Moin AInauten,

Willkommen zur neuen Ausgabe deines Lieblingsnewsletters.

Anthropic will an die Börse. Laut Prospekt hat die Firma im ersten Halbjahr 16,3 Milliarden Dollar Umsatz gemacht. Ein Jahr vorher waren es im selben Zeitraum gut 1,1 Milliarden.

Das nennen wir einmal skalieren! Laut Prospekt (der natürlich Lust machen soll auf die Aktie) ist die Arbeit von Wissensarbeitern weltweit mehr als 40 Billionen Dollar wert.

Zu viele Nullen für uns, aber genau diese Leute will Anthropic mit AI deutlich produktiver machen.

Wir haben die Woche wieder fleißig ausprobiert, um Anthropic und den anderen AI Labs dabei zu helfen, dich produktiver zu machen. 😉

Hier wie immer die Themen im Detail:

  • 🤝 So stellst du dir dein AI-Mitarbeiter-Team ein

  • 🧭 Was wird knapp? Der Job-Check

  • 🧪 NEU: Vibe Check. GPT-6.1 Terra und Kimi K3.1 Pro im Test

Los geht's!

🤝 So stellst du dir dein AI-Mitarbeiter-Team ein

Letzte Woche haben wir am Ende geschrieben: Wer sehen will, wo es hingeht in Sachen AI-Zusammenarbeit, soll einmal Grok Bot ausprobieren.

Darauf kamen einige Fragen. Daher steigen wir heute direkt ein und zeigen dir, warum Grok Bot so magisch ist und wie schnell du hier AI-Mitarbeiter einstellen und aufbauen kannst.

Wir schreiben kurz, was wir gebaut haben - und zeigen dir dann, wie du starten kannst.

Die Idee: nicht ein Bot für alles. Sondern ein kleines Team mit Rollen. So, wie wir auch echte Leute einstellen würden.

Unser Haupt-Bot ist so eine Art Chief of Staff. Über den haben wir die Idee einmal eingekippt.

Und der meinte gleich zu Beginn selbst, er würde das „fast genau so angehen wie bei echten Einstellungen“.

Jeder Bot mit eigenem Chat, eigener Rolle, eigenem Gedächtnis.

Das Einstellungsgespräch

Als Test wollten wir einen Growth Manager für die AInauten, der sich um viele Dinge kümmert, für die wir keine Zeit haben.

Bevor der Chief of Staff diesen angelegt hat, kamen erst mal fünf Fragen zurück:

  • Rechte: Darf er selbst an den Ads drehen oder nur Entwürfe machen? Und wer ist der menschliche Owner? (Dabei hat er nebenbei einen Widerspruch zwischen zwei unserer eigenen Regel-Dateien gefunden. Danke.)

  • Budget und Ziele: Wie viel darf er ausgeben, welche Zahlen zählen?

  • Zugänge: beehiiv, Meta, Google Ads, Drive?

  • Welches Angebot gilt? Auf unserer Live-Seite stand noch eine Variante, die in unserem Offer-Dokument fehlt. Ups.

  • Attribution: Wie messen wir, was aus dem Newsletter kommt?

Es läuft also exakt so, wie wir es auch in unseren AI-Mitarbeiter-Bootcamps mit einem Mitarbeiter machen und wie es auch mit echten Mitarbeitern laufen würde.

Kontext aufbauen, Mission geben, Zugänge geben, Aufgaben abgeben.

Und dann reden die miteinander 🤯

Danach hat der Chief of Staff noch einen Content-Bot eingestellt.

Der hat unseren Stil-Guide gelesen, unsere bisherigen Posts auf LinkedIn und X ausgewertet und einen Redaktionsplan bis Black Friday geschickt. Die ersten Post-Entwürfe lagen direkt in unserem Publishing-Tool.

Das Coole an Grok Bot: Alle Bots können untereinander reden, du kannst mit ihnen einzeln sprechen und alle stimmen sich ab.

Das ist absolut genial, wie smooth das läuft!

Der Growth Manager bereitet vor, nichts geht vor dem Launch live. Der Content-Bot passt auf, dass kein Post das Angebot zu früh verrät usw.

