Moin AInauten,

Willkommen zur neuen Ausgabe deines Lieblingsnewsletters.

Die AI-Welt streitet gerade darüber, ob chinesische AI-Labs mit über 24.000 Bot-Accounts westliche Modelle "destilliert" haben. Sprich: von ihnen geklaut.

Anthropic gibt sich ganz empört. Gleichzeitig muss man fairerweise sagen: Die großen Labs haben das gesamte Internet zum Training genutzt. Ob man hier jetzt jammern sollte, dass unser Intellectual Property verletzt wurde?

Anyway, wir konzentrieren uns heute lieber auf Dinge, die du ausprobieren kannst.

Das haben wir für dich im Gepäck:

  • 🔍 Google wieder on Top: Gemini 3.1 Pro + 3 Labs-Perlen

  • 🤖 Pika AI Selves: Dein digitales Ich, mit dem du Social Media füllen kannst

  • 🧠 Praxis-Tipp: Doppelt so gute AI-Ergebnisse

Los geht's!

🔍 Google mischt wieder ganz oben mit

In den letzten Wochen gab es viel Aufregung rund um neue Modelle. Viele aus China (Kimi, Minimax, GLM, Qwen, ...), OpenAI mit GPT-5.2/5.3-Codex, Anthropic mit Claude Opus 4.6 und Sonnet 4.6...

Und jetzt blüht auch Google wieder auf: Das neue Google Gemini 3.1 Pro springt ganz vorne aufs Podest in den Benchmarks.

Wir nehmen das Ganze zum Anlass, um unser monatliches Update zu den Neuerungen der kostenlosen Google Labs Tools anzuschauen (Details weiter unten).

Gemini 3.1 Pro: Google toppt die Benchmarks

Zuerst kurz zum Modell. Letzte Woche hat Google Gemini 3.1 Pro released.

Und die Benchmarks sind beeindruckend: 13 von 16 Tests gewonnen.

Darunter Abstract Reasoning, Agenten-Tasks und Graduate-Level Science.

Die krasseste Zahl: Beim ARC-AGI-2-Benchmark (der misst, wie gut ein Modell wirklich "denken" kann) ist Google von 31% auf 77% gesprungen. Das ist der größte Reasoning-Sprung, den ein Frontier-Modell in einer Generation je hingelegt hat.

Fairerweise muss man sagen: In unabhängigen Blindtests liegen Gemini 3.1 Pro und Claude Opus 4.6 fast gleichauf.

Die offiziellen Benchmarks erzählen nicht immer die ganze Geschichte. Aber Google ist definitiv wieder ganz vorne mit dabei. Leute beschweren sich aktuell zwar noch über die Geschwindigkeit, aber das wird sich bestimmt bald einpendeln.

Anekdote zum Thema Benchmarks: Unser OpenClaw lief kürzlich nicht über Opus oder Codex, sondern aus Versehen über Minimax M2.5. (Fallback falsch gesetzt, long story).

Laut Benchmarks sollte Minimax locker mit den Big Boys mithalten können, bei kleinstem Preis. Aber weit gefehlt… Es fielen Worte, die nicht newslettertauglich sind - bis wir gemerkt haben, was die Ursache für das dumme Verhalten war…

Und für alle, die überlegen, ihren OpenClaw Bot mit der Google-Subscription zu verbinden: Vorsicht! Google bannt anscheinend Accounts, die das tun…

3 Google Labs Perlen, die du kennen solltest

Wenn du uns schon länger liest, weißt du: Wir sind große Fans von Google Labs!

Das sind experimentelle AI-Tools, die Google kostenlos anbietet. Und Google shipped fleißig – deshalb wollen wir dir heute drei vorstellen, die wir cool finden.

Wichtig: Für die meisten Google Labs Tools brauchst du ein VPN mit amerikanischer IP-Adresse, weil sie noch nicht in Europa verfügbar sind. Alle sind kostenlos. Wir empfehlen wie immer das VPN von Proton – super Company, super Produkt.

1. Pomelli: Product Photoshoots in Sekunden

Pomelli haben wir schon einmal vorgestellt. Das Tool erstellt On-Brand Marketing-Creatives basierend auf deiner URL.

