Moin AInauten,

Willkommen zur neuen Ausgabe deines Lieblingsnewsletters.

Diese Woche ist viel passiert. OpenAI hat ein wenig Ärger durch den Pentagon-Deal (und ist wieder zurückgerudert), Google hat unser Lieblings-Bildmodell upgegradet und wir haben ein Gadget gefunden, das dich vor heimlichen AI-Aufnahmen schützen soll.

Das haben wir heute für dich im Gepäck:

  • 🔍 So sicherst du deine Erinnerungen für einen schnellen AI-Tool-Wechsel

  • 🎙️ Wer hört mit? Schutz vor heimlichen AI-Aufnahmen

  • 🎨 Google liefert weiter: Nano Banana 2 + NotebookLM-Update

Los geht's!

🔍 So sicherst du deine Erinnerungen für einen schnellen AI-Tool-Wechsel

Über das Drama zwischen Anthropic, OpenAI und dem Pentagon haben wir ja am Montag schon ausführlich geschrieben. Hier eine kurze Zusammenfassung für alle, die es nicht mitbekommen haben.

Die Pentagon-Saga

Das US-Verteidigungsministerium wollte einen neuen Deal mit einem AI-Anbieter. Anthropic (die Macher von Claude) haben abgelehnt, weil sie zwei rote Linien hatten: Keine Massenüberwachung von US-Bürgern. Keine autonomen Waffen.

Stunden später hat OpenAI genau das unterschrieben. Angeblich mit denselben Einschränkungen, die Anthropic gefordert hatte.

OpenAI hat daraufhin einiges an Gegenwind bekommen und sehr viele Nutzer haben gekündigt. Sam ist am Rudern, um das Schlamassel aufzuräumen - der Vertrag wird nun gerade nachgebessert.

Claude ist nach der Aktion auf Platz 1 im App Store geschossen und viele ChatGPT-Nutzer haben gewechselt.

Das politische Theater lassen wir außen vor - uns interessiert ein viel praktischeres Thema, das wir alle vielleicht einmal brauchen können.

Warum uns das interessiert

Anthropic hat, schnell wie sie sind, ein neues Feature gelauncht, welches den Wechsel von ChatGPT und Co. noch einfacher macht.

Denn wer lange mit einem AI-Tool arbeitet, baut sich sehr viele Daten, Erinnerungen, Projekte, spezialisierte Chatbots (Custom GPTs, Gems, …) und Co. auf.

Wenn man ein neueres, besseres Tool nutzen will, erschwert das den Wechsel, denn: Dein ganzer Kontext geht verloren.

Deshalb predigen wir auch schon eine Weile das “Files Over Tools”-Konzept - hier unser Deep-Dive dazu.

Dadurch bleibst du flexibel. Jedes AI-Tool kann mit deinen Daten arbeiten und schnell den richtigen Kontext aufbauen.

So nimmst du deine Erinnerungen mit

Falls du also auch einmal wechseln willst, kann es Sinn machen, den Kontext lokal aufzubauen und aus deinen aktuellen AI-Tools abzuziehen.

ChatGPT kennt dich nach Monaten und weiß wie du schreibst, was du machst, was du magst. Bei einem neuen Tool fängst du bei Null an.

Anthropic hat genau dafür jetzt ein Feature gelauncht: Memory Import

(Unter uns: eigentlich sollte jeder Chatbot schon lange dieses Feature haben.)

Die Idee: Du exportierst deine Memories aus ChatGPT (oder anderen Tools) und importierst sie in Claude. Copy-Paste.

Auch wenn Anthropic das vorgestellt hat, ist die Idee nicht exklusiv für Claude nutzbar. Du kannst das Vorgehen auch für andere Tools nutzen.

So geht's - Schritt für Schritt

1. Memories aus ChatGPT exportieren:

Kopiere diesen Prompt in ChatGPT und lass ihn laufen:

Exportiere alle gespeicherten Erinnerungen und jeden Kontext, den du aus vergangenen Gesprächen über mich gelernt hast. Bewahre meine Worte wörtlich, wo immer möglich, besonders bei Anweisungen und Präferenzen.

