Moin AInauten,

Willkommen zur neuen Ausgabe deines Lieblingsnewsletters!

“Mach einfach, was du sowieso tun wolltest." Das sagt Anthropic CEO Dario Amodei in einem Film, den wir dir gleich vorstellen. Klingt nach Aufgeben. Ist aber das Gegenteil.

OpenAI hat letzte Woche genau das getan: Sora gekillt, Adult-Mode auf Eis gelegt, Disney-Deal beerdigt - und sich damit zum ersten Mal eingestehen: Wir können nicht alles. Aber wir haben eine Vision … und die nehmen wir heute auseinander!

Das haben wir heute für dich im Gepäck:

  • 🔥 OpenAI räumt auf: Sora raus, Superapp rein, IPO voraus, AGI next

  • 🎨 Canva Magic Layers: Endlich kannst du AI-Bilder wirklich bearbeiten

  • 🎥 Wir haben den wichtigsten Film des Jahres gesehen. Im leeren Kino.

Los geht’s!

🔥 OpenAI räumt auf: Sora raus, Superapp rein, IPO voraus, AGI next

Video-App gekillt. Erotik-Chatbot beerdigt. Disney-Deal auf Eis gelegt. Und das alles in einer einzigen Woche. Nebenbei wurden noch $110 Milliarden eingesammelt und ChatGPT soll jetzt zur Superapp werden.

Falls du dich fragst, ob das ein Strategiewechsel oder eine Identitätskrise ist: Ja. Wir wollten aber besser verstehen, was dahinter steckt - und nehmen dich deshalb gerne mit auf eine spannende Reise durch dieses “Rabbithole” 🕳️ 🐰.

Sora ist tot.

Letzte Woche kam der Knall: OpenAI hat angekündigt, dass die Videoapp Sora in einem Monat abgeschaltet wird!

Sora war im September 2025 mit großem Tamtam und dem Versprechen einer "Cambrischen Explosion der Kreativität" gelauncht worden und war eine der am meisten heruntergeladenen Apps.

Genau sechs Monate später die Realität: ein nutzloser AI-Slop-Feed voll mit Deep-Fried-Baby-Videos und Trump-Deepfakes ist nicht ganz das, was man sich unter einer kreativen Explosion vorstellt.

Drei Monate lang haben OpenAI und Disney an einer Partnerschaft gearbeitet: Disney-Charaktere auf Sora, dafür eine Milliarden-Dollar-Beteiligung an OpenAI. Teams beider Unternehmen haben noch Anfang der Woche zusammengearbeitet, als die Nachricht der Sora-Abschaltung aus heiterem Himmel kam.

Die Sora-Forscher wandern jetzt in die Robotik, um das Weltverständnis der AI-Modelle zu verbessern. Klingt strategisch. Ist es vielleicht sogar. Aber vor allem ist es: Aufräumen vor dem Börsengang!

Der Tokenhunger bei Videos ist gewaltig, und die Nachfrage nach Rechenleistung steigt schneller, als neue Rechenzentren gebaut werden können. Sora-Chef Bill Peebles hat zugegeben, dass die Wirtschaftlichkeit absolut nicht gegeben war. Schätzungen wurden jeden Tag mehrere Millionen Dollar Verlust gemacht.

Der eigentliche Knackpunkt: Sora war ein Nebenschauplatz. OpenAI kämpft gerade mit allen Mitteln gegen Anthropics Marktführerschaft im Enterprise-Coding-Markt. Die Sora-GPUs werden jetzt für Entwicklung von Code mit Codex gebraucht - das mit über einer Milliarde Dollar Jahresumsatz tatsächlich Geld bringt.

Adult Mode: "Erwachsene wie Erwachsene behandeln" ist passé

Oktober 2025: Sam Altman schreibt auf X, OpenAI werde einen Adult-Mode einführen. Schließlich wolle man “Erwachsene auch als solche behandeln”. Klang souverän. Wurde ein Disaster.

