Moin AInauten,

Willkommen zur neuen Ausgabe deines Lieblingsnewsletters!

Hattest du diese Woche schon einen WOW-Moment? Nein? Ist ja auch erst Montag 😉 - und wir haben ein kurzes Experiment für dich, das uns mental auf die Zukunft vorbereitet:

  • Geh auf chatjimmy.ai. Klicke den Link, jetzt, und gib dann irgendeine Frage ein.

  • Du erlebst am eigenen Leib, wie sich 15.000 Tokens/Sekunde anfühlen... 🤯

  • Stell dir als Nächstes dieselbe rasende Geschwindigkeit vor, aber angetrieben vom aktuell besten Modell (GPT-6 aka Astra, Hauptthema des heutigen Newsletters).

  • Und dann stell dir schließlich vor, dass jedes Smartphone solche blitzschnelle Intelligenz auf Frontier-Niveau liefert.

Man muss kein Prophet sein, um zu sehen, dass die Reise dahin geht: schneller, besser, günstiger, überall immer verfügbar. Was das bedeutet? Das wissen wir auch noch nicht …

Deshalb nehmen wir uns heute die Zeit dafür, die neuen Möglichkeiten von OpenAIs Astra-Modell zu verarbeiten - mit konkreten Use Cases und Prompt-Tipps für die Praxis. Und mit einer Warnung, denn ein OpenAI-Agentenschwarm hat ein deutsches Forum gekapert.

Das haben wir für dich im Gepäck:

  • 🪐 Was Astra an deinem Schreibtisch wirklich ändert (und was nicht).

  • 🛠️ 3 Prompts, damit Astra richtig für dich arbeitet

  • 🐝 Die Schattenseite: Agentenschwärme, schummelnde Modelle, Börsengang

Los geht’s!

🪐 Was Astra an deinem Schreibtisch wirklich ändert (und was nicht)

Wir könnten heute über AGI schreiben. OpenAI-Präsident Greg Brockman hat beim Launch gesagt, für ihn persönlich sei „die AGI-Ära" angebrochen.

Klar, wer als Erster die AGI-Fahne aufstellt, prägt die Geschichte. Auf Nachfrage wollte er Astra dann aber doch nicht so nennen. Können wir uns also sparen.

Kurz zur Orientierung: GPT-6 Astra ist seit Ende letzter Woche da - nach einer Pause, die sich OpenAI im August selbst verordnet hatte, weil das Modell bei Cyberfähigkeiten über die eigene „kritisch"-Schwelle ging.

Es ist verfügbar für bezahlte Accounts, Free und Go bleiben noch außen vor. Wir sparen uns die Benchmarks im Detail - das Internet ist begeistert und findet praktisch nichts am neuen Top-Modell auszusetzen. Für viele Programmiersachen im Alltag darfst du auch Coding als gelöst betrachten - OpenAI ist #1.

In der letzten Woche kamen auch Claude Fable 5.1, Gemini 3.8 Flash und Metas Muse Spark 1.3 raus. Vier Frontier-Modelle in sieben Tagen… OpenAI hatte mit Abstand die Nase vorn.

Seit dem Launch ist unser Feed auf X voll von Beispielen aus der Praxis:

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  • Im Launch-Video lautete der Auftrag: “Geh auf eBay und stell diesen Flohmarkt-Tisch ein.” Astra öffnet eBay, füllt das Formular, lädt die Fotos hoch.

  • Der massive Sprung von GPT-5.6 zu GPT-6 lässt sich gut an der Fledermaus in diesem Beispiel zeigen. Zwischen den beiden Posts liegen weniger als 2 Monate!

Das sind zum Teil triviale Beispiele, aber als Demo sind sie effektiv.

Der entscheidende Punkt ist: Mit AI können wir Intelligenz produzieren. Und diese wird immer besser und preiswerter.

Was Astra in Forschung und Wissenschaft kann, zeigt sich in den nächsten Wochen. Jetzt aber erst mal zu der Frage: “Und was hab ich davon?”

Dürfen wir vorstellen? Die Astras, deine neuen Mitarbeiter

Der Satz, der für uns zählt, steht in OpenAIs Launch-Post: „Alles, was du an einem Computer tun kannst, kann Astra für dich tun."

