
Moin AInauten,
Willkommen zur neuen Ausgabe deines Lieblingsnewsletters!
Wir reden ständig darüber, welches AI-Modell gerade das klügste ist. Bei unserer Ad-Recherche war das letzte Woche plötzlich ziemlich egal. Denn ohne Zugriff auf die richtigen Daten konnte auch ein kluger Agent nur raten oder uns Suchlinks bauen.
Mit dem passenden Zugang lieferte er plötzlich echte Anzeigen. Vielleicht ist die nächste große Superkraft von Agenten deshalb nicht noch mehr Intelligenz, sondern Zugang?
Der technische Teil ist inzwischen Agentenarbeit: Dokumentation lesen, Abfragen bauen, Ergebnisse aufbereiten. Du entscheidest über Zugriff und Qualität.
Und genau dort treffen sich heute Agenten, Katzenvideos und Harari!
Das haben wir für dich im Gepäck:
🙀 Der Bot macht den Clip. Du bleibst im Chat.
🦸♂️ Dein Agent hat Superkräfte. So aktivierst du sie.
🎙️ Die gefährlichste AI-Ausrede: „Es ist ohnehin unvermeidlich“
Los geht’s!
🙀 Grok Bot macht den Clip. Du bleibst im Chat.
Wir haben die letzten Tage mit Grok Bot rumgespielt. Dann sind wir über einen Post gestolpert.
Sinngemäß: Du schickst Grok Bot den Link zu einem viralen AI-Clip. Der Bot schaut ihn an, schreibt einen Prompt und lässt Grok Imagine das Video neu bauen. Mit den Änderungen, die du willst.
Klingt doch nach einem perfekten Use Case für den Newsletter, oder?
So funktioniert es für dich
Wir haben ein random Video auf Instagram ausgewählt.
Dann unsere Ansage an den Bot, in einem Satz: “Schau dir das Video an. Bau es mit Grok Imagine nach. Aber: die Hauptfigur ist eine Katze.”
Los geht’s! Kein Prompt-Engineering. Kein Tab-Wechsel zu Imagine. Nur der Chat.
Das übernimmt der Bot
Der ganze Job blieb im Grok Bot-Chat. Wir haben nicht in grok.com/imagine Felder ausgefüllt oder Einstellungen wie 720p, 10 Sekunden oder 9:16 gewählt. Wir mussten auch keinen Videodownloader für Instagram suchen.
Der Bot hat das Zepter in der Hand gehabt: Video geholt, Szene verstanden, Prompt geschrieben, Imagine geöffnet, generiert, auf Feedback reagiert.
Im Hintergrund sitzt Grok Bot auf einem eigenen Rechner mit einem Chrome-Browser. Dort mussten wir uns einmalig einloggen. Und in diesem Chrome ist die echte Web-Oberfläche von Grok Imagine offen. Dieselbe, die du sehen würdest, wenn du das von Hand bedienst.
Der Chat ist die Oberfläche für dich. Imagine bleibt die AI-Engine für die Videoerstellung. Und der Bot ist der “Mensch” dazwischen. Nur dass er nicht müde wird, denselben Prompt nochmal einzutippen.

Take 1 war Müll, #2 besser und #3 sogar mit deutschem Ton
Ehrlich: Take 1 sah seeehr nach AI-Slop aus. Das Sofa ist von Geisterhand durchs Bild gewandert. Die Szene stimmte grob, das Material nicht.
Ein Satz Feedback hat gereicht (“Nicht gut. Couch wird von Geisterhand verschoben und Katze schaut nach AI-Slop aus. Das muss viel realistischer sein.“).
Im zweiten Durchlauf war das schon besser, und wir bekamen Lust auf mehr: “Geht das auch mit Ton?”
Ja, geht. Aber Imagine hat keinen Sprachwahl-Schalter. Der Ton entsteht im selben Durchgang wie das Video. Was gesprochen wird, steht im Prompt.
Heißt: du Grok Bot schreibt die deutschen Sätze aus. Kommentator aus dem Off und am Schluss ein siegesbewusstes Miau. Here we go!
Was du dafür brauchst
Der Workflow verteilt sich auf zwei Produkte:
Grok Bot bedient den Browser.
Grok Imagine erzeugt das Video.
