
Moin AInauten,
Willkommen zur neuen Ausgabe deines Lieblingsnewsletters!
Du kennst diese kleinen Abos, die jeden Monat still abbuchen, weil sie eine einzige Aufgabe gut genug lösen? Wir kennen das nur zu gut, autsch…
Genau dort wird AI gerade interessant. Du kannst dir immer öfter kleine Werkzeuge bauen lassen, die genau deinen Workflow abdecken. Heute geht es um solche Mini-Apps, um ChatGPT als Arbeitsfläche und Deutschlands AI-Schwergewichte.
Das haben wir heute für dich im Gepäck:
😵 SaaS-Killer: Eigene App statt Abo
👨💻 ChatGPT wird vom Antwortfenster zur Arbeitsfläche
🔎 Der KI-Standort-Index Deutschland 2026
Los geht’s!
😵 SaaS-Killer: Eigene App statt Abo
Ralf hat in unserer AI Automation Community ein SaaS gekillt. Ein ganz normaler Arbeitsmoment für ihn - und genau deshalb finden wir es so gut und anschaulich.
Für die Erstellung von Meeting-Protokollen hätte er ein Tool im Abo nutzen können. Stattdessen hat er HyperScribe gebaut und geteilt. Es ist eine kleine Desktop-App für macOS und Windows, die Audio mittels Deepgram-API DSGVO-konform transkribiert und Sprecher unterscheidet - für 30 Cent pro Stunde!
Am nächsten Tag machte er gleich weiter mit seinen “Confessions of a SaaS hitman”. Mit HyperRec hat er ein kleines Tool gebaut, das Mikro und Lautsprecher direkt aufzeichnet - und damit eine echte Subscription ablöst, für die andere jeden Monat 25 Euro oder mehr bezahlen.
Frei nach dem Motto: Tool nervt, Abo nervt, Agent baut eine bessere Abkürzung, fertig!


Kannst du das auch?
Wir sagen das inzwischen so oft, dass wir uns selbst ein bisschen auf die Nerven gehen. Sorry. Aber der Punkt ist zu wichtig.
Noch mal ganz klar und deutlich: Du musst nicht programmieren können! Technik ist Nebensache. Du brauchst nur einen Job, den du beschreiben kannst.
Die Hürde liegt selten in der Technik. Sie liegt in deinem Kopf.
Du musst dich einfach trauen, deinem Agenten einen echten Job zu geben. Und wenn er behauptet, er könne das nicht, darfst du kurz peinlich werden: “Ich weiß, dass du das kannst. Ich glaube an dich.”
Kein Witz. Manchmal hilft genau dieses hartnäckige Nachhaken.
Jeder kann eine App prompten
Zweites Beispiel, bevor wir selbst was zusammen bauen: Letzte Woche einen alten Jugendfreund besucht. Martin arbeitet als Haustechnikplaner und Ingenieur. Mit IT, Programmieren und Vibe-Coding hat er ungefähr so viel zu tun wie wir mit professioneller Pumpenauslegung.
Unser Prompt zum Einstieg: “Ich bin hier mit Martin. Er arbeitet als Haustechnikplaner und Ingenieur. Ich möchte ihm gerne zeigen, was mit Codex möglich ist. Gib mir 10 Ideen für eine kleine Mini-App, die für ihn relevant und hilfreich wäre und die du dann auch zeitnah umsetzen und zeigen kannst.”
Ein paar Minuten später stand die Idee: eine Pumpen-Vorauswahl, die anhand von Rahmenbedingungen passende Produkte relevanter Hersteller ausgibt.

Ein bisschen Prompt Ping-Pong hin und her. Als der erste Wurf stand, gab es diesen:
Super, das Ganze funktioniert.
Wie könnte man die App jetzt noch 10x besser machen?
Was wären hilfreiche Features?
Was würdest du noch optimieren?
Analysiere alles im Detail.
Mache mir 10 bis 20 Vorschläge, was du verbessern würdest.Mehr als die Hälfte der Vorschläge wurden umgesetzt, während wir im Garten über alte Zeiten und Zukunftspläne gesprochen haben.
Mit wenigen Klicks haben wir die App dann via Cloudflare Pages kostenlos ins Netz gestellt, passwortgeschützt, fertig.
Auf dem Nachhauseweg kam seine WhatsApp. Die Reaktion war sinngemäß: damit kann ich etwas anfangen Ich habe Blut geleckt! Und genau das willst du beim ersten Prototyp.