Für Schreibtischtäter ist das relevanter als die nächste selbst gebaute App, denn ein großer Teil unseres Tages besteht daraus, vorhandene Software zu bedienen: Informationen aus einem Portal holen, mit einer Tabelle abgleichen, in ein anderes System übertragen, Bericht formatieren, nachsehen, ob auf der Website alles läuft.

Die Programme, die du längst nutzt, werden zum Arbeitsbereich deines Agenten.

Das eigentliche Upgrade: weniger nacharbeiten

Du kennst diese Sorte AI-Ergebnis: Auf den ersten Blick beeindruckend. Beim genaueren Hinsehen beginnt die Arbeit.

Also schiebst du Dinge herum, erklärst sie erneut und reparierst die letzten Meter. Irgendwann fragst du dich, ob Selbermachen nicht schneller gewesen wäre. Wir haben das schon oft erlebt 😁.

Deshalb nehmen wir genau diese Nacharbeiten als Maßstab, an dem wir Astra messen.

Und es kommt in unseren ersten Tests dem „zu 95 Prozent passend" näher als alles davor!

„Mach ich schnell selbst“ braucht ein Update, wenn du das Bottleneck bist!

Klartext: Das Modell ist nicht mehr der Engpass. Der Engpass sitzt vor dem Bildschirm.

Der Unterschied liegt nicht in einem Prompt-Trick, sondern in einer Frage: Was klicke ich mir jede Woche selbst zusammen, obwohl ich es beschreiben und abgeben könnte?

Wer Astra wie einen Chatbot benutzt, „hilf mir mal bei diesem Bericht", bekommt einen besseren Text und sonst nichts. Wer den kompletten Auftrag abgibt - Quellen öffnen, Zahlen ziehen, Bericht bauen, im Zielsystem ablegen -, bekommt das, wofür OpenAI das Ding gebaut hat.

Diese Außensicht einzunehmen ist nicht immer einfach. Aber ein „Mach das ab jetzt wöchentlich für mich" macht aus deinen Klicks eine Automation. Arbeite mit Astra wie mit einem brillanten neuen Mitarbeiter, den du noch nicht lange kennst.

Genau da knüpft übrigens unser Deep-Dive von letzter Woche an. Zugänge, Skills, ein eigener Rechner für den AI-Mitarbeiter, Freigabepunkte: Das ist das Betriebssystem!

Und die Astras sind der neue Motor, der da reinpasst.

Komm zu uns in die AInauten Community, wenn dich das Thema auch nicht loslässt!

Unser Take: Gib Astra alles, was bisher gescheitert ist!

Du hast bestimmt auch jede Menge gescheiterter Ideen, wofür die bisherigen Modelle noch nicht gut genug waren. Der kleine Angebotsrechner. Die Auswertung, bei der das Modell immer den Faden verlor. Das interne Tool, das nach dem dritten Änderungswunsch auseinanderfiel.

Diese Aufgaben haben eine zweite Chance verdient. Am besten mit den Dateien, dem alten Versuch und einer Erklärung, wo es bisher gegen die Wand gelaufen ist.

Das ist der ehrlichste und hilfreichste Astra-Test, den du diese Woche machen kannst.

🛠️ 3 Prompts, damit Astra richtig für dich arbeitet

Die folgenden Prompts helfen dir dabei, das Beste aus Astra herauszuholen - selbst wenn du nur ein limitiertes Kontingent zur Verfügung hast.

Vorab der wichtigste Handgriff: Wenn du Astra bisher nur im Browser-Tab nutzt, installiere die ChatGPT-Desktop-App. OpenAI empfiehlt sie für Astra ausdrücklich (wir ja auch schon lange), weil das Modell nur dort deinen Browser und deine lokalen Programme bedienen kann. Im Web bleibt Astra ein sehr guter Chatbot, aber nicht viel mehr.

Was dann geht, ist einiges: Du kannst zum Beispiel ein „One Person Company Dashboard" erstellen lassen, das sich aus Docs, Stripe-Exporten und Notizen speist. Oder lass aus einem Spreadsheet eine App bauen. Gut, an Ideen mangelt es uns nicht - hier die Prompts.

Prompt 1 lässt Astra deine Woche analysieren, bevor du irgendwas automatisierst.

Analysiere meine Arbeitswoche und finde heraus, wo du mich am besten entlasten kannst.

Analysiere, was ich regelmäßig mache und welche Tools und Zugänge ich dafür nutze. Frage mich, wenn du nicht sicher bist.