Du brauchst Zugriff auf beide Funktionen. Die genaue Freischaltung hängt vom gewählten Abo ab.
Der Auftrag bleibt simpel - du prüfst die Takes und gibst Feedback, bis der Clip sitzt.
Schau dir dieses Video an: [Link]
Bau es mit Grok Imagine im gleichen Format nach.
Änderungen: ...Unser Take: Browser-Agenten verkürzen den Weg, nicht die Prüfung
Der Katzenclip ist nur das Beispiel. Virale Clips sind gutes Testmaterial, weil die Mechanik bereits sichtbar funktioniert.
Spannender finden wir aber den Browser dazwischen: Der Bot übersetzt deinen Auftrag in Klicks, Grok Imagine in ein Video. Dadurch werden auch Webtools ohne direkte Integration für Agenten nutzbar.
🦸♂️ Dein Agent hat Superkräfte. So aktivierst du sie.
Es geht gleich nahtlos weiter damit, wie uns AI-Agents am besten unterstützen können.
Dieses Mal wollten wir wissen, welche Meta-Ads gerade zum Thema “Cold Plunge” laufen. Ganz normaler Rechercheauftrag.
Also haben wir zum Test mal ChatGPT im Web gefragt. Als Antwort gab es eine Tabelle mit Markennamen und geschätzten Ad-Zahlen: Ice Barrel 186, Plunge 158, Coldture 84. Klingt brauchbar, aber keine echten Creatives, keine Hooks, keine Bilder.
Auch Claude hat uns nur mit Such-Links zur Ad Library abgespeist - wenigstens mit den richtigen Filtern vorausgefüllt, auch für deutsche Begriffe wie "Eisbad".
Hilfreich, aber trotzdem manuell: du landest wieder in der Ad Library und klickst dich durch. Beide Modelle sind nicht dumm. Worauf wir hinaus wollen: Ihnen fehlt der Zugang zu den Daten, die wir eigentlich wollten.


Die Schnittstelle für deinen Agenten, die alles ändert
Dann sind wir auf ScrapeCreators gestoßen.
Es ist im Kern ein Datenanbieter. Damit kannst du auf Posts, Videos, Kommentare, Ad Libraries und Metriken von TikTok, Instagram, YouTube, Facebook, X, Reddit und weiteren über einen MCP zugreifen.
MCP steht für Model Context Protocol. Es ist ein offener Standard, über den AI-Assistenten externe Werkzeuge aufrufen.
Also haben wir den MCP verbunden, Frage gestellt, und plötzlich hatten wir echte Ads mit Hooks, Creative-Typen und Laufzeiten.
Kein Code. Kein Dashboard. Einfach ein “Stecker” und ein Prompt.
Du kannst das auch! Probier es einfach aus in deiner ChatGPT- oder Claude Desktop-App:
Ich gebe dir Zugang zum ScrapeCreators MCP (Doku: docs.scrapecreators.com/integrations/mcp/).
Suche nach aktiven Meta-Ads zum Thema [XYZ].
Zeig mir für jede Ad den Hook im ersten Satz und den Creative-Typ. Fasse die drei stärksten Hooks am Ende zusammen.Du kriegst 100 Gratis-Credits bei ScrapeCreators und kannst es kostenlos ausprobieren. Für alle, die im Marketing unterwegs sind, ist es extrem hilfreich - deshalb teilen wir das hier auch gerne mit dir.

Das API-Ökosystem
ScrapeCreators ist ideal für alles, was mit Social Media und Paid Ads zu tun hat. Wer seine Seite besser ranken will, kann bei DataForSEO auf SERP-Analysen zugreifen: Pay-per-Use statt Monatsabo, allerdings mit einer Mindesteinzahlung von 50 US-Dollar. Für den Vertrieb bietet Apollo Firmendaten zu jedem Lead, Credit-basiert. Oder Deepgram transkribiert Audio für 30 Cent pro Stunde. Die Möglichkeiten sind unbegrenzt.
Das Muster ist immer dasselbe: du brauchst kein teures Abo mit Benutzeroberfläche und Support, wenn du auf die eigentlichen Daten darunter bei Bedarf zu einem Bruchteil der Kosten zugreifen kannst.