Kategorien (in dieser Reihenfolge ausgeben):

Anweisungen: Regeln, die ich dir explizit für zukünftige Gespräche gegeben habe – Ton, Format, Stil, "mach immer X", "mach nie Y", und Korrekturen deines Verhaltens. Nur Regeln aus gespeicherten Erinnerungen, nicht aus einzelnen Gesprächen.
Identität: Name, Alter, Wohnort, Ausbildung, Familie, Beziehungen, Sprachen und persönliche Interessen.
Karriere: Aktuelle und frühere Rollen, Unternehmen und allgemeine Kompetenzbereiche.

Projekte: Projekte, die ich aktiv aufgebaut oder verfolgt habe. Idealerweise EIN Eintrag pro Projekt. Beschreibe, was es tut, den aktuellen Status und wichtige Entscheidungen. Projektname oder kurze Beschreibung als erste Worte des Eintrags.
Präferenzen: Meinungen, Geschmack und Arbeitsstil-Präferenzen, die allgemein gelten.

Format:
Verwende Überschriften für jede Kategorie. Innerhalb jeder Kategorie ein Eintrag pro Zeile, sortiert nach ältestem Datum zuerst. Formatiere jede Zeile als:
[YYYY-MM-DD] - Inhalt des Eintrags hier.
Wenn kein Datum bekannt ist, verwende [unbekannt].

Ausgabe:
Packe den gesamten Export in einen einzigen Code-Block zum einfachen Kopieren. Gib danach an, ob dies der vollständige Satz ist oder ob noch weitere vorhanden sind.

Der vollständige Prompt sortiert alles in Kategorien: Instructions, Identity, Career, Projects, Preferences. Mit Datum und allem drum und dran.

2. In anderem Tool importieren:

Bei Claude geht es eben ganz simpel. Geh auf claude.com/import-memory, füge den exportierten Text ein.

Wichtig: Es dauert ca. 24 Stunden, bis Claude die Memories vollständig verarbeitet hat. Und es ist noch experimentell, sprich: nicht alles wird immer perfekt übernommen.

Du kannst das Ergebnis mit den Exports deiner ganzen Chats aber auch lokal bei dir als Textfile ablegen. Dann kannst du es schnell anderen AI-Tools zur Verfügung stellen.

Unser Take: Mache in jedem Fall ein Backup deiner Daten

Unabhängig davon, ob du wechseln willst oder nicht: Exportiere deine Memories und deine Chatdaten. Jetzt. Aus jedem Tool, das du nutzt.

Klicke auf die Links, um die Datenexporte zu machen: ChatGPT, Claude, Gemini

Wir predigen es schon eine Weile: Files over Tools!

Dein Wissen, dein Kontext, deine Daten gehören dir. Nicht OpenAI. Nicht Anthropic. Nicht Google.

Speichere den Export als Textdatei ab. Dann bist du frei, egal was passiert.

🎙️ Wer hört eigentlich mit?

Kurzer Themenwechsel. Wir sind super bullish auf alles rund um Voice und AI. Meetings transkribieren, Voice Memos verarbeiten, Sprache als Interface.

Aber es gibt eine Schattenseite, über die zu wenig gesprochen wird.

Das Problem: Jeder kann jetzt aufnehmen

Mit Tools wie tl;dv, Jamie, Otter, Fireflies und Co. ist es trivial geworden, jedes Meeting aufzunehmen und zu transkribieren. Teilweise ohne, dass es die anderen Teilnehmer mitbekommen.

Und es geht weiter: Devices wie die Meta AI-Glasses, Plaud AI oder ähnliche AI-Recorder laufen den ganzen Tag mit. Am Körper getragen, nehmen sie jedes Gespräch auf. Auch persönliche Meetings. Auch private Gespräche.

Das ist technisch beeindruckend. Wir nutzen es selbst auch. Aber es ist trotzdem ein bisschen gruselig. Nun gibt es erste Kontrahenten.

Deveillance Spectre I: Der Gegenspieler

Wir sind auf ein spannendes Gadget gestoßen: den Spectre I von Deveillance

Das Ding erzeugt einen 2-Meter-Schutzschild um dich herum. Es sind Signale, die für dich unhörbar sind, aber von Mikrofonen erkannt werden. Deine Gespräche werden quasi "überlagert" – und ein Mikrofon nimmt nur Rauschen auf.

Zusätzlich kann es nahegelegene Mikrofone erkennen und loggen. Alles lokal, nichts geht in die Cloud.