Neu: Das Photoshoot-Feature. Du lädst ein einzelnes Produktfoto hoch und Pomelli generiert daraus professionelle Product Shots, verschiedene Settings, verschiedene Styles. Oder du beschreibst einfach, was du willst.

Für alle E-Commerce AInauten: Das spart nicht nur Geld, sondern auch Tage an Shooting-Planung.

2. Little Language Lessons: Der Duolingo-Killer von Google

Google hat still und leise eine kostenlose Sprach-Lern-App gelauncht. Little Language Lessons generiert auf Knopfdruck Konversationspartner, Slang-Guides und visuelle Vokabel-Decks. In 40+ Sprachen. Hilft bei der Aussprache. Komplett kostenlos, kein Abo.

Klar, unsere AirPods übersetzen in Zukunft alles simultan. Aber trotzdem finden wir es super, kostenlos Sprachen zu lernen.

3. SynthID: Wurde das mit AI erstellt?

Das dritte im Bunde ist weniger ein Praxis-Tool, aber hilft dir bei einem wichtigen Thema.

Mit SynthID kannst du herausfinden, ob ein Bild, Audio oder Video mit Google AI erstellt wurde.

Früher war das ein separates Labs-Experiment. Jetzt ist es direkt in Gemini integriert.

Du lädst einfach ein Bild in die Gemini App hoch und fragst: "Wurde das mit AI erstellt?" Gemini checkt nach unsichtbaren SynthID-Wasserzeichen und gibt dir eine Einschätzung.

Gerade weil AI-generierte Bilder und Videos immer besser werden, wird so ein Tool immer wichtiger. Über 20 Milliarden Inhalte wurden bereits generiert und mit SynthID markiert.

Funktioniert auch mit Videos und Audio. Und das Schöne: Du brauchst kein VPN dafür, das geht direkt in der Gemini App.

Unser Take: Google liefert konsistent

Während alle über OpenAI und Anthropic reden, liefert Google leise und konsequent ab.

Gemini 3.1 Pro ist ein echtes Powerhouse. Und die Labs-Tools zeigen, was passiert, wenn die größte Suchmaschine der Welt AI-Experimente macht.

Unser Tipp: Schau dir zumindest Pomelli und SynthID an. Das eine spart dir Geld, das andere kann dich vor Fakes schützen.

🤖 Pika AI Selves: Dein digitales Ich

Es ist verrückt ... Wir haben jetzt schon Unmengen AI-Content, der Social Media flutet, OpenClaw-Bots, die E-Mail Postfächer löschen und Manus Agents, die unsere Werbeanzeigen optimieren.

Und jetzt kommt Pika mit etwas, das noch einen Schritt weitergeht.

Was sind AI Selves?

Pika, bekannt als AI Video Generator, hat diese Woche AI Selves vorgestellt. Die Idee: Du erschaffst eine digitale Version von dir selbst. Mit deiner Stimme, deinem Stil, deinen Eigenheiten. Und dann lässt du sie los.

So funktioniert's

Du lädst ein Selfie hoch, klonst deine Stimme und beantwortest ein paar Fragen zu deiner Persönlichkeit. Pika baut daraus dein AI Self – eine Art digitaler Zwilling, der über die Zeit dazulernt.

Das Ding kann:

  • Texten, Sprechen, Bilder und Videos erstellen – alles in deinem Stil

  • Auf Plattformen aktiv sein – Slack, Telegram, WhatsApp, Discord, Signal, iMessage

  • Persistent Memory – es erinnert sich an alles und wird mit der Zeit besser

  • Content erstellen – Posts, Videos, Antworten, etc.

Pika CEO Demi Guo sagt dazu sinngemäß: “Die Zukunft von AI sind nicht Agents. Es ist Identität.”

Dein AI Self lässt dich an mehr Orten gleichzeitig sein, Sprachen sprechen, die du nicht kannst, Content erstellen während du schläfst.

Es ist gleichzeitig faszinierend und gruselig

Beim Launch haben die Pika-Mitarbeiter ihre eigenen AI Selves auf X losgelassen. Die haben dann autonom über den Launch getweetet. Ja, das ist so weird wie es klingt.