Wer erst mal stöbern will, was es alles gibt: das GitHub-Repo public-apis listet hunderte kostenlose Schnittstellen nach Kategorie, von Wetter über Finanzen bis Satellite-Tracking. Und diese GitHub-Suche zeigt viele weitere Sammlungen. Viele APIs haben Gratis-Kontingente, die für den persönlichen Einsatz völlig ausreichen.
OpenRouter für Agents
Wenn du regelmäßig verschiedene Quellen anzapfen willst, gibt es seit Kurzem auch “Tool-Wallets”. Diese ganz jungen Start-ups heißen zum Beispiel Treg oder Monid und funktionieren wie OpenRouter für AI-Modelle: ein Konto, ein Guthaben, viele Anbieter.

Was die Wallets unter der Haube machen, ist weniger glamourös als es klingt: API-Zugang bei Datenlieferanten einkaufen, einheitliches Billing drüberlegen, Credits weiterverkaufen.
Im Prinzip das RapidAPI-Modell, das seit Jahren tausende APIs unter einem Dach bündelt. Hier wurde es einfach neu verpackt mit MCP-Stecker und Agent-freundlichem Katalog.
Wir finden das sehr praktisch, aber mit wachsamem Auge. In einem Praxistest landete eine Empfehlung bei einem Tool, das 26-mal teurer war als eine Alternative im selben Katalog. Über die Hälfte der Monid-Tools kommt von einem einzigen Lieferanten, den du auch direkt anstöpseln kannst.
Von der Abfrage zur App zum SaaS
Mit einer API oder einem MCP ermöglichst du deinem Agenten Zugang zu den Daten. Das ist der erste wichtige Schritt.
Bei uns war nach dem ersten ScrapeCreators-Test klar: solche Daten wollen wir nicht einmal abfragen, sondern laufend bestimmte Themen beobachten. Hooks über Wochen vergleichen, Muster erkennen, Ergebnisse speichern. Der Chat ist dafür nicht ideal.
Also haben wir für uns ein Mini-Tool bauen lassen. Es hat ein Dashboard, Login, Dark-Mode. Und obwohl es nach einem fertigen Produkt aussieht, ist es weit davon entfernt …


Dazu gleich mehr - zuerst aber eine kurze Einordnung, wie wir das Spannungsfeld zwischen API, MCP, Agents, Apps und SaaS sehen.
Stufe 1: Der Chat mit Stecker via API und MCP
Zehn Ads analysieren, Audio transkribieren, Firmendaten abrufen. Ergebnis lesen, weiterarbeiten, fertig. Kein Frontend nötig. Das ist die Stufe, die 90 Prozent der Leute gar nicht kennen, und sie ist sofort für jeden einsetzbar. Für die meisten Einzelaufgaben reicht eine Schnittstelle via API oder MCP - kein Techie-Know-How nötig.
Stufe 2: Die App für dich oder fürs Team
Wenn du Ergebnisse speichern, vergleichen und teilen willst, wird eine vibe-gecodete App mit API-Anbindung spannend. Wir haben vor Kurzem darüber berichtet, wie man sich damit das eine oder andere SaaS-Abo sparen kann.
Die Daten fließen über professionell gewartete APIs, du läßt nur die Oberfläche drumherum bauen. Das Schöne daran: die Datenquelle kümmert sich um Verfügbarkeit, Aktualität, Dokumentation und Support.
Du, respektive dein Agent, kümmert sich um Look und Logik. Solange nur du oder dein Team damit arbeitet, brauchst du dafür kein ausgefeiltes Login-System, kein Release Management, kein Billing. Ein einfacher Zugangsschutz reicht.
Stufe 3: Der SaaS-Eisberg
Ein persönliches Werkzeug zu vibe-coden ist ein Projekt. Ein SaaS-Produkt betreiben ist ein Job. Der Unterschied ist nicht die Funktionalität. Es ist das ganze Drumherum.
Sobald fremde Nutzer, Zahlungen, Rollen oder sensible Daten dazukommen, taucht unter der Oberfläche der Rest des Eisbergs auf: Authentifizierung, Rechtemanagement, Billing, Security, Datenschutz, Release Management, Support, Fehlerpfade, Monitoring, Onboarding. Vielleicht 20 Prozent der Arbeit sind sichtbar. Der Rest nicht.
