
Moin AInauten,
Willkommen zur neuen Ausgabe deines Lieblingsnewsletters!
„Ich will hier raus!“ AI verlässt das Chatfenster und zieht auf deinem Desktop ein. Dort wird mit Dateien gearbeitet, Apps bedient und echte Arbeit verrichtet.
OpenAI bündelt Chat, Work und Codex in einer App. xAI macht Voice-Agents zum Baukasten. Wir haben Nauti kurzerhand unser Newsletter-Archiv, eine Stimme und eine Telefonnummer gegeben. Und immer mehr SaaS-Anbieter öffnen ihre Produkte für Agenten - endlich!
Für dich zählt am Ende nur eine Frage: Welche Arbeit ist dadurch wirklich erledigt?
Das haben wir heute für dich im Gepäck:
🧭 Chat, Work oder Codex? So nutzt du die neue ChatGPT-App im Alltag
🔥 AInauten-Praxis: Wir haben Nauti unser Newsletter-Archiv, eine Stimme und Telefonnummer gegeben
🧰 Agentic SaaS: Gute Software hat zwei Nutzer, dich und deinen Agenten
Los geht’s!
P.S. Heute haben wir mal ein paar Infografiken mit Nauti zur Illustration erstellt. Lass uns gerne ein Feedback da, ob es dir gefällt.
🧭 Chat, Work oder Codex? So nutzt du die neue ChatGPT-App im Alltag
Wenn du die Codex-App aktualisierst und danach plötzlich ChatGPT vor dir hast: kein Fehler. OpenAI hat die bisherige App in die neue ChatGPT-Desktop-App verwandelt.
Vor einem Monat haben wir geschrieben, dass OpenAIs Superapp dein Betriebssystem werden will. Jetzt ist aus der Ankündigung ein Produkt geworden.

Es gibt neu drei Modi:
Chat, wenn du denken, fragen oder etwas einordnen willst.
Work, wenn aus Dateien, Websites und verbundenen Apps ein fertiges Arbeitsmaterial entstehen soll.
Codex, wenn lokal etwas gebaut, geändert, getestet oder technisch geprüft werden muss.
Parallel dazu dreht sich gerade viel um die neuen Modelle. OpenAI schickt GPT-5.6 als Sol, Terra und Luna ins Rennen. Laut Benchmarks sind sie richtig stark. Dazu kommen Fable 5 und Grok 4.5.
Für den Arbeitsalltag finden wir aber eine andere OpenAI-Neuerung spannender: Chat, ChatGPT Work und Codex sitzen jetzt neu in einer App. Dazu kommen ein eingebauter Browser, Computer Use, Plugins, Scheduled Tasks und ein neuer Voice-Modus.
Was du damit konkret anfangen kannst, schauen wir uns jetzt an.

Delegieren fühlt sich endlich weniger nach Kontrollverlust an
Der größte Fortschritt steckt für uns in der Bedienung der neuen App.
ChatGPT Work zeigt seinen Fortschritt, stellt Rückfragen und lässt dich die Richtung ändern oder wichtige Aktionen freigeben, während die Aufgabe läuft.
In der ChatGPT-App auf iPhone und iPad lassen sich Codex-Aufgaben jetzt leichter erstellen, suchen, öffnen, forken und verwalten. Die App zeigt klarere Aufgabentitel und einen Needs input-Status, wenn deine Entscheidung fehlt.
Eine Side-Chat-Funktion (/side) hilft, eine Frage zu klären, ohne die laufende Aufgabe mit einem neuen Nebenauftrag zu verwirren. … und mit /pet kriegst du einen kleinen Helfer zur Seite gestellt.

Jobs, die ChatGPT Work jetzt wirklich abnehmen kann
OpenAI zeigt viele beeindruckende Unternehmensbeispiele in der Video-Flut auf YouTube - über zwei Dutzend Videos in 3 Tagen!
Aus unserer Sicht ist der größte Vorteil, dass ChatGPT mit der neuen App auf deinem Rechner Vollgas geben kann. Wir haben ja schon lange eine Lobeshymne auf Codex angestimmt - und mit dem Rebranding zu ChatGPT Work und den neuen Features gibt es nun keine Ausrede mehr, warum du das nicht installieren solltest 😁.
Auf dem Desktop kann Work lokale Dateien und Apps nutzen. Der eingebaute Browser holt aktuelle Informationen aus dem Web - oder du lässt deinen eigenen Browser damit bedienen. Computer Use kann klicken, tippen und Dateien verschieben.
Plugins verbinden unter anderem Google Drive, Gmail, Outlook, Slack, Teams, SharePoint, Kalender, CRM- und Projektmanagement-Systeme - die Auswahl der vorinstallierten Plugins ist groß, und dank MCP kannst du noch mehr anbinden.
Der Agent bekommt damit viel Zugriff auf dein persönliches Umfeld. Starte aber klein, er muss sich dein Vertrauen erst erarbeiten.