Dein SaaS-Killer-Prompt für Codex App, Claude Code oder Cowork
Wenn du selbst starten willst, fang klein an. Unsere erste “App” war eine simple Browser Erweiterung, damals noch mit viel Ach und Krach mit ChatGPT gepromptet. In der Zwischenzeit haben wir dutzende von kleinen und großen Tools gevibecodet. Und es macht so viel Spaß!
Wie gesagt, du musst noch nie eine App gebaut haben. Du brauchst auch keinen großen Plan. Installiere als Grundlage einfach die Codex App von OpenAI (selbst mit kostenlosem ChatGPT-Account nutzbar) oder die Claude Code/Claude Cowork-Desktop-App (Abo nötig) auf deinem Rechner.
Starte einen neuen Chat mit einem leeren Ordner für das Projekt.
Nutze das beste Modell mit hohem Thinking-Budget und wechsle zum Start in den Plan-Modus.

Einstellungen bei Codex

Einstellungen bei Claude
Gib diesen Prompt ein (oder nutze die detaillierte Version hier) - los geht’s!
Ich möchte ein kleines lokales Tool bauen, das mir ein Abo oder einen bezahlten Workflow spart.
Finde mindestens 5 mögliche Kandidaten aus meinem Arbeitsalltag.
Bewerte sie nach: Sparpotenzial, Häufigkeit, technischer Einfachheit, Datenschutzrisiko, Wartungsaufwand
Stelle mir mögliche Kandidaten mit Empfehlung vor und warte auf meine Auswahl.
Dann erstelle zuerst:
- PLAN.md mit Ziel, Minimalversion, Eingaben, Ausgabe, Risiken und 3 Tests, möglichen GitHub-Repos, ...
- TASKS.md mit kleinen Umsetzungsschritten, ...
Baue noch keinen Code.
Nutze nur Dateien, die du wirklich brauchst.
Erfinde keine GitHub-Repos.
Schreibe keine API-Keys in Code.
Lösche keine Dateien.
Veröffentliche nichts ohne meine Freigabe.
Starte mit Rückfragen, wenn dir wichtige Infos fehlen.
Sonst beginne direkt mit der Analyse.⚠️ Hinweis: Du kannst den Prompt auch zuerst in ChatGPT oder Claude stellen, weil dich dieser Chatbot wahrscheinlich besser kennt als eine frisch installierte Codex- oder Claude-App. Hänge dann an an den Prompt an: “WICHTIG: Arbeite nur die Planung durch und gib mir danach ein Prompt oder eine Datei, die ich an Codex oder Claude Code zur Umsetzung geben kann.” Nimm das Ergebnis und gib es an die Codex- oder Claude-App zur Umsetzung.
Zurück zum Prompt. Der wichtigste Satz steht nicht oben. Er steht ziemlich weit unten:
Baue noch keinen Code.
Unsexy, aber entscheidend. Viele Agenten rennen los, bauen eine halbe App, lösen drei Nebenprobleme und vergessen dann, warum du überhaupt angefangen hast und was dein Ziel ist.
Dieses Prompt zwingt den Agent dazu, zuerst deine Situation zu verstehen und den Kontext in Dateien zu sichern. PLAN.md und TASKS.md sind nicht Bürokratie, sondern stellen sicher, dass der Agent auch nach 40 Minuten noch weiß, was dein eigentliches Ziel ist.
Anthropic empfiehlt in seinen Agenten-Guides genau diese Art von sauberer Arbeitsaufteilung: erst Ziel und Abnahme klären, dann automatisieren. In der Praxis ist das der Unterschied zwischen "sieht cool aus" und "läuft morgen noch".