Modelle, die jahrelang darauf trainiert wurden, sexuelle Inhalte zu vermeiden, konnten nicht einfach so umtrainiert werden. Illegale Inhalte sickerten durch die Filter. Ein interner Berater beschrieb das Risiko als "sexy suicide coach"

Die Altersverifikation läuft auch nicht sauber: bei über 10% Fehlerquote und 900 Millionen wöchentlichen Nutzern heißt das: potenziell 100 Millionen falsch eingestufte Accounts. Das ist keine Fehlerquote mehr, sondern eine Katastrophe, die auf Klagen wartet.

Die entscheidende Frage: Warum sollte ein Unternehmen mit einer $300 Milliarden Bewertung seinen Ruf für einen Markt riskieren, den kleinere, weniger beobachtete Firmen bereits gut bedienen?

xAI hat ebenfalls mit schlüpfrigen Features von sich reden gemacht. Medienwirksam? Klar. Aber der Enterprise-Markt will damit nicht anbandeln.

Der Adult Mode ist nun bei OpenAI erst mal auf Eis gelegt

Die Superapp: ChatGPT soll zum Alles-Könner werden

Während OpenAI links und rechts Projekte beerdigt, sammeln sie Geld ein, als wäre die Blase kurz vor dem Platzen.

SoftBank allein investiert $30 Milliarden. Ungesichert. Mit 12 Monaten Laufzeit bis März 2027. Du fragst dich, warum Banken das machen? Weil sie darauf wetten, dass der OpenAI-Börsengang noch 2026 kommt! Wenn der IPO kommt, ist der Kredit gedeckt. Wenn nicht, hat SoftBank ein massives Problem…

Der geplante Börsengang ist aktuell der Polarstern und Sams Hauptfokus. Deshalb hatte er schon vor einigen Monaten viele Aufgabenbereiche an Fidji Simo abgegeben.

OpenAIs CEO of Applications (vorher war sie CEO bei Instacart) hatte am 16. März bei einem internen All-Hands Meeting eine klare Ansage gemacht: "Wir dürfen den aktuellen Moment nicht verpassen, weil wir uns von Nebenschauplätzen ablenken lassen."

Jetzt übernimmt sie auch die Leitung der Sicherheitsteams, damit sich Sam auf Kapitalbeschaffung, Lieferketten und den Bau von Rechenzentren konzentrieren kann.

Ihre neue Rolle: aus "CEO of Applications" wird "Head of AGI Deployment". Klare Ansage.

Der Job: ChatGPT in eine unverzichtbare Superapp verwandeln. Auf dem Desktop sollen ChatGPT, Codex und der Atlas-Browser zu einer einzigen Anwendung verschmelzen. Auf dem Smartphone wird ChatGPT zum ständigen Begleiter mit direkter Shopping-Integration.

Seit letzter Woche können amerikanische Retailer ihre Produktkataloge direkt in ChatGPT einspeisen. Walmart hat eine In-App-Experience gestartet: Account-Verknüpfung, Loyalty-Programme, Bezahlung, … alles im Chat! Weitere große Unternehmen folgen über das neue Agentic Commerce Protocol.

Die Stossrichtung ist klar: ChatGPT will wie die eierlegende Wollmilchsau WeChat aus China werden. Eine Superapp, wo du chatten, coden, shoppen, recherchieren kannst. Alles zentral an einem Ort. Erstmal Amerika, dann für den Rest der Welt.

Unser Take: Die Frühlingsputz-Strategie mit Fokus auf IPO & AGI

Sam hat OpenAI jahrelang wie einen Startup-Inkubator geführt: alles gleichzeitig angehen, schauen was funktioniert. Das funktioniert bei Y Combinator. Bei einem Unternehmen, das $840 Milliarden wert sein will und einen IPO plant, ist es ein Problem.

Fidji bringt jetzt Ordnung ins Chaos. Rechenkapazitäten und Fachkräfte werden aus dem Unterhaltungsbereich abgezogen und in Programmierung, Unternehmenssoftware, Robotik und eine gebündelte AGI-Produktstrategie verlagert.

Alles, was nicht Enterprise-tauglich ist, fliegt raus. Sora? Weg. Adult Mode? Weg. Was bleibt: Codex (bringt Geld), ChatGPT (bringt Nutzer) und die Superapp-Vision (soll beides verbinden).