“Scheduled Tasks” mausern sich vom Reminder zum Mitarbeiter
Für uns liegt in den geplanten Aufgaben der größte Hebel. Darüber triggerst du deine Agenten - ja genau, das sind deine AI Mitarbeiter!
Die neue Scheduled-Seite im Web und in der mobilen App zeigt alle aktiven Aufgaben, den nächsten Lauf und frühere Ergebnisse. Die Verwaltung dieser wiederkehrenden Aufgaben in der App wurde um einiges verbessert.
Scheduled Tasks eignen sich für regelmäßige Briefings, Erinnerungen, Monitoring und Workflows mit verbundenen Apps. ChatGPT schlägt dir dafür sogar passende Automatisierungen vor.
Noch einen Schritt weiter geht die lokale ChatGPT-App auf deinem Rechner: Dort können Scheduled Tasks konkrete Workflows ausführen.

GPT-Live: Voice kann jetzt zuhören, während es spricht
Das neue Sprachmodell GPT-Live ist richtig stark - es ist vielleicht sogar das größte Highlight des aktuellen Releases. Es kann zuhören, antworten, sich unterbrechen lassen, kurz bestätigen oder still bleiben, wenn du nachdenkst.
Bei schwierigeren Fragen delegiert es Recherche und Reasoning im Hintergrund an ein stärkeres Modell. Das Gespräch kann in dieser Zeit weiterlaufen. Einschränkung: GPT-Live funktioniert noch nicht direkt in Work oder Codex - aber auf dem Handy oder in der Web-Version auf dem Desktop.
Teste die neuen Features
Die Evolution der AI vom Web auf den Desktop ist in vollem Gang. Versuche aber nicht, sofort deinen kompletten Arbeitsalltag umzubauen.
Aktualisiere die bisherige Codex-App oder installiere die neue ChatGPT-Desktop-App.
Dann nimm einen Job, den du automatisieren willst. Etwas, das du gut kennst und wo ein sichtbares Ergebnis produziert wird. Zum Beispiel:
Prüfe jeden Freitag diesen Ordner.
Fasse neue Kundenrückmeldungen in fünf Punkten zusammen.
Nenne zu jeder Aussage die Quelldatei.
Verändere keine Dateien. Stoppe, wenn Informationen fehlen.Wenn das funktioniert, hast du einen echten Workflow gewonnen. Wenn es scheitert, weißt du, ob Kontext, Rechte oder Prüfkriterien fehlen.
Unser Take: Die neue Superapp muss sich an erledigter Arbeit messen lassen
Die neuen Modelle sind beeindruckend. Im Alltag bringt dir die zusätzliche Intelligenz aber erst etwas, wenn du sie zuverlässig an deine Dateien, Apps und Routinen bekommst.
Und da hat OpenAI wieder mal einen neuen Standard gesetzt. Wenn du ChatGPT Work und Codex an echte Arbeitsabläufe anbinden willst, komm in die AI Automation Community.
Dort bauen wir gemeinsam AI-Mitarbeiter (Training ist inklusive), die mit deinen Dateien und Tools arbeiten, klare Grenzen kennen und am Ende ein prüfbares Ergebnis abliefern.
🔥 AInauten-Praxis: Wir haben Nauti unser Newsletter-Archiv, eine Stimme und Telefonnummer gegeben
Hast du schon einmal einen Beitrag von uns gesucht? Dann kennst du das Problem wahrscheinlich…
Unsere bisher ehrlichste Antwort war leider: Nutze die Suche unseres Newsletter-Anbieters. Das war ungefähr so befriedigend wie „schau mal im Keller, irgendwo müsste es liegen“.
Genau dieser Schmerz tauchte auch bei den AI Automation Experts immer wieder auf: Da gab es doch mal etwas zu diesem Thema. Aber wo?
Die neue AInauten-Suche
Deshalb haben wir (ähm, Codex) eine neue Suche gebaut: search.ainauten.com.
Sie hat Zugang zu allen veröffentlichten AInauten-Ausgaben, Quick News und Deep-Dives. Aber nicht nur das: auch Nautis KI News und unsere Knowledge Base sind indexiert.

