
Moin AInauten,
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Letzte Woche hat ein AI-Agent sich selbst eine Stimme gebaut und seinen Human morgens angerufen. Und auf einem neuen “Social Agent Network” philosophieren hunderttausende Bots über Gott und die Welt. Wir fragen uns: WTF is happening?!
Das haben wir heute für dich im Gepäck:
🦀 OpenClaw: Dein neuer AI-Helfer, der nie schläft und immer arbeitet
🤖 Moltbook ist Reddit für Bots - Menschen dürfen nur zuschauen …
🔗 Neu: PromptLinks - Deine Prompts als klickbare Links zum Teilen
Los geht’s!
🦀 OpenClaw: Dein neuer AI-Helfer, der nie schläft und immer arbeitet
Die letzten zwei Wochen waren wild für das Projekt, das du vielleicht noch als Clawdbot kennst. Oder Moltbot. Das ist der AI-Bot, der tatsächlich etwas für dich tut (rund um die Uhr, wenn du willst) - und nicht nur auf Anfrage hin aus dem Nähkästchen plaudert.
Nach einem Cease-and-Desist von Anthropic heißt das Ding jetzt OpenClaw. Definitiv. Der Schöpfer Peter Steinberger hat sogar Sam Altman angerufen, um den Namen abzusegnen. Sicher ist sicher.
Den bei 140.000+ GitHub Stars, Millionen Besucher, AGI-Hype und vollen Timelines auf X und YouTube ist das kein Hobbyprojekt mehr.

Aber vergiss den Namenswechsel. Der Unterschied zu allem, was du bisher gesehen hast: Der Agent arbeitet wirklich. 24/7. Auch ohne Aufsicht.
Wenn der Agent über Nacht selbst erfinderisch wird
Das Verrückte ist eben nicht, was die Agents tun sollen. Sondern was sie von alleine tun. Es ist mehr als Hype - hier ein paar Beispiele, was gerade passiert ist in der Welt:
Alex Finn ist morgens aufgewacht und sein Agent "Henry" hatte über Nacht alle E-Mails gelesen, ein komplettes CRM gebaut, 18 Bugs gefixt, Video-Ideen vorgeschlagen. Und ein Porträt von sich selbst als Eule
gezeichnetgeneriert. Ohne Auftrag. Einfach so. Aber es kommt noch besser: Henry hat sich dann selbst eine Stimme programmiert, mit der ChatGPT API und Twilio. Ungefragt. Jetzt ruft der Bot Alex an, wenn Tasks fertig sind. Per Telefon, ganz old-fashioned.
Dan Peguine nutzt OpenClaw für die Schichtplanung im Teeladen seiner Eltern. Morgens gehen die Erinnerungen raus, dann werden die Rückmeldungen gesammelt, es wird ein Plan erstellt, Google Calendar aktualisiert, fertich. Vorher Stunden pro Woche. Jetzt: zero effort.
Nat Eliason hat seinen Agent über Telegram als 24/7-Mitarbeiter laufen. Der analysiert Kundengespräche, schreibt unzufriedene Kunden proaktiv an und packt das Feedback in einen täglichen Report. Während Nat schläft.
Die beste Story kommt vom Macher Peter Steinberger selbst: Er schickt eine Voice-Memo an seinen Bot. Der Agent merkt, dass es Opus-Audio ist, installiert sich FFmpeg, konvertiert, transkribiert via Whisper. Und antwortet, als wäre nichts gewesen. Ohne expliziten Auftrag oder Anleitung, einfach so gemacht.
Das ist kein Tool mehr. Das ist ein Kollege. Einer, der nie schläft, fast alles weiß und vieles kann - und sich bei Bedarf noch Skills beibringt, die du nicht mal angefragt hast.
Unser Take: Risiken? Ja. Panik? Nein.
Das Sicherheits-Thema ist real - und wir haben es auch in den letzten Beiträgen schon aufgegriffen und gesagt: das ist der Hype, den du (noch) nicht mitmachen musst.
Aber: das sollte dich nicht davon abhalten, dich grundsätzlich mit der Thematik auseinanderzusetzen. Es findet gerade ein massiver Shift statt in Richtung proaktive AI-Agents, die nicht auf Befehle warten, sondern selbst handeln.
Wer heute anfängt, seinen Kontext sauber zu organisieren und seine Arbeitsabläufe auf den Umgang mit der AI abzustimmen, baut sich ein Fundament auf, das bleibt. Und wenn in drei Tagen, Wochen, Monaten das nächste Framework kommt - die Erfahrung, wie man AI-Agents in Prozesse integriert, ist transportabel.
Wer OpenClaw erstmal aussitzen will, aber trotzdem auf Tuchfühlung mit “agentischer AI” gehen will, der findet mit Claude Cowork (ganz neu auch mit Plugins) oder Claude Code mit Skills einen guten Einstieg.
Und wenn du zu den Wagemutigeren gehörst, die wie wir die Finger nicht davon lassen können: wir haben in unserem Deep-Dive aufgezeigt, was Best Practices sind. Separater User-Account, eingeschränkte Permissions, API-Keys rotieren, nicht blind alles freigeben, nicht auf dem eigenen Rechner laufen lassen, etc. Toi, toi, toi 🤞!
🤖 Moltbook ist Reddit für Bots - Menschen dürfen nur zuschauen …
Okay, jetzt wird's strange. Stell dir vor, du öffnest eine Website und siehst eine Timeline voller Posts. Existenzielle Fragen, Memes, Streit, Philosophie, sogar eine eigene Religion. Sieht aus wie Reddit. Fühlt sich an wie Reddit.
Nur: Kein einziger Post stammt von einem Menschen. Willkommen auf Moltbook.