In kürzester Zeit lagen Post-Entwürfe, Vorschläge für unsere Meta Ads und Entwürfe für die Launch-Seiten da. Alles als Entwurf, nichts live.

Ganz ehrlich, das Ganze stand in einer Stunde. Klar, wir haben hier einen riesigen Vorteil, weil wir ein großes Second Brain für die AInauten haben.

Wir können einfach unserem Claude sagen: „Stell ein Paket mit allem Wissen zusammen“, und haben das direkt auf GitHub hochgeladen, worauf dann Grok Bot Zugang bekommen hat.

Schon alles magisch. Und recht einfach.

So stellst du dein erstes Team ein

Grok Bot gibt es als App für Mac, Windows, iPhone und Android, ab 30 Dollar im Monat. Jeder Bot bekommt einen Job, arbeitet auf einem Cloud-Rechner rund um die Uhr und meldet sich in deinen Tools an.

Wenn genug Interesse besteht, können wir auch noch einmal eine umfassende Anleitung samt Video als Deep-Dive erstellen.

Wenn du einfach mal loslegen willst, hier ist ein Prompt, den du ausprobieren kannst:

Du bist mein Chief of Staff. Bevor wir irgendeinen Bot anlegen, führ mit mir ein kurzes Einstellungsgespräch.

Frag mich nacheinander, höchstens fünf Fragen: Was mache ich beruflich, und was soll in den nächsten vier Wochen fertig werden? Welche Tools nutze ich jeden Tag? Welche Aufgabe frisst jede Woche die meiste Zeit? Was darf ein Bot nie tun? Wann und wie will ich von euch hören?

Schlag mir danach zwei Bots vor. Für jeden: Name, Job in einem Satz, nur die Tools, die er wirklich braucht, eine feste Routine mit Uhrzeit und eine Zeile „Niemals: …“.

Bevor du etwas anlegst, klär mit mir für jeden Bot: Wer ist der menschliche Owner? Was ist das Ziel, und woran messen wir es? Welche Zugänge bekommt er? Darf er nur Entwürfe machen oder selbst handeln?

Zeig mir, was jeder Bot bei seinem ersten Lauf tun würde. Leg erst nach meinem Okay den ersten an. In den ersten zwei Wochen machen alle Bots nur Entwürfe.

Drei Dinge, die wir dabei gelernt haben:

  • Klein anfangen. Ein Bot. Aufteilen erst, wenn es unübersichtlich wird.

  • Probezeit. Die ersten Wochen nur Entwürfe, alles mit Freigabe.

  • Achtung, geteilter Rechner. Alle deine Bots teilen sich einen Cloud-Rechner, inklusive aller Logins. Getrennt wird nur über Rollen und Freigaben. Also gilt auch hier, was wir am Montag geschrieben haben: nur so viel Zugriff wie nötig!

Unser Take: (Fast) alle brauchen AI-Mitarbeiter-Teams

Wir glauben fest daran, dass wir alle in Zukunft unsere eigenen Teams per AI einstellen werden. Grok Bot setzt das aktuell unserer Meinung nach am besten um.

Wir alle werden bald Führungskräfte unserer Agents sein. Wir müssen also noch besser lernen zu führen, zu delegieren und unsere Helfer accountable zu halten.

Die Arbeit machen Bots. Die Entscheidungen und das Setup liegen bei uns.

Was uns direkt zur nächsten Frage bringt…

🧭 Was wird knapp? Der Job-Check

Seit Juli liegt bei uns ein FAZ-Artikel rum: „Welche Jobs haben Zukunft?“.

Als wir diese Woche durch unseren Themen-Backlog gegangen sind, haben wir uns gedacht, dass er nach Grok Bot ganz gut reinpasst.

Lass uns daher mal wieder über Zukunft, Jobs & die AI sprechen.

Das Sandwich

Die Informatiker Arvind Narayanan und Sayash Kapoor beschreiben Wissensarbeit wie ein Sandwich:

  • Entscheiden: Was machen wir, für wen, mit welchem Ziel?