Wir haben beim Testen des Prompts selbst eine kleine App gebaut, die aus einem Webinar-Transkript für uns automatisch Arbeitsmaterialien erzeugt: Zusammenfassung, Infografik-Prompt, Mailing-Idee, Kursnotizen.
Unser Take: Eine App ist noch kein SaaS - aber ein erster Sieg!
Wenn du nach zwei Stunden einen Knopf hast, der eine echte Datei nimmt und eine brauchbare Ausgabe produziert, hast du mehr gelernt als aus zehn Tool-Demos.
Vielleicht kündigst du danach das Abo. Vielleicht bezahlst du es weiter, aber endlich mit gutem Grund.
Ja, echte Apps brauchen später mehr als einen hübschen Prototypen: Security, Daten, Tests, Hosting, Support, Payment, …
Für heute reicht ein kleineres Ziel: Bau dir ein Tool, das ein echtes Problem in deinem Alltag löst. Danach darfst du dir ruhig kurz auf die Schulter klopfen.
Du hast gemacht, während andere noch sammeln.
Wir feiern das. Und du darfst es gerne mit uns teilen.
So, falls du nun Lust auf mehr bekommen hast, laden wir dich auch herzlich zu uns in die AI Automation Community ein!
P.S. Und falls du noch etwas Inspiration brauchst: In diesem X-Beitrag gibt es zwölf Prompts, mit denen der Autor kleinere AI-Tools ersetzt hat: Grammatikprüfung, Copywriting, Meeting-Zusammenfassungen, Übersetzung, SEO-Briefings und so weiter. Nicht alles davon gehört als App auf deinen Rechner, aber als Ideenliste ist es ein guter Impuls.
👨💻 ChatGPT wird vom Antwortfenster zur Arbeitsfläche
OpenAI schiebt ChatGPT und Codex gerade in dieselbe Richtung: weg vom reinen Antwortfenster, näher an deine eigentliche Arbeit.
Der Effekt daraus ist fast wichtiger als das nächste Modell (GPT 5.6 soll diese Woche kommen): Du musst weniger Routinen selbst anschieben.
ChatGPT-Agenten landen prominent im Schaufenster
Auf der neuen Scheduled-Seite in ChatGPT kannst du geplante Aufgaben sehen, den nächsten Lauf prüfen, Aufgaben pausieren, fortsetzen, bearbeiten oder löschen.
Tasks können Erinnerungen, wiederkehrende Arbeit und Monitoring übernehmen. Also weniger: "Frag mich später nochmal." Mehr: "Ich melde mich, wenn etwas passiert."
Von täglichem Briefing über E-Mail-Monitoring bis Konzert- und Sale-Alerts: ChatGPT kann künftig genau die Dinge im Blick behalten, die du bisher selbst regelmäßig prüfen müsstest.
Wenn du die Scheduled Tasks noch nicht im Einsatz hast: einfach hier klicken und einen Task anlegen. Dauert 5 Sekunden.

Dafür musste sogar das beliebte Premium-Feature “Pulse” über die Klinge springen. Wir sehen das als klares Signal: Der Chat soll nicht mehr nur antworten. Er soll kleine Verpflichtungen übernehmen.
Auch die kleineren ChatGPT-Updates passen in dieses Bild und machen aus einem Chatfenster eine immer bessere Arbeitsumgebung.
OpenAIs Agenten wollen näher an deinen Computer - lass sie!
Die neue Aufgaben-Seite ist aktuell für ChatGPT im Web und mobil gedacht, nicht für die Desktop-App oder Codex. Das ist ein wichtiges Detail, weil OpenAI parallel mit der “Superapp” Codex näher an den Computer will (siehe unseren Beitrag hier), mit:
Computer Use für die Bedienung von macOS und Windows sowie Apps
Codex Chrome Extension für eingeloggte Browser-Kontexte
Eigenem Browser in Codex (basierend auf dem OpenAI “Atlas”-Browser)
Viele produktive AI-Workflows sind nicht dadurch blockiert, dass das Modell zu dumm ist. Sie hängen, weil die Arbeit in anderen Tools und Oberflächen liegt: Gmail, LinkedIn, Salesforce, WordPress, interne Admin-Tools, lokale Apps, etc.
Seit ein paar Tagen rollen nun mehr Codex-Funktionen auch bei uns aus. Genau dort wird es interessant. Und genau dort wird es riskant.
Wenn Codex Chrome nutzen darf, sieht es eingeloggte Seiten. Wenn Codex Computer Use nutzt, kann es klicken, tippen und Fenster bedienen. Das ist mächtig. Das ist nicht "mal kurz ein Prompt". Wir haben uns über die letzten Monate an diese Features herangetastet und möchten sie nicht mehr missen.
Record & Replay ist der nächste große Hebel. Nur noch nicht überall.
Noch nicht komplett bei uns ist Record & Replay. Es ist offiziell für macOS verfügbar, schließt aber EU, UK und Schweiz zum Start aus.
Die Idee ist genial: Du zeigst Codex einen wiederkehrenden Ablauf einmal, Codex macht daraus einen wiederverwendbaren Skill. Wir müssen uns noch etwas gedulden, aber hoffentlich nicht zu lange!
Trotzdem ist die Richtung klar: Aus "Beschreibe den Workflow" wird "Zeig mir den Workflow einmal". Das ist für normale Menschen viel näher an der Realität.
ChatGPT Marktanteil fällt erstmals unter 50%
Der Druck von außen erklärt, warum OpenAI das Interface konsolidieren will. ChatGPT bleibt zwar riesig, aber eine Statistik von Sensor Tower zeigt, dass der einstige Marktanteil von 90 Prozent auf 46,4 Prozent des globalen AI-Assistant-Markts gefallen ist.
Gemini lag bei 27,7 Prozent, Claude bei 10,3 Prozent. ChatGPT bleibt trotzdem riesig mit mehr als 1,1 Milliarden monatlichen Nutzern. Der Markt kippt also nicht weg, sondern wächst stetig und verteilt sich.