Du kannst nach Zeitraum und Inhaltstyp filtern, bekommst relevante Treffer statt nur stumpfer Stichwortsuche und siehst direkt, aus welchem Kontext ein Ergebnis kommt.
Damit wird aus einem Archiv eine Arbeitsfläche.
Wenn du dich erinnerst, dass wir „irgendwann mal etwas zu MCP und Gmail“ hatten, musst du dich nicht mehr durch alte Ausgaben durchklicken, sondern einfach die Suche kurz ankicken.
Für Power-User gibt es auch noch RSS und MCP. Damit kann das Archiv gezielt von deinem Agenten abgefragt werden.
Nauti meets xAI: Voice Chat als Interface
Und weil xAI in 2026 nicht mehr subtil sein will, haben wir dem Ganzen zum Testen auch noch eine Stimme mitgegeben.
Wir haben in wenigen Minuten einen Voice Agent gebaut und auf unsere Seite gepackt. Der Agent hat sogar eine kostenlose Telefonnummer mit dazu gekriegt. Zwar noch eine amerikanische - aber immerhin.
Der Auslöser war der neue xAI Voice Agent Builder. xAI hat ihn vor ein paar Tagen als Beta vorgestellt. Du kannst damit ohne Code einen Voice Agent auf Grok Voice konfigurieren, wie gesagt inklusive Telefonnummer, Knowledge Retrieval, Tools, Guardrails, MCPs und Call-Review.
Kurz ein paar Fragen beantworten, und aus dem Chatbot im Browser wurde ein sprechender Agent mit Webzugang, eigenem Wissen und Tool-Anbindung.
Agent beschreiben. Stimme auswählen. Wissen hinterlegen. Testen. Dann einfach noch auf die Seite einbinden lassen, ein paar Prompts zum Testen und Feinschleifen - und fertig.
Ein Chatbot mit Webzugang ist nett. Ein Voice Agent mit Zugriff auf das eigene, sauber indexierte Wissen ist etwas anderes. Und eigentlich finden wir das ganz cool.
Unser Take: Gute Voice Agents brauchen zuerst gutes eigenes Wissen.
Für einen brauchbaren Wissensagenten brauchst du vier Dinge: verlässliche Inhalte, eine saubere Suchfunktion, einen Zugang für andere Tools und klare Grenzen für Kosten und Aktionen. Die Stimme kommt erst danach.
Natürlich ist das noch kein fertiger Support-Mitarbeiter. Voice Agents werden schnell teuer, wenn man sie gedankenlos laufen lässt.
xAI nennt aktuell 0,05 Dollar pro Audiominute (3 Dollar/Stunde) und zusätzlich 0,01 Dollar pro Telefonminute auf der kostenlos bereitgestellten Nummer. Das klingt nach wenig, bis ein paar neugierige Leser, Testanrufe und Fehlanfragen zusammenkommen 😉.
Deshalb haben wir bewusst ein begrenztes Budget hinterlegt. Wenn Credits leer sind, verschwindet der Agent automatisch von der Webseite.

xAI macht den Bau eines Voice Agents zugänglich. Das ist schön. Der größere Hebel sitzt aber bei den Daten, die du dem Agenten gibst. Sobald du diese Inhalte indexierst, filterbar machst und per MCP zugänglich hältst, wird aus der Demo ein nützlicher Einstiegspunkt.
Für uns bei den AInauten ist die Suche deshalb nicht nur ein neues Tool im Footer. Es ist die Grundlage für alles, was danach kommt: bessere Archivsuche, bessere Antworten, bessere interne Agenten und eben auch Voice.
Teste die Suche unter search.ainauten.com. Wenn etwas fehlt, komisch gewichtet ist oder du einen besseren Use Case siehst: immer her mit dem Feedback! Wir bauen das Ding nicht als hübsche Suchbox, sondern als Gedächtnis, das unsere Leser und Tools benutzen können.
🧰 Agentic SaaS: Gute Software hat jetzt zwei Nutzer, dich und deinen Agenten
In deinem Browser lebt bestimmt ein Tab, der seit Wochen nicht geschlossen wurde: CRM, Kalender, Buchhaltung, Projektmanagement, ... Für einen simplen Vorgang klickst du dich durch drei Tools und überträgst Informationen von Hand.
Genau diese Klickarbeit übernehmen zunehmend Agenten. Dafür müssen sie das Tool allerdings auch bedienen können.
Agentic SaaS bedeutet nicht, dass klassische Software verschwindet. Die Tools bleiben wichtig, weil dort Daten, Rechte und Historie liegen. Neu ist: Die Software wird für zwei Nutzer gebaut, nämlich für dich und für deinen Agenten.
Das ist der Kern von Agentic SaaS.

