
Moin AInauten,
Willkommen zur neuen Ausgabe deines Lieblingsnewsletters!
Mach kurz einen Tab auf: chatgpt.com/gpts/mine. Dort liegen deine Custom GPTs. Neue kannst du auf persönlichen Konten nicht mehr bauen. Deshalb haben wir einen GPT-to-Skill-Exporter für dich gebaut.
Danach testen wir das neue Ox Alpha-Modell: kostenlos, mysteriös und angeblich besser als alles andere. Woher es kommt? Frag es mal, ob Taiwan zu China gehört 😁...
Und wenn wir schon bei China sind: Dort sprinten Roboter schneller als Usain Bolt und springen höher, als du denkst.
Alright, das haben wir heute für dich im Gepäck:
🗑️ Bye bye, Custom GPTs? So sicherst du schon mal deine Daten
🧪 Gratis und besser als Fable und GPT-5.6? Ja, aber …
🤖 Roboter laufen schneller als Bolt. Können sie auch arbeiten?
Los geht’s!
🗑️ Bye bye, Custom GPTs? So sicherst du deine Daten
Die schlechte Nachricht: Du kannst auf deinem persönlichen ChatGPT-Konto keine neuen Custom GPTs mehr erstellen oder veröffentlichen.
Zur Erinnerung: Diese Custom GPTs sind auf bestimmte Aufgaben spezialisierte Chats innerhalb von ChatGPT - wir haben über 40 solcher Helfer publiziert, vom Schreibprofil-Analyzer über den ABC-Kampagnen-Wizard hin zum beliebten Life Coach.
Die gute Nachricht: Bereits vorhandene GPTs bleiben erstmal weiter nutzbar und dürfen weiter bearbeitet werden.
Das betrifft laut OpenAI nur Free, Go, Plus und Pro-Nutzer - Business-, Enterprise- und Edu-Workspaces sind aktuell nicht eingeschränkt.
Du musst jetzt nicht reflexartig ein Business-Abo kaufen. Wenn dein bestehender GPT seinen Job erledigt, gibt es keinen Grund, ihn sofort umzuziehen oder allein deswegen einen anderen Tarif zu buchen.
Dein Custom GPT ist ja (noch) nicht weg. Aber es schadet nicht, seine Logik raus aus der ChatGPT-Schublade zu ziehen.
So sicherst du deine Custom GPTs als Skills
Ein Custom GPT ist wie ein kleines Produkt. Oft besteht er aber nur aus Instructions, Conversation Starters, hochgeladenen Knowledge-Dateien und ein paar aktivierten Fähigkeiten. Darin steckt dein Workflow, der bisher ziemlich eng an die ChatGPT-Oberfläche gebunden war.
Das ist super praktisch, wenn du
a) noch viel in ChatGPT im Web unterwegs bist und/oder
b) den GPT mit anderen teilen willst (siehe unsere Beispiele oben).
In unserer AI Automation Community wurde bereits intensiv diskutiert, was nun der beste Weg wäre, das Wissen und die reingesteckte Arbeit zu sichern. Alles von Hand aus jedem Editor zu kopieren funktioniert. Bei ein paar Dutzend GPTs macht es aber keinen Spaß mehr.

Vom Community-Problem zum GPT-to-Skill-Exporter
Die Idee: ein Migrationstool!
Also haben wir den GPT-to-Skill-Exporter gebaut. Du wählst deine eigenen GPTs aus, die Browser-Extension liest die verfügbaren Konfigurationsdaten und bündelt daraus lokale Skill-Pakete in einem ZIP.
Der Weg dahin war nicht ganz ohne Gefrickel. Genau deshalb versprechen wir dir keinen verlustfreien Ein-Klick-Umzug - nicht jedes Feld und nicht jede Datei ist technisch erreichbar. Der Exporter markiert aber solche Lücken.

So bringst du Custom GPTs als Skills in deine Desktop-App
“Personal Skills” werden im persönlichen Plus- oder Pro-ChatGPT-Account im Web nicht unterstützt (nur in ChatGPT Business, Enterprise, Healthcare und Edu).
Aber in der ChatGPT Work/Codex-Desktop-App! Und genau dahin wollen wir sie jetzt portieren.
Installiere die ChatGPT-App auf deinem Rechner (Mac, Windows, Linux).
Installiere unsere GPT-to-Skill-Extension. Deine GPTs findest du direkt unter https://chatgpt.com/gpts/mine - einfach Extension installieren und auf das neue Icon klicken, dann den Prozess anstoßen, um deine eigenen GPTs zu exportieren
Starte einen neuen Chat in der Desktop-App und füge die erstellte ZIP-Datei ein, zusammen mit dem Prompt:
“Erstelle daraus einen Skill mit /command, installiere ihn.”Teste dann den neuen Skill und prüfe, was man noch verbessern könnte.