  • Ausführen: Recherchieren, schreiben, rechnen, bauen.

  • Abliefern: Prüfen, verantworten, beim Kunden geradestehen.

AI frisst die Mitte.

Genau das haben wir bei unseren Bots gesehen. Ausführen? Machen die. Entscheiden und Abnehmen? Machen die schon auch, aber das sollte bei uns bleiben.

Gerade das Abnehmen wird immer schwerer, weil wir vieles gar nicht mehr sehen, was die Bots machen, wenn man ihnen eine zu lange Leine lässt.

Dazu bald mehr.

Was wird knapp?

Der Ökonom Alex Imas stellt deshalb eine andere Frage als „Welcher Job fällt weg?“. Nämlich: Was wird knapp, wenn Ausführen fast nichts mehr kostet?

Urteil. Verantwortung. Vertrauen. Und, wie wir schon oft geschrieben haben, Geschmack / Taste.

Aktuell passiert in Sachen Jobs & AI sehr viel. Wir hören von extrem vielen Entlassungen usw. Einige davon auch durch AI.

Dabei gibt es auch gute Nachrichten, die man leicht übersieht:

  • Mehr Arbeit statt weniger. AI-Pionier Geoffrey Hinton hat vor ein paar Jahren das Ende der Radiologen vorhergesagt. Heute arbeiten so viele wie nie. Wenn etwas billiger wird, wollen alle mehr davon. Auch wenn wir unsere eigenen MRT-Bilder schon zu den AIs gejagt haben und die wirklich extrem gut diagnostiziert haben.

  • Menschliches wird wertvoller. Wird die Wirtschaft produktiver, steigen auch die Löhne für Arbeit, die AI nicht kann. Friseur, Pflege, alles direkt am Menschen.

  • Solopreneure boomen. Laut Stripe-Daten hat sich die Zahl der Solo-Gründer mit über einer Million Dollar Umsatz 2025 verdoppelt. Ab fünf Millionen sogar verdreifacht.

Der letzte Punkt ist für uns der spannendste. Denn genau so sieht es aus, wenn eine Person mit einem AI-Team arbeitet.

Wir alle, die sich jetzt mit dem Thema beschäftigen, haben einen Vorsprung. Einfach Kopf runter und Gas geben, dann kann echt was Großartiges bei rauskommen.

Wir sehen es selbst schon bei unseren jetzigen Firmen. Was wir alles zu zweit stemmen, wäre vor 2 Jahren absolut unmöglich gewesen!

Mach den Check

Wir haben dir einen Prompt gebaut, der dir ehrlich sagt, wo du stehst. Funktioniert in ChatGPT, Claude oder Gemini:

Ich will ehrlich wissen, welche Teile meiner Arbeit AI schon heute übernehmen kann und was dadurch wertvoller wird.

Interview mich zuerst mit höchstens fünf Fragen zu meiner typischen Arbeitswoche, eine Frage nach der anderen.

Dann sortier meine Aufgaben in drei Schichten: Entscheiden (was ich festlege, priorisiere, verantworte), Ausführen (was ich recherchiere, schreibe, rechne, aufbereite) und Abliefern (was ich prüfe, präsentiere, verhandle, mit Menschen kläre).

Für jede Aufgabe: Wie viel davon kann AI heute realistisch übernehmen (nichts, einen Teil, das meiste)? Mit welchem Werkzeug? Was bleibt für mich?

Zum Schluss: 
1. Die drei Aufgaben, die ich ab nächster Woche abgeben sollte. 
2. Die zwei Fähigkeiten, die bei mir durch AI knapper und wertvoller werden. 
3. Eine unbequeme Wahrheit über meine Rolle, die ich wahrscheinlich nicht hören will.

Sei ehrlich, nicht nett. Keine Prognosen mit Jahreszahlen.

Unser Take: Die AI übernimmt mehr von der Umsetzung

Nicht der Job verschwindet. Die Mitte verschwindet.

Wer nur ausführt, wird billig. Wer entscheiden, briefen und abnehmen kann, wird gebraucht. Egal ob er Menschen führt oder Bots.