OpenAI plant außerdem, seine Belegschaft bis Ende 2026 fast zu verdoppeln: von 4.500 auf 8.000. Das ist eine gewaltige Expansion! Aber nötig, um mit Anthropic, Google DeepMind und Meta mithalten zu können, denn der Pool an Top-Talent ist limitiert.

Die Banken wetten darauf. Die Investoren hoffen. Und wir glauben: In den nächsten Wochen kommt eine Überraschung, die die Karten nochmal komplett neu mischt …

🎨 Canva Magic Layers: Endlich kannst du AI-Bilder wirklich bearbeiten

Manchmal findest du die besten Tools, weil dir nichts anderes übrig bleibt.

Vor ein paar Tagen war unser Bildmodell offline. Wir mussten ausweichen, und Nauti sah plötzlich aus wie sein entfernter Cousin dritten Grades. Anderer Stil, andere Proportionen, nicht unser Nauti. Aber der Newsletter musste raus.

Ein paar Tage später haben wir das Bild in Canva Magic Layers geworfen. Und das löst ein Problem, das jeder kennt, der mit AI-generierten Bildern arbeitet.

Magic Layers nimmt ein flaches Bild - JPG, PNG, egal - und zerlegt es in einzelne, editierbare Ebenen. Wie Photoshop-Layer, aber automatisch und in unter einer Minute. Das Feature wird von Canvas eigenem "Design Model" angetrieben, einem Foundation Model für visuelle Inhalte.

Das Problem vorher: Du bekommst ein fertiges Bild, aber du kannst nichts daran ändern. Tippfehler im Text? Falsches Element im Vordergrund? Photoshop aufmachen oder das ganze Bild neu prompten. Beides nervt (vor allem, wenn man - wie wir - kein Photoshop beherrscht).

In unserem Test hat Magic Layers sofort die verschiedenen Ebenen erkannt: Nauti als separates Element, Hintergrund, Text. Ein Klick: alter Nauti raus, richtiger Nauti rein. Fertig.

Und die Schrift im Bild? Wurde auch als editierbarer Text erkannt. Anklicken, ändern, weiter.

Magic Layers ist aktuell als Beta in den USA, UK, Kanada und Australien live. Bezahlter Canva-Plan nötig. Wer nicht warten will: VPN an, amerikanische IP, fertig.

Was Canva sonst noch bringt

Die Aussies haben in den letzten Wochen gleich mehrere AI-Features nachgelegt:

  • Image to Video verwandelt ein Standbild in einen kurzen Videoclip mit natürlicher Bewegung, ideal für Reels und TikTok.

  • Canva AI Chat ist ein Chat direkt in Canva: Beschreib per Text oder Sprache, was du brauchst, und du bekommst ein editierbares Design zurück.

  • Magic Grab macht jedes Objekt in einem Foto verschiebbar, ohne manuelles Freistellen.

Wer Canva noch als "PowerPoint-Alternative für Anfänger" abstempelt, hat die letzten sechs Monate verschlafen. Das Ding wird gerade zum AI-first Creative OS.

Viel Spaß beim Experimentieren!

🎥 Wir haben den wichtigsten Film des Jahres gesehen. Im leeren Kino.

Wir haben uns letzte Woche zum Strategie-Workshop getroffen - und es war genau das, was wir gebraucht haben. Wohin gehen die AInauten? Was machen wir, was nicht?

Wir haben viel diskutiert, gebrainstormt, gelacht und sind stundenlang durch den Central Park gelaufen geirrt. Es hat richtig gut getan und wir haben dabei mehr Klarheit gefunden als in den letzten drei Monaten am Schreibtisch. More to come!

Reto & Fabian im Central Park 👋

Als wir gesehen haben, dass genau an diesem Freitag "The AI Doc" rauskommt, war klar: Müssen wir sehen!

Was wir aber nicht erwartet haben: dass wir den Film quasi allein schauen würden.

Und das ist ein Problem. Freitagabend, Times Square. Belebtester Platz der Welt. Und wir zählen die Zuschauer an zwei Händen ab. Wtf?

