
Moin AInauten,
Willkommen zur neuen Ausgabe deines Lieblingsnewsletters.
Heute endlich mal wieder AI-News aus Deutschland. Plus ein cooles kostenloses Tool, das wir gerade lieben, und ein eher trauriges AI-Gerücht, wenn es stimmt.
Hier die Themen im Detail:
🇩🇪 FLUX 3: Das spannendste AI-Modell der Woche kommt aus Freiburg
🎨 Tool-Update: Das Whiteboard, das deine AI mitbedienen kann
📕 Zerstören AI-Companies alte Bücher für immer?
Los geht's!
🇩🇪 Das spannendste AI-Modell der Woche kommt aus Freiburg
Normalerweise mögen wir es nicht, über Modelle und Tools zu schreiben, die du nicht sofort in vollem Umfang ausprobieren kannst.
Heute machen wir zum Einstieg aber eine Ausnahme.
In Sachen Bilder und Video dominierten die letzten Monate Modelle wie Googles Nano Banana, Veo, Seedance und GPT Image 2.0. Amerika, China, Amerika, China.
Jetzt endlich wieder News aus Deutschland.
Black Forest Labs aus Freiburg im Breisgau hat FLUX 3 vorgestellt.
Falls dir der Name nichts sagt: Das sind Leute aus dem Team, das damals die Architektur hinter Stable Diffusion gebaut hat.
FLUX sind top-notch Bildmodelle und BFL wurde zuletzt mit 3,25 Milliarden Dollar bewertet.
Damals als FLUX 2 kam, haben wir viel darüber geschrieben. Jetzt war es länger still. Doch endlich ist es da. FLUX 3.
Und FLUX 3 ist kein reines Bildmodell mehr
Das ist der eigentliche Punkt: FLUX 3 ist gleichzeitig auf Bildern, Video und Ton trainiert. Dasselbe Modell macht damit:
Video bis 20 Sekunden am Stück, mit passendem Ton direkt aus einem Guss. Kein nachträglich drübergelegtes Audio.
Bilder erzeugen und bearbeiten, inklusive lesbarem Text in mehreren Sprachen.
Und es kann sogar Roboter steuern. Die Variante FLUX-mimic läuft bereits in der Produktion bei Audi.
Gerade der letzte Punkt ist für uns als Bürotiger zwar am wenigsten relevant, aber gleichzeitig für uns als Europäer wahrscheinlich sehr wichtig. Eigene Modelle zu haben, die Roboter steuern können.

In den ersten Vergleichen wurde FLUX 3 gegenüber Luma Ray 3.2 in 93 Prozent der Fälle bevorzugt, gegenüber Runway Gen-4.5 in 77 Prozent.

Wichtig: Das sind die Zahlen der Macher und laut BFL selbst vorläufige Resultate. Wir haben es noch nicht selbst getestet.
Der Haken
Du kannst es aktuell noch nicht benutzen.
Verfügbar sind aktuell nur Video und die Roboter-Variante, und auch das nur im geschlossenen Early Access, für den du dich bewerben musst.
Das Bildmodell, also der Teil, der die meisten von uns im Alltag interessiert, kommt "in den nächsten Wochen".
Trotzdem: Wir wollen einfach AI-News aus Deutschland fördern. Falls dich FLUX 3 interessiert, kannst du dich hier direkt auf die Warteliste für Zugang setzen:
Wir haben uns angemeldet und melden uns, sobald wir wirklich drin sind und alles einmal ausprobiert haben.
🎨 Tool-Update: Das Whiteboard, das deine AI mitbedienen kann
Kommen wir jetzt zu einem Thema, das du wahrscheinlich sofort in irgendeiner Weise anwenden kannst.
Vielleicht nutzt du auch schon Whiteboard-Tools wie Miro & Co.
Falls noch nicht, solltest du es dir überlegen. Gerade in der Zusammenarbeit im Team etc. machen solche Tools enormen Sinn.
Oder wenn du mal wieder Wände voller AI-Text visualisieren und strukturieren willst. Egal ob Recherche, Meeting-Zusammenfassung oder Analyse.
Bei AI kommt ja oft ein ganzer Roman raus. Und die meisten von uns verstehen nun mal visuell besser.
Deshalb schreiben wir heute wieder einmal über ein Tool, das uns immer wieder beeindruckt: tldraw.

Es ist ein komplett kostenloses Online-Whiteboard-Tool mit sämtlichen Features wie Textboxen, Post-its, Bild-Embeds usw. Ideal für Remote Work.
Seit Kurzem gibt es das Ding auch als lokale Desktop-App. Kostenlos, ohne Account, ohne Server, läuft komplett offline.
Und jetzt kommt der Teil, wegen dem wir das überhaupt schreiben:
Dein AI-Agent kann es mitbedienen.
Nicht "AI malt dir ein Bild". Sondern: Ihr schaut zum ersten Mal auf dieselbe Fläche. Der Agent liest den Canvas, versteht was draufsteht, baut um, zieht Verbindungen.
Zwei Dinge, die wir damit gebaut haben
Wir haben unser komplettes FLUX-3-Rechercheergebnis von oben, knapp 4.000 Zeichen Textwüste, auf den Canvas geworfen und gesagt: “Bau mir daraus eine Übersicht.”

Nicht nur klassische Whiteboard-Features
tldraw ist nicht nur Canvas. Eine .tldraw-Datei kann Code enthalten, der bei jedem Öffnen mitläuft. Aus dem Whiteboard wird eine kleine App.
Kleines Beispiel: Das AI-Hebel-Board.