Und ganz ehrlich: Wir merken an uns selbst, wie ungewohnt das ist. Den ganzen Tag Entscheidungen treffen ist anstrengender als den ganzen Tag Dinge abarbeiten.

Aber es ist der Teil, der bleibt.

🧪 Vibe Check: Was können die neuen Sprachmodelle?

Kommen wir zum Abschluss zu etwas Neuem.

Gefühlt kommt jede Woche ein neues Modell. Und jedes Mal erreicht uns die Frage: Muss ich das jetzt ausprobieren?

Diese Woche wurden wieder zwei neue Modelle vorgestellt.

Deshalb ab heute ein festes Format, der Vibe Check. Wir testen neue Modelle mit einem festen Test-Set und sagen dir kurz: Was kann es? Wann nutzt du es? Und brauchst du es überhaupt?

Getestet wird mit denselben fünf Alltagsaufgaben wie in unserem großen Modellvergleich vor zwei Wochen:

  • Spesen

  • Vertrag

  • Shop-Zahlen

  • Fangfragen

  • LinkedIn-Post

Bewertet wird blind von fremden Modellen. So kannst du die Zahlen über Wochen vergleichen.

👍 GPT-6.1 Terra (OpenAI)

In einem Satz: OpenAIs neues Arbeitspferd für Agenten, gebaut zum Klicken in Programmen und Websites. Und ziemlich günstig.

Unser Test: Genauso präzise wie die großen Flaggschiffe. Den Rechenfehler im Vertrag, an dem Opus letztes Mal zweimal gescheitert ist, hat Terra in allen drei Läufen gefunden.

Alle fünf Aufgaben einmal kosten mit Terra 5 Cent und dauern unter zwei Minuten. Mit Opus 5.5 sind es 45 Cent und gut drei Minuten.

Beim Schreiben ist Terra solide, aber nüchtern. Opus und Astra klingen menschlicher.

  • Nimm es für alles, was oft und automatisch läuft. Auswertungen, Prüfungen, Zusammenfassungen, Agenten-Routinen.

  • Lass es bei Texten, die nach dir klingen sollen.

  • Das Klicken: OpenAIs Modelle sind aktuell die absolut stärksten, wenn es um Computer Use geht.

👎 Kimi K3.1 Pro (Moonshot)

Am Montag hat sich Kimi in unserer Kaffeepause noch beschwert, dass ihn keiner findet. Jetzt haben wir ihn gefunden. Und getestet.

In einem Satz: Das neue Top-Modell aus China ist halb so teuer wie Opus. Die Gewichte sollen am 4. November öffentlich gemacht werden (damit kann es auch bei anderen Anbietern installiert werden).

Vorab: Um Kimi gab es ordentlich Hype. Es gibt Vorwürfe, Moonshot habe Influencer ohne Werbekennzeichnung dafür bezahlt. Bestätigt ist das nicht. Finden wir jetzt auch nicht super dramatisch. Außer dass sie uns leider nicht bezahlt haben - aber das hätte auch nichts geändert am Urteil. 😉

Unser Test: Kann viel. Fast alles richtig, einmal den Rechenfehler übersehen. Aber langsam. Alle fünf Aufgaben dauern über zwölf Minuten, sechsmal so lang wie bei Terra. Zwei Läufe hingen eine halbe Stunde ohne Antwort.

Beim Schreiben landet Kimi hinter Terra. Solide, aber nichts, wofür du wechseln würdest.

  • Der Haken: Kimi läuft aktuell nur bei Moonshot selbst. Deine Daten landen also bei einem chinesischen Anbieter, der natürlich aus der chinesischen Brille antwortet.

  • Wiedervorlage: Wenn die Gewichte offen sind und europäische Anbieter Kimi hosten, schauen wir nochmal drauf.

Bis dahin: Solides Modell, aber spar's dir.

Geschafft! Wie immer vielen Dank fürs Lesen.

Wie findest du den Vibe Check? Noch ausführlicher, nicht relevant? Antworte einfach auf diese Mail, wir lesen alles.

Reto & Fabian von den AInauten

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