Der Regisseur Daniel Roher hat einen Film gemacht, der AI erklärt, ohne zu vereinfachen. Er hat die größten Namen der Branche vor die Kamera geholt. Sam Altman, Dario und Daniela Amodei, Demis Hassabis, Ilya Sutskever, Tristan Harris, Reid Hoffman, Peter Diamandis, ... und viele mehr.

Er macht sich dabei zum Stellvertreter des Publikums und stellt die Fragen, die uns alle beschäftigen: Was ist AI überhaupt? Was kann sie? Und was passiert, wenn wir die Kontrolle verlieren? Er stolpert über die Antworten, genau wie wir es auch tun. Das macht den Film ehrlich und für jeden zugänglich.

Drei Akte, eine Erkenntnis

Der Film hat eine klare Struktur, wie so mancher andere Hollywood-Streifen auch:

  • Akt 1: Der Abgrund. "Das ist der letzte Fehler, den die Menschheit machen darf!" Die Pessimisten kommen zu Wort, und das nicht zu knapp. AI wird Jobs vernichten wie ein Tsunami. Jeder von uns wird rund um die Uhr überwacht und manipuliert. Der Regisseur verfällt in Existenzängste und fragt sich, ob es eine gute Idee war, jetzt ein Kind zu bekommen.

  • Akt 2: Die Verheißung. AI kann Krebs heilen. Das Klima retten. Uns von stumpfer Arbeit befreien. Das gesunde Leben verlängern. "Es gab keinen besseren Zeitpunkt in der Menschheitsgeschichte, ein Kind zu bekommen". Auch Sam sitzt entspannt da: "Nein, ich habe keine Angst. Ich erwarte auch im März mein Kind." (… damit war März 2025 gemeint, btw … das ist also kein YouTube Video von gestern, sondern ein Streifen, der mit entsprechendem Vorlauf für die große Leinwand produziert wurde).

  • Akt 3: Die Balance. Und hier wird es interessant. Die meisten Dokus hören nach Akt 1 oder 2 auf. Entweder Panik oder Euphorie. Hier wird auch der dritte Akt angepackt: der Moment, in dem du aufhörst, zwischen Apokalypse und Utopie zu pendeln, und anfängst, Verantwortung zu übernehmen.

Das ist die eigentliche Botschaft. Und das ist auch der Kern des Begriffs "Apocaloptimist", den der Film prägt: Du siehst die Risiken klar. Du bist nicht naiv.

Aber du strebst trotzdem aktiv einen besseren Ausgang an.

Was uns am meisten getroffen hat

Dieser Film fragt die Fragen, die sich alle stellen, aber niemand beantworten will: Was machen wir jetzt?

Man spürt die Unsicherheit in Darios Stimme, wenn er zugibt, dass niemand weiß, wohin das führt. Aber dann sagt er etwas, das hängen bleibt:

Mach einfach, was du sowieso tun wolltest!

Klingt nach Aufgeben, ist aber das Gegenteil. Es ist der pragmatische Kern der gesamten AI-Debatte, eingedampft auf einen Satz.

Der Film läuft aktuell in den US-Kinos an. Ob und wann er nach Deutschland kommt, ist noch nicht bekannt. Aber: theaidocgetinvolved.com hat den personalisierten Aktionsplan (sogar für die EU), der auch ohne Kinobesuch funktioniert - und Spread the Word die Ressourcen dafür.

Du sagst, welche Themen dich betreffen — Bildung, Gesundheit, Kreativität, Demokratie, Militär, Existenzrisiko — und bekommst konkrete Ressourcen und Handlungsoptionen.

Willst du etwas gegen autonome Waffen tun? Der Plan verlinkt die "Stop Killer Robots"-Kampagne. Sorgen um AI in der Bildung? Ein Podcast über die Zukunft des Lernens. Fragen zur Sicherheit? Du wirst fündig.

Also: nicht die Augen zu verschließen. Sondern hinschauen und trotzdem weitermachen. Genau das sollten wir alle tun.

Geschafft! Bis zur nächsten Ausgabe.

Reto & Fabian von den AInauten

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