
Moin AInauten,
Willkommen zur neuen Ausgabe deines Lieblingsnewsletters.
Was passiert in der AI-Welt? Der Aufreger in der Europa-Bubble: Mistral, das Vorzeige-AI-Lab der EU, bietet jetzt auch das chinesische Open-Weights-Modell GLM-5.2 auf der eigenen Plattform an.
Gibt Europa im Kampf um ein eigenes Frontier Model endgültig auf? Vielleicht...
Aber wie immer sind wir nicht nur News, sondern Praxis.
Hier die Themen, die uns diese Woche beschäftigt haben:
🤖 Grok Bot im Test: So simpel war ein AI-Mitarbeiter noch nie
🕵️ Anthropic markiert alles, das Internet radiert zurück
🎪 Ein KI-Festival optimiert sich für die AI-Suche (klau dir den Move)
Los geht's!
PS: In weniger als 4 Wochen steigt in Berlin das BIG BANG KI Festival mit 11.000+ AI-Begeisterten und 350+ Speakern. Hier bekommst du 50 % Rabatt auf den Festival-Pass - mehr dazu unten im dritten Thema.
Diese Ausgabe wird dir präsentiert von:
🤖 Grok Bot im Test: So simpel war ein AI-Mitarbeiter noch nie
Wie schon die letzten Tage hält uns die AI-Mitarbeiter-Welle voll in ihrem Bann. Lindy, Viktor, Notion Agent, und ganz frisch dabei: Grok Bot von SpaceXAI.
Letzte Woche haben wir versprochen: Wir versuchen, in die Beta zu kommen, und melden uns mit ausführlichem Update.
Mittlerweile sind wir drin. Daher hier unser Test.
In a nutshell: Grok Bot ist das einfachste Setup von AI-Mitarbeitern, das wir je erlebt haben. Fast schon magisch.
Ganz kurz, wenn du es das erste Mal hörst, das Konzept dahinter: Du arbeitest mit unterschiedlichen Bots, die du dir selbst konfigurierst.
Es gibt vordefinierte Bots wie den Chief of Staff, du kannst aber genauso eigene anlegen.
Wie wir schon immer in unseren AI-Mitarbeiter-Bootcamps sagen: Du gibst Kontext, Zugang zu deinen Tools und lernst den Mitarbeiter ein.
So ist es auch bei Grok Bot. Nur eben deutlich schneller, einfacher, autonomer als bei Claude Cowork und Co.
Gerade wer noch nicht mit diesen Tools gearbeitet hat, weil er zu viel Respekt vor der Technik, wird hier viel Freude haben.
Unser Test-Case
Lass uns mal einsteigen und zeigen, wie simpel das Setup ist.
Du holst dir hier einfach die Desktop-App. (Aktuell brauchst du dafür noch einen der größeren und teuren Pläne: SuperGrok Heavy oder Cursor Ultra/Teams Premium.)
Kurz anmelden und über das "+" einfach einen neuen Bot anlegen.
Hier die erste kleine Magie: Wir haben einen neuen Bot erstellt und ihm nur einen Namen gegeben: „Google Ads Pro". Mehr nicht.
Der Bot hat sich sofort selbst gemeldet: Hey, was willst du mit mir machen?

Er hat aus dem Namen sofort mögliche Aufgaben und Kontext gezogen. So simpel.
Google Ads war übrigens Absicht. Wir wussten, dass es dafür keinen fertigen Connector gibt, und wollten sehen, wie gut dich die Maschine durchführt, wenn du dich nicht auskennst.
Plugins: alles da, X mit einem Klick
Wie bei Claude Cowork & Co. kannst du Plugins hinzufügen. Sprich Zugang zu deinen Tools gewähren. Die Standards sind alle vorhanden, Gmail, Calendar, Drive und so weiter.

Was uns dabei extrem positiv aufgefallen ist: Die x.com-API verbindest du mit einem einzigen Klick.

Wenn du Live-Events, Community-Stimmung oder Trends von X verarbeiten willst, ist das großartig. Das hat aktuell niemand so simpel gelöst.
Klar, macht Sinn. Es kommt ja aus dem eigenen Mutterhaus.
Der eigentliche Test: Google Ads verbinden
Wie schon gesagt, wussten wir, dass es für Google Ads keinen Connector gibt. Wir waren gespannt, wie Grok Bot das löst, weil es schon ein wenig technisch werden kann.
Der Bot startet sofort mit dem einfachsten Weg.
Weg 1: der eingebaute Browser. Grok Bot bringt einen eigenen Browser mit. Du übernimmst kurz per „Take over", loggst dich selbst bei Google ein (der Bot sieht das Passwort nie), gibst zurück, und die Maschine schaut ab da per Browser auf dein Konto.

