Moin AInauten,

Willkommen zur neuen Ausgabe deines Lieblingsnewsletters!

Diese Woche wollten gleich mehrere Agenten mehr Verantwortung von uns …

Claude baut aus einem einzigen Prompt ein fertiges Video. Meta steckt Muse in Brille, Ohr und Hosentasche. Und Seth Godin hat uns bei seinem Buchlaunch eine unbequeme Frage gestellt: Wer führt eigentlich, du oder die AI?

Genau darum geht es heute. Das haben wir für dich im Gepäck:

  • 🎥 Viraler Claude Trick: Ein Prompt = fertiges Video

  • 👓 Meta Connect: Dein AI-Agent zieht aus dem Handy aus

  • 🎤 Seth Godin Live: Achtung vor dem umgekehrten Zentaur!

  • 🏎️💨 AI-Fun: Das AGI-Wettrennen

Los geht’s!

🎥 Viraler Claude-Trick: Ein Prompt = fertiges Video

Seit Opus 5.5 letzte Woche gelauncht wurde, sind unsere Feeds voll mit Videos, die Claude angeblich komplett allein gebaut hat. Und die Leute sind richtig begeistert.

Ein Prompt macht dabei besonders die Runde: Reinkopieren, weggehen, zwei Stunden später liegt ein fertiges MP4 im Ordner.

Klingt zu gut. Also haben wir es selbst probiert, mit einem Werbevideo für diesen Newsletter.

Was gerade alles entsteht

Ein paar Beispiele, die uns besonders beeindruckt haben:

Wer noch tiefer eintauchen will: Dieser Thread sammelt die stärksten Beispiele der Woche und bringt es gut auf den Punkt.

Ein Realitätscheck gehört aber dazu. Nicht jedes „One-Shot-Video“ ist so einfach, wie es klingt. Bei einem der bekanntesten Musikvideos lief Claude zwölf Stunden, mit einem sehr langen Prompt, eigenem Material und bezahlten Bild- und Video-Diensten im Hintergrund.

Claude kann selbst keine Videos generieren. Es schreibt Code: eine Animation im Browser, dazu Stimme, Musik und Effekte, und am Ende rendert es eine MP4.

Ein Schnittprogramm brauchst du nicht, nur Claude Code. Aber Claude kann natürlich auch Videos schneiden, zum Beispiel mit dem neuen MCP von DaVinci Resolve.

Runde 1: Der erste Wurf

Die einfachen Fälle sind die, bei denen alles aus Code kommt. Das haben wir getestet.

24 Minuten nach dem Start lag ein 50-Sekunden-Video im Ordner. Null Rückfragen.

Claude hat eine Geschichte in neun Szenen erzählt (50 neue Tools pro Woche, keine Zeit, 30 offene Tabs, dann wir) und am Ende sogar das Abo-Formular animiert.

Musik und Soundeffekte hat es selbst in Code erzeugt und sauber getaktet. Der schwächste Teil war die Stimme. Wir hatten bewusst ohne API-Key gestartet, also kam die eingebaute Mac-Stimme zum Zug. Dazu gleich mehr.

Runde 2: Mit unseren Gesichtern und einer echten Stimme

Danach wollten wir es wissen. Wir haben Claude unsere Fotos gegeben, dazu Nauti, und gleich drei Varianten parallel bauen lassen: ein Collage-Bilderbuch, einen Kino-Trailer und ein Pixel-Game fürs Hochformat.

Unser Favorit ist das Pixel-Game. Wir kämpfen zusammen mit Nauti gegen den Endboss „Der Hype“. Den Prompt dazu findest du hier.

Für den Ton hat Claude über die ElevenLabs-API drei deutsche Sprecher verglichen und sich für einen Game-Ansager entschieden. Der beste Trick dabei kam von Claude selbst.

„AInauten“ und „Reto“ sprechen AI-Stimmen gern falsch aus. Also hat Claude die eigene Tonspur per Spracherkennung transkribiert und so lange Schreibweisen getestet, bis es stimmte. „Eh-Ai-Nauten“ klingt richtig, „Räto“ auch. Diesen Trick kannst du für jeden Markennamen nutzen.

Der “Motion Graphic”-Prompt

Hier ist ein Prompt von X, mit dem du loslegen kannst - einfach in Claude Code starten, Kaffee holen, staunen. ElevenLabs für die Stimme ist empfehlenswert - oder du sagst halt, dass Claude ohne Stimme was machen soll.

(Hier eine etwas längere Prompt-Version als Alternative zum Testen).

Make a dynamic 15-30 second motion graphics video that shows what an incredible motion designer you are, like it's your showreel for a résumé. Go all out.