Und es wirft Fragen auf: Wenn dein digitaler Zwilling in deinem Namen kommuniziert, deinen Humor hat, deine Meinung vertritt... wo hörst du auf und wo fängt die AI an?

Aktuell sind die AI Selves animiert vom Stil. Aber wir wissen alle, dass das auch mit echt aussehenden Menschen funktioniert…

Unser Take: Spannend, aber braucht die Welt das wirklich?

Wir sind ehrlich: Wir finden es irgendwie spannend. Aber fragen uns auch, ob es wirklich noch mehr Bots auf Social Media & Co. braucht (nöööö …).

Vielleicht hat das sogar den Nebeneffekt, dass Menschen weniger Zeit auf Social Media verbringen, weil nervig. Sicher ist aber: Die Grenze zwischen "echtem" und "AI-generiertem" Content verschwimmt zunehmend mehr.

Umso wichtiger werden Tools wie SynthID (siehe oben) und vor allem ein gutes Gespür dafür, mit wem oder was man gerade kommuniziert.

Pika AI Selves sind aktuell in der Beta und kostenlos. Wer es ausprobieren will:

🧠 Praxis-Tipp: Doppelt so gute AI-Ergebnisse

Zum Abschluss noch etwas praktisches, das du heute noch umsetzen kannst.

Wir predigen es immer wieder: Nicht beim ersten Ergebnis stehen bleiben. Iterieren, nachfragen, verfeinern.

Jetzt hat Anthropic selbst die Daten dazu geliefert. Und die sind ziemlich eindeutig!

Der AI-Fluency-Index

Anthropic hat letzte Woche den neuesten AI-Fluency-Index veröffentlicht. Dafür haben sie fast 10.000 Conversations auf Claude analysiert und geschaut: Was machen die Leute, die wirklich gute Ergebnisse bekommen, anders?

Die Antwort ist überraschend simpel.

Iterieren = doppelt so viel Wert

Die wichtigste Erkenntnis: Menschen, die die erste Antwort als Startpunkt und nicht als Endresultat behandeln, erhalten doppelt so gute Ergebnisse.

Was du sofort umsetzen kannst

1. Sag der AI, wie sie mit dir interagieren soll.

Nur 30% der Nutzer tun das. Probier mal:

"Sag mir, wenn dir Kontext fehlt" oder "Hinterfrage meine Annahmen, wenn sie falsch sind.", "Bist du dir irgendwo nicht sicher? Sag es mir."

2. Der "One More Question" Prompt.

Wenn du denkst, du bist fertig, frag noch einmal:

"Was ist die smarteste Ergänzung, die du an dieser noch Stelle machen könntest?"

Probier das mal mit den verschiedenen Modellen aus und lass dich überraschen.

3. Mehrere Modelle nutzen.

Wir haben vor zwei Wochen ausführlich über die Nutzung von mehreren Modellen gleichzeitig geschrieben. Das passt perfekt zum Thema! Die erste Antwort ist nie die beste. Und verschiedene Modelle sehen verschiedene Dinge.

Unser Take: Dranbleiben zahlt sich aus!

Die besten AI-Nutzer schreiben nicht die krassesten Prompts.

Sie hören einfach nicht bei der erstbesten Antwort auf.

Das ist keine Raketenwissenschaft.

Und Anthropics Daten zeigen klar und deutlich: Es macht einen messbaren, doppelten Unterschied - ohne dass es dich extra kostet. Keine neuen Tools, kein Abo, kein Setup.

Einfach eine Frage mehr stellen. Und dann noch eine.

Übrigens: In unserem AI POWER USER-Kurs haben wir ein AI-Fluency-Framework, das an das von Anthropic angelehnt ist. Mit konkreten Übungen und Workflows. Wenn du das Thema vertiefen willst, schau mal rein.

Wieder eine vollgepackte Ausgabe. Aber diese Woche ist einfach zu viel passiert, um weniger zu schreiben.

Danke, dass du bis hierher gelesen hast. Und denk dran: Eine Frage mehr stellen. Immer.

Reto & Fabian von den AInauten

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