So funktioniert es Schritt-für-Schritt (Video)

Hier nun das Tutorial und Video zum Post mit allen beschriebenen Themen im Detail bequem zum Nachmachen.

Wir können dich nur motivieren, es selbst auszuprobieren! Damit lernst du am schnellsten.

Bis bald,
Reto & Fabian von den AInauten

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