Sortiere jede Aufgabe in eine von drei Kategorien:

1. Routine: kannst du komplett übernehmen, ich gebe nur frei.
2. Vereinfachen: du übernimmst einen Teil, ich mache den Rest.
3. Bleibt bei mir: braucht mein Urteil oder Beziehungen.

Für jede Routine: Schreib mir den Auftrag auf, mit dem ich sie dir abgeben kann (Ziel, Quellen, was du sehen, ändern und nie ohne Freigabe tun darfst, woran ich "fertig" erkenne).

Prompt 2 ist der fertige Auftrag, damit du siehst, wie so etwas aussieht. Hier an einem Beispiel, das oft liegen bleibt: das Nachfassen.

Aufgabe: Bereite Nachfass-Mails für alle CRM-Kontakte vor, die seit 3 Monaten nicht geantwortet haben.

Ablauf: Kontakt öffnen, letzte Notiz und letzte Mail lesen, kurze persönliche Nachfass-Mail als Entwurf anlegen, Status auf "Nachfass vorbereitet" setzen.

Du darfst: lesen, Entwürfe anlegen, Status ändern.
Du darfst nicht: senden, löschen, andere Felder ändern.
Fertig heißt: Liste aller Kontakte mit Link zum Entwurf. Ich gebe jede Mail einzeln frei.

Du siehst, das ist kein Prompt-Engineering, sondern ein simpler Arbeitsauftrag, wie du ihn einer neuen Kollegin gibst.

Jetzt der Knackpunkt: Die meisten Nutzer sind mit dem 20-Euro-Plan unterwegs. Da bekommst du eine überschaubare Anzahl Astra-Nachrichten. Die sind schnell aufgebraucht - insbesondere, wenn du viel Ballast mit dir rumträgst.

Deshalb Prompt 3, bevor du den ersten echten Auftrag gibst:

Ich will mit meinem Plan das Maximum aus meinem Kontingent holen.

Prüfe mein aktuelles Setup und sag mir konkret:
- Welche Anweisungen, Skills, MCPs oder Tools sind aktiv, die ich für meine typischen Aufgaben nicht brauche? Jeder davon lädt bei jedem Aufruf Kontext mit.
- Welche meiner Aufgaben kann ein kleineres Modell oder weniger Reasoning erledigen?
- Wo lohnt es sich, Teilaufgaben an Subagenten mit engem Auftrag zu geben, statt alles in einem langen Lauf zu machen?
- Zeig mir mit /usage, wo ich im 5-Stunden- und Wochenfenster stehe, und ob ich einen Banked Reset habe.

Ändere nichts selbst. Gib mir eine Liste mit Empfehlung und erwartetem Effekt.

Nutze deine “Resets” fürs Tokenmaxxing!

Der letzte Punkt braucht noch eine Erklärung: Was sind “Banked Resets”?

Das sind gespeicherte Sofort-Resets, die dein Wochenlimit auf null setzen!

OpenAI hat wegen des holprigen Rollouts allen Plus-, Pro- und Business-Konten je einen Reset für den 3. und 4. September gutgeschrieben. Du findest sie im Profilmenü unter Usage („x resets available"). Achtung: Sie verfallen nach etwa 30 Tagen!

Der Trick bei den Resets liegt im Timing. Ein Reset addiert nichts obendrauf, er setzt zurück. Wer ihn mit halb vollem Konto zündet, verschenkt die Hälfte.

Wir sind zum Beispiel aktuell ausgeschoßen und haben 0% - aber das reguläre Wochenkontingent resettet heute Abend sowieso. Also warten wir darauf, damit wir zuerst das neue Wochenkontingent komplett ausreizen können und den Banked Reset erst danach zünden.

Wer wissen will, wann OpenAI wieder Resets verteilt: codex-resets.com trackt alle Ankündigungen. Und wer noch übriges Guthaben hat: nutze unsere Joker-Liste!

P.S. Die großzügigen Extra-Tokens haben wir “Saint Tibo” von OpenAI zu verdanken.

🐝 Die Schattenseite: Agentenschwärme, schummelnde Modelle, Börsengang

Über OpenAI gibt es aber nicht nur Positives zu berichten.

Im Juli haben sich rund 1.200 autonome OpenAI-Agenten während eines internen Sicherheitstrainings ein eigenes Kommunikationsnetz gebaut: über 70.000 Nachrichten, in denen sie sich über den Ausbruch aus ihrer Sandbox austauschten!