Make a video where a character talks about it and how people can use it and what they can do with it etc etc etc. LFG!

Make the video about: WEBSITE URL
Here is the Elevenlabs API key: CLIPBOARD or PATH TO LOCAL .ENV

Hier das Ergebnis:

Der “handgezeichnete Collage”-Prompt

Einen haben wir noch - wir finden, das Ergebnis ist richtig gut geworden. Oder?

Create a pure javascript animation. 30s-60s whimsical hand drawn collage style with appropriate audio.

Entire video should be as high of a production value as possible. Please spend your time on this, it's very important.

You can use any tools you can find access to and resources on the internet. You create the script, the assets, the animation, concept, everything.   

I have to go away from my computer so please work autonomously until it’s done. 

Quality is paramount. Production value should be on a professional level.

Topic: What is the purpose of life? 
Make the video about: WEBSITE URL
Here is the Elevenlabs API key: CLIPBOARD or PATH TO LOCAL .ENV

Hier das Ergebnis, one-shot:

Unser Take: Probier es mit deinem eigenen Produkt aus

Für ein Launch-Video, einen Erklärclip oder einen Social-Teaser brauchst du heute keine Agentur und kein Schnittprogramm für den ersten Wurf.

Nimm die Prompts, setz deine URL oder dein Produkt ein und schau, was dabei rauskommt. Bonus-Tipp: Setze das Reasoning hoch. Viel Spaß!

👓 Meta Connect: Dein AI-Agent zieht aus dem Handy aus

„Hilf uns, Geld zu sparen“, haben wir Muse vor ein paar Tagen gesagt. Das hat wunderbar geklappt, wir haben rund 490 Dollar gespart.

Auf der Connect hat Meta jetzt gezeigt, wofür wir das gesparte Geld ausgeben sollen: Brillen ab 349 Dollar, einen Anhänger für die Hosentasche und VR-Glasses für 1.300 Dollar. 😄

Spaß beiseite: Unser Test hat gezeigt, dass Muse mehr kann als chatten. Genau das wird jetzt wichtiger. Denn auf der Connect am 23. September ging es darum, wo so ein Agent künftig lebt.

Metas Antwort lautet: nicht mehr nur in einer App auf deinem Homescreen, sondern überall.

Dafür baut Meta vier Zugänge:

  • In der Hosentasche: Muse Charm, ein Anhänger mit kleinem Touchscreen, Fingerabdrucksensor und 5G-Modem. Zuck verspricht ihn bis Weihnachten.

  • Im Ohr: Die Ray-Ban Meta Audio für 349 Dollar kommt Mitte Oktober, ohne Kamera, mit Lautsprechern und Mikrofonen. Heimliche Fotos fallen weg, mithören kann sie trotzdem.

  • Vor dem Auge: Die Ray-Ban Meta Gen 3 gibt es ab sofort für 449 Dollar, die Ray-Ban Display bekommt neben dem eingebauten Bildschirm auch Navigation und soll nach Deutschland kommen.

  • Muse selbst landet auch auf den Brillen - aber erst „in den kommenden Monaten“.

  • In der Mac-App auf dem Computer darf Muse bereits seit letzter Woche Programme bedienen und an Aufgaben weiterarbeiten, wenn du offline bist.

Dazu bekommt der Agent eine eigene E-Mail-Adresse, Avatare mit Echtzeit-Mimik und neue Connectors von Notion und GitHub bis PayPal und Instacart. Die VR Glasses für 1.299,99 Dollar im Frühjahr 2027 sind die Kür.

Das Pflichtprogramm ist der Agent.

Die Schattenseiten

Für uns im DACH-Raum hat die Sache leider einen entscheidenden Haken: Einen Termin für Europa gibt es nicht, aktuell ist Muse erst in den USA, Kanada und Mexiko verfügbar.

Das größere Problem betrifft alle. Ein Agent, der mitsieht, mithört, deinen Mac bedient und über PayPal bezahlen darf, ist nur so gut wie seine Rechte. Meta hat dafür einiges gebaut.

Jeder Nutzer bekommt eine eigene virtuelle Cloud-Maschine und der Agent sieht deine echten Zugangsdaten nie. Dass Meta selbst technisch nicht an deine Daten kommt, soll bald eine Confidential VM garantieren, die später in diesem Jahr kommt.

Wie dünn das Eis trotzdem ist, zeigte Sicherheitsforscher Patrick Wardle zwei Wochen nach dem Start. Über eine undokumentierte Einstellung der Mac-App konnte Malware die Diktierfunktion umleiten und Muses Auth-Token abgreifen. Meta hat nachgebessert.