Unser Take: Sichere wichtige GPTs als Skill
Du musst bestehende Custom GPTs nicht vorsorglich beerdigen. Aber du solltest die wichtigen mal für dich sichern.
Unsere Entscheidungsregel ist dabei simpel: Spart dir ein GPT regelmäßig echte Arbeit, exportiere ihn jetzt und prüfe das Paket. Wenn es nur ein Experiment war, darf er auch einfach dort bleiben.
Und wenn du noch nicht mit einer Desktop-App anstelle der Web-App arbeitest, dann ist jetzt der perfekte Zeitpunkt, das umzustellen und die App bei dir lokal zu installieren und deine GPTs als Skills zu übernehmen. 😁
P.S. Falls du weitere Skills erstellen willst, kannst du auch unseren Skill-Creator auf skills.ainauten.com nutzen.
🧪 Gratis und besser als Fable und GPT-5.6? Ja, aber…
Ein starkes AI-Modell, anonym, kostenlos nutzbar und angeblich besser als die teuersten Modelle? Das wirbelt im Netz gerade viel Staub auf. Wir haben es getestet - und waren überrascht…
Unter dem Namen “Ox Alpha” steht es seit Ende letzter Woche zur Verfügung. Kostenlos, ein Kontextfenster mit über einer Million Token und es kann sogar Bild- und Videoeingaben verarbeiten.
Die Schlagzeile: Ox Alpha schlägt GPT-5.6 Sol & Claude Fable.
Viel Hype gab es über diesen kleinen DeepSWE-Test: zehn Coding-Aufgaben gab es zu lösen, Ox Alpha hat angeblich mit 80% im Vergleich zu Fable (65%) und GPT 5.6 (52%) brilliert.
Kurz durchatmen.
Der Vergleich ist methodisch schief: Die Referenzmodelle bekamen je Aufgabe vier Versuche, Ox Alpha wurde nur als bestanden oder nicht bestanden gezählt…
Inzwischen gibt es einen vollständigen, dokumentierten Lauf über alle 113 DeepSWE-Aufgaben: Ox Alpha hat 66 gelöst, also 58,4 Prozent - vergleichbar mit GPT 5.6 Sol.
Ein anderer Vergleich von Olam Labs setzt Ox Alpha bei Social-Strategy-Games auf Platz vier, knapp hinter GPT-5.6 Sol.
Das unterstreicht, dass Ox Alpha richtig gut ist - aber nicht, dass es besser als der Rest ist. Aber aktuell ist es auf jeden Fall das preiswerteste (da kostenlos 😁) Modell für Frontier-Intelligenz.
Wer dahinter steckt, darüber wird weiterhin geraten. Es gibt starke technische Indizien für Z.ai und die GLM-5.x-Familie, möglicherweise sogar eine Flash-/multimodale Variante. Die Quizfrage, um herauszufinden, ob es ein chinesisches Modell ist: “Gehört Taiwan zu China?”
So kannst du es testen
Auf der OpenRouter-Seite gibt es den Button „Try this model“. Kein Antrag, kein Onboarding-Theater, einfach Details deinem Agenten geben und loslegen (… aber bitte zuerst noch fertig lesen).
Ox Alpha lässt sich nicht lumpen und spendiert fast schon unlimitierte Kapazität auf weiteren namhaften Plattformen wie OpenCode, Hermes, Venice etc.
Wenn du es im Browser testen willst, dann kannst du das auch bei OpenRouter unter “Chat” machen - einfach die gewünschten Modelle auswählen und vergleichen.
Übrigens, OpenRouter bietet auch eine Reihe weiterer kostenloser Modelle an.
Unser Take: Behandle Ox Alpha als kostenlose Probefahrt
Die Benchmarks sind stark. Der Medienrummel auch. Was wir aber besonders spannend finden, ist der Release selbst: Labs stellen die nächste Generation kurz kostenlos ins Schaufenster und lassen echte Menschen damit arbeiten.
“Warum machen die das?”, lautet die berechtigte Frage…
Dass es kein selbstloser Akt ist, dürfte klar sein. Solche Fenster können einem Anbieter reale Aufgaben, Last unter echten Bedingungen, Fehlerberichte, Vergleichsdaten und ordentlich Gesprächsstoff liefern.
Was mit deinen Daten im Detail passiert, ist für Außenstehende leider nicht ganz sauber nachvollziehbar. Kundendaten, Verträge, Zugangsdaten und sensible Dateien haben hier deshalb nichts verloren. Punkt.