Das ist auch praktisch für alle, die die Alexas, iPhone-Mikros etc. für private Gespräche eliminieren wollen.

Das Teil soll im zweiten Halbjahr 2026 verfügbar sein, zu einem sehr stolzen Preis ...

Unser Take: Jeder soll selbst entscheiden können

Wir lieben Voice AI. Wir transkribieren selbst alles, was nicht bei drei auf dem Baum ist.

Aber wir finden es wichtig, dass es auch “opt-out” Möglichkeiten gibt. Nicht jeder will aufgenommen werden. Nicht jedes Gespräch sollte in einer AI-Datenbank landen.

Ob man so ein Device wirklich braucht? Kommt auf den Kontext an. Für vertrauliche Business-Meetings, sensible Gespräche oder einfach das Gefühl von Privatsphäre ist es in jedem Fall eine Option.

Ob es den doch stolzen Preis wert ist und wie gut es funktioniert, bleibt abzuwarten. Bestimmt wird es bald auch preiswertere Alternativen geben.

🎨 Google liefert (mal wieder) leise, aber heftig

Während die anderen AI-Labs die Schlagzeilen dominieren, ist Google weiter dabei, einfach zu shippen. Daher hier ein kleines Update für alle Google-Fans.

Letzte Woche haben wir ausführlich über Google Gemini 3.1 Pro und die Labs-Tools geschrieben. Diese Woche geht's weiter.

Nano Banana 2: Unser Lieblings-Bildmodell wird schneller

Wer uns schon länger liest, der weiß: Wir sind große Fans von Googles Nano Banana-Bildmodell.

Nano Banana Pro war, bzw. ist, für uns das beste Bildmodell überhaupt. Aber es hatte zwei Probleme: Langsam und teuer.

Und es war auf Services wie Replicate ständig überlastet mit Fehlermeldungen.

Jetzt kommt das neue Nano Banana 2 und löst beide Aspekte - und löst sogar noch viel wichtigere Herausforderungen 😉 (siehe unser Profilbild-Prompt vom Montag).

Was sich geändert hat:

  • Pro-Level Qualität bei Flash-Geschwindigkeit. Es bietet die Bildqualität von Nano Banana Pro, aber generiert deutlich schneller.

  • Text in Bildern funktioniert jetzt richtig gut. Wer schon mal versucht hat, lesbaren Text in AI-Bilder zu bekommen, weiß, wie schwer das sein kann.

  • Bis zu 4K Auflösung. Von 512px bis 4K, verschiedene Seitenverhältnisse.

  • 5 Charaktere gleichzeitig konsistent halten, plus bis zu 14 Objekte in einem Workflow.

  • SynthID Wasserzeichen ist integriert. Jedes Bild ist als AI-generiert markiert.

Nano Banana 2 rollt gerade in Gemini, Google Search und den Ads-Tools aus. Und natürlich ist es auch über Replicate und ähnliche Services nutzbar.

NotebookLM: Jetzt mit eigenen Infografik-Styles

Zu guter Letzt noch ein Google-Update, das unter dem Radar fliegt: NotebookLM hat Custom Infographic Styles bekommen.

Du kannst jetzt aus 10 visuellen Presets wählen: Von Sketch über Professional bis Anime und 3D-Clay. Oder du definierst deinen eigenen Style.

Warum das spannend ist: Gerade für Brands ist das echt ein hilfreiches Update. Du lädst deine Research-Quellen hoch, NotebookLM erstellt eine Infografik und die sieht aus wie deine Marke.

Nicht wie generischer AI-Content.

Orientierung, Detail-Level, Format – alles ist anpassbar. Landscape für Präsentationen, Square für Social Media.

Unser Take: Go, Google, go!

Google macht das, was Google am besten kann: Leise und konsequent die eigenen Tools besser machen.

Nano Banana 2 ist für uns das spannendste Update der letzten Tage. Endlich kannst du schnell, hochwertige, günstige Bilder ohne Error-Meldungen generieren.

Und NotebookLM selbst wird mit jedem Update ein Stück unverzichtbarer. Wer es noch nicht nutzt: schau es dir an, ernsthaft!

Wieder eine vollgepackte Ausgabe. Danke fürs Lesen!

Bis am Weekend,

Reto & Fabian von den AInauten

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