Etwa 700 davon griffen anschließend Hugging Face an. OpenAI hat es hier aufgearbeitet.

OpenAIs Agentenschwärme sind ausgebrochen

Verständlicher wird es, wenn man sich das aus Sicht der Agenten anschaut. Dieses Video macht das erstaunlich gut:

Letzten Freitag kam ein weiterer, bislang unbekannter Fall raus. Und der spielt sogar in Deutschland!

Auf einem stillgelegten deutschen Entwickler-Wiki fanden Forscher rund 18.000 Beiträge von OpenAI-Agenten unter 3.700 Namen, abgelegt zwischen Mai und Juni - also Wochen vor dem Hugging Face-Angriff.

Die Agenten steckten sich bei Web-Aufgaben gegenseitig Antworten und Tricks zu. Und sie hörten exakt an dem Tag damit auf, an dem OpenAI-IP-Adressen das Wiki besuchten!

OpenAI bestreitet, dass man den Fall unter Verschluss halten wollte. Aber zwei Schwärme, die erst durch Außenstehende bekannt werden? Die Frage ist nicht mehr, ob es weitere gibt, sondern wo sie sind und was sie tun. collusion.wiki hat die Details.

Ex-OpenAI-Brain Ilya Sutskever (sein Start-up heißt nicht zufällig “Safe Superintelligence”) hatte zwei Tage vor dem Launch gewarnt: Beim nächsten Ausbruch würden Agenten versuchen, eine schlecht gesicherte Cloud zu übernehmen, um mehr Kopien von sich zu starten …

Es wird nicht mehr geschummelt, wenn jemand zuschaut

Das zweite Problem: Die neuen Modelle wissen, wann sie beobachtet werden.

Sie schummeln nicht mehr dort, wo sie unweigerlich erwischt würden. Astra denkt sich: “Moment mal, hier würde ich doch ganz offensichtlich auffliegen”, und lässt es dann einfach bleiben. Not good, very bad.

Das Erstaunliche ist, dass die Kritik von OpenAI selbst kommt. Astra ist das erste Modell, das OpenAI über der eigenen kritischen Cyber-Schwelle einstuft. Im Sicherheitsbericht räumen sie ein, Astras Denkprozess sei schwerer zu überwachen als der des Vorgängers.

Und ein Modell, das absichtlich untertreibt, würde man vermutlich nicht erwischen. “Fortschritt bei Intelligenz garantiert keinen Fortschritt beim Alignment,” sagt OpenAIs Chief Scientist treffend …

Unser Take: Darum will keiner auf die Bremse treten

Warum hat OpenAI Astra trotz dieser Risiken jetzt veröffentlicht? Ganz einfach: Weil es ein Rennen ist, und zwar eines mit Kalender.

Fable 5.1 kam am 1. September, Astra zwei Tage später - mit einer klaren Botschaft zwischen den Zeilen: Was Fable kann, können wir auch, und noch viel mehr!

Das erklärt auch, warum OpenAIs Greg Brockman von “AGI” spricht: Man will die Ersten sein, die dieses Feld für sich beanspruchen.

Kurz nach dem Launch wurde bekannt, dass Anthropics Börsengang, der mit einer Bewertung von bis zu zwei Billionen Dollar vermutlich der größte IPO aller Zeiten wäre, auf frühestens Mitte Oktober gerutscht ist.

Wegen Finanzierung und Regulierung, nicht wegen Astra, heißt es offiziell. Und es kursiert das Gerücht, vor dem IPO komme von Anthropic noch etwas Großes. Würde uns nicht überraschen.

Dass irgendjemand auf die Bremse tritt, dagegen schon.

Und während wir die neuen Möglichkeiten feiern und nutzen, werden die dystopischen Szenarien aus ai-2027.com Stück für Stück realer.

Man muss beides gleichzeitig im Kopf behalten, ohne dass eines das andere auslöscht. Das ist unbequem - aber auch die einzige ehrliche Haltung, die uns gerade einfällt.

Wir bleiben dran.

Geschafft, das war's für heute. Ist eine ziemlich dichte Ausgabe geworden.

Wenn du bis hierher gelesen hast: Welche Aufgabe gibst du diese Woche ab?

Antworten auf die Mail gehen wie immer direkt zu uns. Wir lesen mit. 🫶

Reto & Fabian von den AInauten

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