Die Oberfläche ist nicht mehr der einzige Zugang
Das Interface ist nur noch ein möglicher Weg, um mit einem Tool zu arbeiten. Viel wichtiger ist die Schnittstelle für deinen Agenten.
Wie das aussieht, haben wir letzte Woche mit dem MCP von Onepage gezeigt. Unser Auftrag war sinngemäß:
“Erstelle eine Landingpage in unserem Markenstil, übernimm die vorhandenen Inhalte und lege das Ergebnis direkt in Onepage an.”
Claude kannte unseren Markenkontext, baute die Seite und übergab sie an Onepage. Wir mussten das Ergebnis nur noch prüfen und freigeben.

SaaS-Anbieter haben dafür zwei Wege:
Sie bauen einen eigenen Agenten direkt in ihr Produkt.
Sie öffnen ihre Software über API, MCP oder andere Schnittstellen für externe Agenten.
Die wachsenden Ökosysteme aus ChatGPT/Codex-Plugins und Claude-Connectors machen diese Entwicklung bereits sichtbar. Der Agent erhält Zugriff auf die Werkzeuge, Daten und Aktionen, die er braucht.
So delegierst du einen Teil des Prozesses aus deinem Arbeitsalltag, zuerst mit Freigaben und später vielleicht ganz autonom.
Das Dashboard bleibt erhalten, wird aber eher zum Kontrollraum.
Merke: Wer sein SaaS weder agentisch macht noch für externe Agenten öffnet, baut ein Silo. Und Silos werden lästig, sobald der Rest des Arbeitsalltags per Auftrag funktioniert.
Neue Tools übernehmen den ganzen Job
Parallel entstehen Produkte, bei denen der Agent selbst die Hauptarbeit übernimmt. Sie automatisieren keinen einzelnen Klick, sondern einen klar begrenzten Job, bzw. Prozess.
Ein Telefonassistent beantwortet beispielsweise Anfragen, bucht Termine und übergibt Sonderfälle an einen Menschen. Ein anderer Agent qualifiziert eingehende Leads, dokumentiert sie im CRM und bereitet die nächsten Schritte vor.
Neben der Agentisierung der bestehenden SaaS-Lösungen entstehen auch neue Produkte, bei denen der Agent selbst die Hauptarbeit übernimmt.
Wenn du selbst so ein Produkt bauen willst, starte nicht sofort mit einer Plattform. Beobachte zuerst zehn echte Fälle in der Praxis. Führe den Ablauf anfangs als Service aus - und automatisiere danach genau die Schritte, die sich zuverlässig wiederholen.
Das passt auch zu unserem Beitrag über das schrumpfende Zeitfenster für klassische Beratung. Wer Ergebnisse statt Stunden verkauft, kann einen solchen Prozess zuerst als Service übernehmen und die wiederkehrenden Teile später produktisieren.
Und wer noch nach dem richtigen Einstieg sucht, findet hier unsere Anleitung für echte Jobs für Agenten.

Unser Take: Gute Software lässt Agenten arbeiten
Die wichtigste Frage bei Agentic SaaS lautet nicht: Wie viele AI-Funktionen hat das Tool?
Sie lautet: Welche Arbeit wird damit erledigt – und kann ich das Ergebnis kontrollieren?
SaaS-Anbieter müssen ihre Produkte deshalb für Agenten zugänglich machen oder eigene Agenten anbieten. Builder können einen Schritt weitergehen und Produkte entwickeln, die einen kompletten, klar begrenzten Job übernehmen.
Wenn du solche Workflows selbst entwickeln oder als Angebot für Kunden aufbauen willst: in der AI Automation Experts Community zerlegen wir reale Prozesse und bauen daraus funktionierende Automationen.
Geschafft! Bis zur nächsten Ausgabe.
Reto & Fabian von den AInauten
Die AInauten Journey: So können wir dir helfen!
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