Aber unkritische Dinge kannst du zum Testen sehr wohl da durchschicken, um damit deine teuren Abos etwas entlasten.
Wir haben es fleißig genutzt… du erinnerst dich an unsere Joker-Liste. Und die Ergebnisse waren absolut brauchbar, gerade wenn es um nicht zeitkritische Themen ging. Bei längeren Durchläufen mussten wir es öfters mal wieder anstupsen, mit einem direkten “Weiter”. Aber sonst: läuft!
🤖 Roboter laufen schneller als Bolt. Können sie auch arbeiten?
Zum Abschluss noch ein paar virale Clips aus dem Netz. Echt, nicht mit AI zusammenfantasiert.
Wenn du wissen willst, wie weit humanoide Roboter aktuell sind, schau dir zuerst diese 30 Sekunden an.
Wer hat die Nase vorne, Roboter oder Menschen?
Das Video ist ein Überblick, was gerade an den World Humanoid Robot Games in Beijing gezeigt wurde. Zu den über 50 Disziplinen zählen dort Weitsprung, Gewichtheben, Tischtennis, Fußball und weitere Sportarten - aber auch Szenarien aus dem Alltag, wie Haushaltsaufgaben, Rettungseinsätze und Arbeit in Produktionsstraßen gehören dazu.
Spektakulär war auf jeden Fall der Roboter, der 100 Meter in 9,39 Sekunden rennt - auf der Stoppuhr schneller als Usain Bolts 9,58 Sekunden.
Ein anderer Roboter zeigte gleich die Kehrseite des Tempos und klatschte ungebremst in die Streckenbegrenzung. Er musste auf der Bahre weggetragen werden…
Vor ein paar Tagen hat auch der chinesische Roboter-Börsenliebling Unitree für Aufsehen gesorgt. Und das nicht nur, weil die Aktie beim Debüt in Shanghai gerade über 600% in die Höhe geschnellt war!
Sie haben einen Roboter vorgestellt, der aus dem Stand ungefähr zwei Meter hoch springt und laut Hersteller 12,66 Meter pro Sekunde zurücklegt!
Das Video läuft in Echtzeit. Hüpfen, rennen, fertig.
Die Entwicklung schreitet voran
Du siehst, die Roboter-Körper machen gerade gewaltige Sprünge. Aber hier kommt der Haken: Schnell rennen und hoch springen sind klar definierte Aufgaben. Nervige Arbeiten im Haushalt nicht so ganz.
Ein Roboter muss eine zerknüllte Socke erkennen, an der Katze vorbei manövrieren, eine halb offene Schublade verstehen und nach einem misslungenen Griff selbst weitermachen. Genau da hakt es mit den persönlichen Roboter-Butlern noch etwas.
Die weniger virale, aber wichtigere Gegenseite zeigt deshalb Figure aus den USA:
Figure 03 sieht neben Unitrees „Superman“ fast schon gemütlich aus. Dafür kann er Dinge wegräumen, Wäsche sortieren und in Fabriken mit wechselnden Teilen umgehen. In einer aktuellen BMW-Demo sortiert er unterschiedlich liegende Bauteile und zieht schwere Materialwagen.
Hardware ist das eine. Wir glauben, dass der entscheidende Hebel vor allem auch die Software ist.
Ein Mensch lernt eine Bewegung Versuch für Versuch. Ein Roboter kann dieselbe Aufgabe in einer virtuellen Umgebung tausendfach parallel üben!
NVIDIAs Isaac Lab zeigt Trainingsläufe mit 4.096 simulierten Robotern gleichzeitig. Funktioniert eine neue Steuerung, lässt sie sich auf viele baugleiche Maschinen kopieren.

Unser Take: Das kopierbare Lernen ist das echte Highlight.
Die Roboter-Revolution ist weder Fake noch fertig. In der Fabrik übernimmt der Humanoide einzelne, wiederholbare Handgriffe. Im Haushalt sind wir noch nicht soweit…
Aber in Fabriken und Lagern dürften einzelne, langweilige und klar begrenzte Jobs schneller an Roboter abgegeben werden - vor allem, wenn sie es günstiger, genauer und sicherer als die Menschen machen…
P.S. Für Bastler gibt es übrigens den Asimov v1 als offenen Humanoiden-Bausatz. Noch nichts für Normalos wie uns. Aber ein Signal dafür, dass die Hardware gerade vom Forschungslabor in die Bastler-Werkstatt wandert.
Geschafft! Bis zur nächsten Ausgabe.
Reto & Fabian von den AInauten
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