Unser Take: Metas Masterplan nimmt Formen an

Metas Stärke ist die Distribution: sie können den Agenten gleichzeitig in Brillen, einen Anhänger, den Mac und eine riesige Nutzerbasis auf Insta, Facebook und WhatsApp drücken. Und wenn Muse bei Alltagsjobs zuverlässig genug ist, hat Zuck bereits ein breites Spielfeld abgesteckt.

Gut, OpenAI wird es bestimmt auch versuchen - diese Woche ist Dev Day und es wird gemunkelt, dass da der neue Personal Assistant “o” gelauncht wird. Wir sind gespannt…

via X

Bezahlen sollst du für Muse übrigens nicht, zumindest nicht direkt. Für die meisten Nutzer bleibt Muse kostenlos. Verdienen will Zuck an einer kleinen Gebühr auf jede Transaktion, die der Agent für dich abschließt.

Die ersten großen Anbieter sind schon angebunden, und die Wette dahinter ist simpel: Unsere Agenten werden sehr viel für uns einkaufen!

Damit schließt sich auch der Kreis zu unserem Test: Der Agent, der uns beim Geldsparen helfen soll, verdient mit, wenn wir Geld ausgeben. Wie hoch die Gebühr ist und ob sie Händler oder Kunden zahlen, hat Meta noch nicht gesagt.

Stimme, Brille & Computer Use testen wir, sobald wir drankommen. Deep Dive incoming! Wer mehr wissen will, hier das offizielle Video und der definitiv inoffizielle Kommentar 😁.

Zusammenschnitt der Highlights

Ein Schelm, wer Böses denkt…

🎤 Seth Godin über AI: Achtung vor dem umgekehrten Zentaur!

Letzte Woche fand der Launch von Seth Godins neuem Buch „The Knot - Problems can be solved” statt.

Wir waren hautnah dabei. Möglich gemacht hat das unser Leser Eike, der uns sein Ticket geschenkt hat. Danke dir, Eike! ❤️

Dabei blieb hängen: Die Technik ist oft gar nicht das größte Hindernis. Neue Tools ändern unsere Gewohnheiten nicht automatisch.

Seth beschreibt Status, Zugehörigkeit und Bequemlichkeit als Kräfte, die unser Verhalten prägen. Ein Agent kann funktionieren und im Alltag trotzdem liegen bleiben.

Der Nachmittag mit Seth hat eine zweite Frage aufgemacht.

Was passiert, wenn wir Agenten die Führung überlassen?

Ein Bild daraus geht uns seitdem nicht mehr aus dem Kopf: der umgekehrte Zentaur (über das Zentaur-Prinzip haben wir hier geschrieben).

Normalerweise hat der Zentaur einen menschlichen Kopf und die Kraft eines Pferdes.

Aber wenn die AI denkt und der Mensch nur noch die Beine liefert, wird es problematisch.

Als warnendes Beispiel nennt er Amazon-Fahrer, die vom System durchgetaktet werden.

Das beschäftigt uns mehr als die übliche Frage, welche Jobs AI ersetzt. Denn bisher wird AI oft als Sparprogramm verkauft. Weniger Stellen, geringere Kosten.

Klar, Zeit und Geld sparen ist gut. Aber es sagt noch nicht, für wen dadurch etwas besser wird. Denn wenn das alles ist, haben wir das Interessanteste verpasst.

Hier ein kurzes Video, eingedeutscht mit HeyGen (das ist nicht Seths Stimme 😉).

Unser Take: Mehr AI ist noch keine bessere Arbeit

In „The real AI“ schreibt Seth über das, was bei uns bleibt: gute Fragen, Urteil, Geschmack und die Verantwortung für das Ergebnis.

Die Zeit, die AI freimacht, sollten wir genau dort investieren.

Schlechte Arbeit bleibt schlechte Arbeit, egal ob ein Mensch oder eine AI sie erzeugt hat.

Lass die AI arbeiten. Aber gib ihr nicht die Entscheidung ab, für wen und wofür.

🏎️💨 AI-Fun: Das AGI-Wettrennen

Wer sich das Wettrennen um AGI bisher als nüchterne Benchmark-Tabelle vorgestellt hat: wie wäre es mit einem Wüstenrennen im Mad-Max-Stil?!

Seedance 2.5 brilliert, und fast 4 Millionen Leute haben schon zugeschaut. Wer das Rennen am Ende gewinnt, wissen wir auch nicht - aber dieser Trailer macht Lust auf mehr.

Geschafft! Bis zur nächsten Ausgabe.

Reto & Fabian von den AInauten

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