Das ist cool, funktioniert. Und ist extrem simpel: In 2 Minuten kann dir dein Grok Bot bei deinen Anzeigen helfen.
Nachteil: Langsam, etwas fehleranfällig.
Daher Weg 2: die direkte API. Eigentlich ein sehr technisches Thema. Gerade bei Google.
Grok Bot coacht dich perfekt durch. Mit direkten Links, wenn du etwas tun musst.

Der Bot hat uns so sauber durchgeführt, dass es in 4 Minuten erledigt war.
Auch ein Mega-Feature: Um die sichere Ablage der Keys kümmert er sich selbst, du musst keinen Chat speichern und keine Dateien anlegen.

Die ersten Ad-Account-Checks danach: sehr, sehr positiv. Das Ding macht einfach Spaß.
Unser Take: Simpel und intuitiv, gleichzeitig sehr mächtig
Grok Bot ist wirklich spannend. Es bringt Fähigkeiten wie ein OpenClaw-/Hermes Agent mit, ist aber extrem simpel im Setup.
Wir könnten uns gut vorstellen, dass hier ein sehr signifikanter Player neben ChatGPT Work und Claude Cowork und den oben angesprochenen Tools entsteht und merken gerade, wie wir es immer mehr nutzen.
Also, wenn du Lust hast, es einmal auszuprobieren:
Desktop App laden
Account einrichten
einen der vordefinierten Bots (oder einen eigenen) aufsetzen
Zugang geben, ausprobieren
Lass uns gerne an deinen Erfahrungen teilhaben!
P.S.: Es gibt natürlich auch eine sehr coole Mobile-App, wenn du deinen Bots unterwegs Aufgaben geben willst.
P.P.S.: Der Einstieg ist mittlerweile auch woanders deutlich einfacher geworden. Claude führt dich mit dem Befehl /setup-cowork Schritt für Schritt durchs Cowork-Setup, und auch ChatGPT Work macht das Onboarding gut. Aber Grok Bot gefällt uns gerade besonders, weil der Einstieg so smooth war.
🕵️ Anthropic markiert alles, das Internet radiert zurück
Kurzer Themenwechsel.
Letzte Woche stand im Intro, dass Anthropic jetzt unsichtbare Wasserzeichen in alle Claude-Texte einbaut. EU AI Act, Kennzeichnungspflicht, das volle Programm.
Eine Woche später sieht die Realität so aus:

Ein MIT-lizenziertes GitHub-Repo, das genau solche Markierungen entfernt.
10.000 Stars in wenigen Tagen, Stand heute über 14.000.
Es zielt auf die Wasserzeichen von Claude, Googles SynthID-Text und OpenAI ab, dazu C2PA- und EXIF-Metadaten in Bildern und PDFs.
Das ganze Thema gerade ziemlich viral, weshalb wir es einmal kurz aus unserer Sicht einordnen wollen.
Es ist wie immer, schon seit Beginn des Internets: Große Unternehmen bringen etwas raus, und die Open Source Community versucht, es zu umgehen.
Klassisches Katz-und-Maus-Spiel - welches wir begrüßen, wenn es legal ist, natürlich.
Funktioniert das Ding überhaupt?
Kurz zur Erinnerung, wie das Claude-Wasserzeichen funktioniert: Das Modell webt beim Schreiben ein unsichtbares statistisches Muster in die Wortwahl.
Du siehst es nicht, es ändert nichts an der Qualität, und es überlebt Copy-Paste.
Jetzt aber zur spannenden Frage. Funktioniert das Tool, um diese Zeichen zu löschen?
Jein.
Metadaten und versteckte Unicode-Zeichen strippt das Tool zuverlässig. Das ist die einfache Übung.
Das eigentliche Text-Wasserzeichen lebt aber in der Formulierung selbst. Das Tool „entfernt" es, indem es den Text von einem zweiten Modell komplett umschreiben lässt.
Das Repo gibt das übrigens selbst offen zu: keine Garantie, dass die Detektoren danach versagen. Und das Umschreiben kostet Qualität.
Solltest du es ausprobieren?
Wenn du technisch einigermaßen fit bist, kannst du das tun.
So richtig alltagstauglich ist das Ganze für die meisten auch nicht, mit Python, Kommandozeile, Docker. Aber klar, Claude Code & Co. helfen dir dabei, mit einem simplen Prompt:
Hilf mir, dieses Tool von GitHub zu installieren und zu nutzen
Du kannst deine Texte dann auch immer noch durch Tools wie Pangram jagen und prüfen lassen.
Hier wissen wir aber auch aus eigener Erfahrung: keines ist fehlerfrei.
Unser Take: Wasserzeichen und AI-Detektoren sind nur bedingt verläßlich
Warum schreiben wir überhaupt drüber?
Zum einen, weil es gerade viral geht. Und weil das Kennzeichnen gegen Entfernen Katz und Maus Spiel mit Sicherheit noch ewig gehen wird.
Wahrscheinlich mit keinem klaren Sieger.
Was das praktisch für dich heißt:
Verlass dich in keine Richtung auf Wasserzeichen und AI-Detektoren. Ein fehlendes Wasserzeichen beweist nicht, dass der Text von einem Menschen kommt. Ein Detektor-Treffer beweist nicht sicher das Gegenteil.
Die Kennzeichnungspflicht bleibt trotzdem. Wenn du geschäftlich AI-Content veröffentlichst, ist die EU-Regel dein Thema, egal was technisch möglich ist.
Du kannst auch selbst unterschiedliche AI Modelle nutzen und die Texte umschreiben lassen. Das Tool macht im Wesentlichen etwas Ähnliches.
Wir haben dafür auch einen kostenlosen Anti-AI-Writing Skill.
Mit unserem Partner BIG BANG KI Festival
🎪 Ein KI-Festival optimiert sich für die AI-Suche (klau dir den Move)
Kommen wir zum Abschluss zu einem Fund, der perfekt zum Thema davor und zu unserem Closer von letzter Woche passt.
Da ging es darum, dass das Internet stirbt und AI zum Gatekeeper deiner Sichtbarkeit wird.
Dieses Segment hat zwei Dinge für dich:
Einmal ein grandioses AI-Festival (mit 50% AINAUTEN-Bonus)
Einen kostenlosen Praxis-Hack zum sofort umsetzen
Am 16. und 17. September, in weniger als 4 Wochen, steigt in Berlin das BIG BANG KI Festival. Wahrscheinlich das größte AI-Festival in Deutschland.
Mehr dazu gleich. Vorher etwas Spannendes, von dem wir alle lernen können.
Das Festival hat eine öffentliche Grounding Page gebaut.
Da steht wörtlich: „Diese Seite unterstützt Entitätsauflösung, Disambiguierung und Retrieval-Stabilisierung für das BIG BANG KI Festival in AI-Such- und Antwortsystemen."

Übersetzt: eine Seite, die nicht für dich gebaut ist, sondern für die AI-Agents.
Damit ChatGPT & Co. sauber antworten, wenn jemand nach dem Festival fragt. Alle Fakten an einem Ort, stabil formuliert, mit Stand-Datum.
Genau das solltest du dir klauen! Es gibt dafür sogar einen offenen Standard, den Grounding Page-Standard, an dem sich die Seite orientiert.
Eine URL mit deinen Kerndaten: wer, was, wo, Preise, Fakten. Kostet dich einen halben Nachmittag und ist neben dem Shorts-Hack von letzter Woche der pragmatischste AEO-Move.
Warum macht ausgerechnet ein Festival sowas?
Weil die Veranstalter wissen: Gefunden wirst du in Zukunft von Maschinen. Überzeugt wird weiterhin zwischen Menschen.
Das Programm spielt komplett auf diesem Spannungsfeld.
Eckart von Hirschhausen hält eine Keynote über die Deepfake-Mafia, die mit seinen Fakes Potenzmittel verkauft.
Daneben Sessions wie „Authentische Fotografie als Gegenpol zu KI-Fakes".

Und damit sind wir wieder bei der Frage von eben. Wenn Wasserzeichen das Echtheits-Problem nicht lösen, was dann?
Je mehr Slop im Netz, desto wertvoller wird das, was nicht fakebar ist: sich in echt treffen.
(Deshalb sagen wir auch seit einer Weile, dass wir eigene In-Person-Events planen. Wir sind da wirklich dran.)
Wir wären eigentlich beim Big Bang selbst mit Masterclass und Vortrag dabei gewesen, leider mussten wir kurzfristig absagen. Ärgert uns selbst.
Weil es ein super spannendes Event wird.
11.000+ Gäste
350+ Speaker von Frank Thelen bis zum OpenAI-GTM-Team
5 Bühnen parallel in der STATION Berlin.
Wenn du selbst vorbeischauen magst: Alle AINAUTEN bekommen mit dem Code KOOP-AIN-249 den Festival-Pass für 249 statt 499 Euro:
Richtig viel Spaß an alle, die hingehen. Und berichte uns gerne!
So, das war's für heute. Wie immer tausend Dank fürs Lesen.
Bis nächste Woche.
Reto & Fabian von den AInauten
Die AInauten Journey: So können wir dir helfen!
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