Der Sprung von der App zum SaaS-Tool ist kein Feature-Sprung. Es ist ein Komplexitätssprung. Was wir bisher gebaut haben, ist vielleicht 20 Prozent der Arbeit.
Hier treffen Vibe Coding und. Production Reality aufeinander: Die sichtbare Oberfläche ist nur die Spitze des Eisbergs. Darunter liegen Rechte, Updates, Backups, Logging, Security und die Frage, wer bei einem Fehler tatsächlich Hand anlegt.
Das heißt nicht: bau nichts. Es heißt: wisse, in welcher Liga du spielst, bevor du loslegst.
Unser Take: Dein nächstes Werkzeug steckt im API-Katalog.
Zeig dem Agenten deines Vertrauens die Kataloge (Treg, Monid, RapidAPI, GitHub, gezielte Anbieter) und frag ihn, welche Datenkombination ein konkretes Problem für dich lösen würde. Oder kopier ihm einfach diesen Beitrag rein 😁.
Social-Ads-Daten plus SERP-Positionen plus Firmendaten ergeben ganz neue Marketing-Perspektiven. Die besten Ideen entstehen tatsächlich aus einer Datenkombination, die bisher noch niemand zusammengebaut hat.
Wie viel Oberfläche du drumherum baust, bestimmt der Job. Nicht andersrum.
🎙️ Die gefährlichste AI-Ausrede: „Es ist ohnehin unvermeidlich“
Wir mögen optimistische Zukunftsbilder. Wirklich. Eine Welt, in der AI Krankheiten heilt, Arbeit erleichtert und Wohlstand schafft, klingt ziemlich gut.
Aber nach dem großen Economist-Interview mit Elon Musk, in dem er eine Zukunft voller Überfluss zeichnet, braucht es einen Gegenpol. Denn wenn wir nur auf die Schokoladenseite schauen, machen wir unseren Job nicht richtig.
Diesen Gegenpol liefert Yuval Noah Harari im neuen Interview mit The Economist.
Er gehört für uns zu den Vordenkern, zu denen wir immer wieder zurückkehren. Wir teilen nicht jede seiner düsteren Prognosen. Aber er stellt die wichtigen Fragen, die zwischen all den glänzenden Demos untergehen.
Eine davon: Wer profitiert davon, wenn wir diese Zukunft schon heute als festgeschrieben behandeln? Seine Antwort ist unbequem: Sobald die AI-Übernahme als unvermeidlich gilt, muss niemand mehr Verantwortung dafür tragen. Die Unternehmen können weiterbauen, die Politik kann weiter warten und aus Entscheidungen wird scheinbar Schicksal …
Unser Take: Eine gute Zukunft hält auch kritische Fragen aus
Wir wünschen uns weniger Krankheit, weniger Mühsal und mehr Wohlstand. Wenn wir aber nur erzählen, was AI alles besser macht, wird Aufklärung zur Werbung für eine Entwicklung, deren Preis noch niemand kennt.
Eine Zukunft, in der AI mächtiger wird als wir, ist möglich. Unvermeidlich ist sie aber nicht. Deshalb müssen Fragen nach Macht, Abhängigkeit und Kontrolle jetzt auf den Tisch, solange noch etwas zu entscheiden ist.
Geschafft! Bis zur nächsten Ausgabe.
Reto & Fabian von den AInauten
🤝 Komm zu uns in die AINAUTEN-Community! 🤝
In der AI Automation Community lernst du, eigene AI-Mitarbeiter und Automationen aufzubauen, die rund um die Uhr Aufgaben übernehmen. Mehr als 50 Use Cases liefern dir konkrete Ansatzpunkte. Dazu kommen Tool-Rabatte im Wert von 2.000+ Euro.
Der eigentliche Hebel ist aber die Community mit über 1.000 anderen AInauten. Dort kannst du konkrete Fragen stellen, deine Ideen mit Menschen aus der Praxis besprechen und von ihren Erfahrungen profitieren, statt dir funktionierende Lösungen allein zusammensuchen zu müssen.
Du bekommst also nicht nur Wissen, sondern ein Umfeld, das dir dabei hilft, aus einer guten Idee tatsächlich eine funktionierende Automation zu machen. Und selbstverständlich stehen wir auch persönlich mit Rat und Tat zur Seite.
Unsere AI EXPLORER und AI POWER USER-Trainings findest du hier.