Gemini hängt an Android und Workspace. Claude wächst bei Power-Usern. Microsoft bringt Copilot Cowork weltweit für Microsoft-365-Copilot-Kunden in den produktiven Betrieb.
Cowork ist die Enterprise-Version derselben Wette: Ein Agent bekommt Unternehmenskontext, erledigt längere Aufgaben und wird über Credits, Budgets, Rechte und Admin-Kontrollen eingefangen.
Agenten werden zu kleinen Arbeitsläufen mit Kostenstelle.
Unser Take: Delegiere deine Aufgaben an Agenten
Für deinen Alltag ist nicht entscheidend, ob ChatGPT, Claude, Gemini oder Copilot im Benchmark gerade vorne liegt. Entscheidend ist vielmehr, welchem Agenten du einen Job geben kannst, ohne danach Bauchweh zu bekommen.
Abwarten finden wir nicht ideal - taste dich mit diesen Features heran:
Scheduled Tasks sind der einfachste Einstieg: kleine Routinen, die nicht jedes Mal einen neuen Prompt brauchen.
Codex Computer Use ist die nächste Stufe: Aufgaben in echten Interfaces.
Lokales Mini-Tool: ein kleiner Workflow wie im ersten Beitrag beschrieben
Viel Spaß - und hoffentlich gibt es dadurch einen schönen Produktivitätsschub!
🔎 Der KI-Standort-Index Deutschland 2026
Berlin ist Deutschlands stärkster AI-Standort. Zumindest laut neuem KI-Standort-Index Deutschland 2026.
Berlin landet mit 84,7 Punkten auf Platz 1, vor München mit 77,9 und Stuttgart mit 66,1. Danach wird es dünn: Hamburg kommt auf Platz 4 nur noch auf 43,3 Punkte.
Das Ranking vergleicht 37 Städte über vier Säulen:
offene AI-Stellen
Forschung und Ausbildung
Startup-Ökosystem
Gehalt nach Miete
Soweit, so gut. Oder besser: Soweit, so messbar.
Denn mal ehrlich: Was ist ein AI-Standort überhaupt?
Ein paar Leuchtturmprojekte reichen aus unserer Sicht nicht. Eine Stadt wird erst dann relevant, wenn mehrere Dinge gleichzeitig passieren: Hochschulen bilden AI-Leute aus, Unternehmen stellen sie ein, Startups bauen Produkte und Services, Forschung liefert Anschlussfähigkeit, Politik und Kapital schaffen Infrastruktur und Menschen können dort leben, ohne ihr Gehalt direkt an die Miete zu überweisen.

Wir finden, dass das Ranking ein guter Realitätscheck ist. Berlin, München und Stuttgart sind nicht vorne, weil sie die lautesten AI-Versprechen machen. Der Grund ist eher, dass dort schon mehr vom System sichtbar ist: Jobs, Ausbildung, Kapital, Forschung, Nachfrage.
Und hier wird die deutsche Frage schnell europäisch. Denn selbst der beste Standort bleibt abhängig, wenn Modelle, Chips, Cloud und Zugänge an anderer Stelle kontrolliert werden.
Das passende größere Bild liefert dieses DW-Video: US limits AI access - What it means for Europe. Dabei geht es um die Frage, ob AI-Zugang gerade selbst zum geopolitischen Werkzeug wird.
P.S. Wenn du wissen willst, wie einer der wichtigsten amerikanischen AI-CEOs gerade auf die Welt schaut: Das ausführliche Interview mit Anthropic-CEO Dario Amodei ist hier ein guter Bonus: here you go!
Geschafft! Heute war viel Agenten-Zukunft (und Gegenwart) im Text, aber der praktische Auftrag bleibt bodenständig: Such dir einen wiederkehrenden Job, den du sauber beschreiben kannst. Lass einen Agenten erst planen. Dann bauen. Dann testen.
Und wenn dabei ein Abo fällt: umso besser. 😄
Bis zur nächsten Ausgabe!
Reto & Fabian von den AInauten
Die AInauten Journey: So können wir dir helfen!
⭐ AI EXPLORER: Der schnelle Einstieg in die AI-Welt, perfekt zum Reinschnuppern, wenn du noch keine Erfahrung hast. Mehr erfahren »
⭐⭐⭐ AI POWER USER: Werde zum AI-Profi in 30 Tagen. ChatGPT Masterclass, Prompting Pro Bootcamp, 50+ Deep-Dives mit wöchentlichen Updates. Spare 10+ Stunden pro Woche. Kein Abo. Mehr erfahren »
⭐⭐⭐⭐⭐ AI AUTOMATION EXPERT: Die Königsklasse. Alle unsere Trainings aus AI EXPLORER und AI POWER USER! Plus Community mit Support. Baue Systeme, die 24/7 für dich arbeiten - mit Zapier, Make, n8n Trainings, Vibe Coding, 50+ Use Cases und Tool-Rabatte. Mehr erfahren »