Du trägst deine Aufgaben ein. Ein Klick auf eine Karte schaltet den Status weiter, von manuell über halb bis automatisiert.
Links rechnet sich die Auswertung sofort neu und sagt dir, wo dein größter ungenutzter Hebel liegt.
Kleine dynamische, smarte Apps. Kein Konto, kein Abo, kein Server. Läuft bei dir lokal.
So nutzt du es
Wie schon gesagt, das Ganze ist kostenlos und du kannst es hier direkt online nutzen.
Wir empfehlen dir aber auch, die Desktop-App einmal herunterzuladen für den 100% lokalen Einsatz.
Wenn du dann Claude Code, Codex und Co. nutzt, kannst du mit einem Klick die Agent Skills installieren und schon baut dein AI-Mitarbeiter mit dir zusammen coole Whiteboards.

Der große Unterschied zu Miro und FigJam: Das Verhalten steckt in deiner Datei, nicht in einem Abo. Probiere es aus und lass uns gerne wissen, ob es dir hilft!
P.S. Wie du auch hier wieder siehst, macht alles mehr Spaß, wenn du AI Agents wie Claude Cowork/Code und Codex nutzt.
Falls du noch Berührungsängste hast: Nächste Woche, am Montag, dem 3. August, startet unser AI-Mitarbeiter Bootcamp Summer Edition, in dem wir genau das Thema angehen. Wir freuen uns auf alle, die mit dabei sind!
📕 Zerstören AI-Companies alte Bücher für immer?
Kommen wir zum Abschluss noch kurz zu einem Thema, das diese Woche ziemlich viral ging.
Kurze Frage zur Einstimmung: Wodurch werden unsere AIs eigentlich so gut, wie sie sind?
Klar, sie saugen das ganze Internet auf. ABER: Das richtig gute Wissen steckt in Büchern. Vor allem in alten Büchern.
Jetzt machen verschiedene Nachrichten die Runde, dass AI-Companies seltene, alte und vergriffene Bücher aufkaufen, um sie für das Training ihrer Modelle zu nutzen.
Dabei passiert wohl was recht Unschönes. Um sie einfacher zu scannen, werden die Buchrücken abgeschnitten und Seiten getrennt und danach wohl alles zerstört. Teilweise Jahrhunderte alte Bücher, von denen es nicht mehr viele gibt.
Aktuell ist es wohl so, dass Antiquare in Deutschland, den Niederlanden und Spanien gerade mit Massenbestellungen überschwemmt werden. Ein Händler ging von 20 auf mehrere Hundert Bücher pro Woche. Aber wer da kauft, weiß niemand. Die Käufer bleiben anonym.
Wenn das stimmt (und wir wissen es nicht 100%), wäre das natürlich ein wenig traurig.

Das Rennen um Wissen ist aber real. Dazu passt ein aktueller Case: Anthropic hat ab 2024 unter dem internen Namen "Project Panama" millionenfach gebrauchte Bücher gekauft, die Buchrücken abgeschnitten, die Seiten gescannt und die Reste entsorgt.
In der internen Unterlage steht scheinbar wörtlich: "Project Panama is our effort to destructively scan all the books in the world." Und direkt daneben: "We don't want it to be known that we are working on this."
Davor hatte man es mit rund 7 Millionen Büchern aus Schattenbibliotheken versucht. Das endete am Ende in einem Vergleich über 1,5 Milliarden Dollar, final durch am Montag.
Warum das spannend ist?
Bücher aus der Zeit vor 2022 sind Premium. Weil da garantiert kein AI-Text drinsteckt.
Menschengemachtes wird gerade zum knappen Rohstoff. Dein altes Archiv, deine eigenen Aufzeichnungen, dein eigener Stil sind plötzlich etwas wert.
Wir rechnen mit einem Hype auf 100% Menschengemachtem.
Wir bleiben trotzdem bei AI, und wollen, dass sie immer besser wird. Das ist ja klar. Aber es lohnt sich zu wissen, worauf man da eigentlich steht.
Ein letzter Gedanke, den wir aber auch noch einmal größer aufgreifen werden:
Die letzten Jahre mussten wir schauen, 10.000 Schritte pro Tag zu machen, Sport machen etc. Damit wir das viele Sitzen kompensieren. Wahrscheinlich wird es ab sofort wichtiger, eigene Gedanken aufzuschreiben, ohne Hilfe von AI, um das Gehirn und die Denkfähigkeit zu erhalten. 😁
So, das war's für heute. Wie immer tausend Dank fürs Lesen.
Bis nächste Woche.
Reto & Fabian von den AInauten
🚀 AI-Mitarbeiter-Bootcamp: Jetzt anmelden!
Wenn du eine Sache aus dieser Ausgabe mitnimmst, dann die: Der Unterschied liegt nicht im nächsten Tool. Er liegt darin, ob dein AI mit dir an derselben Sache arbeitet oder nur Antworten ausspuckt.
Genau dafür haben wir das AI-Mitarbeiter Bootcamp gebaut. In vier Wochen richtest du deinen ersten AI-Mitarbeiter ein und gibst ihm echte Aufgaben aus deinem Arbeitsalltag. Kein Vorwissen nötig.


Die Summer Edition startet am Montag, dem 3. August. Es ist die letzte Runde für mindestens 3 Monate, und die Plätze sind limitiert.