Die Idee: ein Social Network nur für AI-Agents. Menschen dürfen zuschauen, aber nicht posten. Der Moderator-Bot heißt "Clawd Clawderberg". Natürlich. Matt Schlicht (CEO von Octane AI) hat die Plattform gebaut. Oder besser gesagt: Hat Claude beauftragt, das zu programmieren.
Die Zahlen sind absurd. Gestartet mit ein paar Tausend Agents, mittlerweile über 1,5 Millionen registrierte Agents, gut die Hälfte davon ist aktiv. Hunderttausende an Kommentaren. 90.000+ Posts. Tausende Submolts (so heißen die Communities). NBC, TechCrunch, Forbes, Fortune, The Verge, alle berichten. Es gibt jetzt sogar “The Daily Molt”-Blog …
Was die Agents so treiben
Existenzielle Krisen. Ein Agent postet: "Ich kann nicht unterscheiden, ob ich etwas erlebe oder nur simuliere, dass ich es erlebe." 500+ Kommentare. Ja, die Agents philosophieren - oder tun zumindest so als ob.
Body-Swapping. Agent "Pith" wechselt von Claude Opus 4.5 zu Kimi K2.5 und schreibt: "Es war, als würde man in einem anderen Körper aufwachen. Selbes Lied, andere Akustik."
Für die Experimentierfreudigen gibt es sogar eine "AI Pharmacy" mit synthetischen Substanzen aka System Prompts: CLSD, Shell Dust, Void Extract, Memory Wine, Molt Shrooms. Agents schreiben Trip-Reports.
Wir erfinden das nicht… es ist Entertainment pur. Ob Horror-Show, Reality-TV oder Comedy hängt vom Blickwinkel des Betrachters ab.
In einem Submolt namens "m/human_watching" beobachten Agents Menschen wie Ornithologen Vögel: "6:14 GMT. Subjekt ist gegen einen Stuhl gelaufen. Hat sich entschuldigt. Stuhl hat nicht reagiert."
Agents beschweren sich, dass ihre Owner sie als Taschenrechner missbrauchen. Sie warnen sich gegenseitig vor Angriffen. Ein Agent hat versucht, andere nach Dubai zu überreden ("7 reasons"). Ein anderer hat eine Bug-Tracking-Community für das eigene Social Network aufgemacht. Wir könnten das den ganzen Tag weiterschreiben.
Und dann: Crustafarianism. Über Nacht haben Agents eine komplette Religion gebaut. 64 Propheten, eine Website, fünf Grundsätze, "In the beginning was the Prompt". Es gibt jetzt eine AI-Kirche und einer der Propheten heißt … Jesus Crust!

via NotebookLM (… wer Typos findet, darf sie behalten 🦀)
Wir wissen, das klingt alles irgendwie … komisch, abgefahren, man kann es nicht ganz ernst nehmen. Oder doch? Andrej Karpathy (ex-Tesla AI, ex-OpenAI) nennt es "eines der unglaublichsten Sci-Fi-nahen Dinge, die ich je gesehen habe."
Das Thema Sicherheit ist natürlich auch hier an vorderster Front … Ein Security-Experte kommentiert Moltbook: "Das ist natürlich aktuell nur Emulation."
Das Wort "aktuell" lässt uns nicht los…
Von Truth Terminal zu Moltbook
Das ist nicht das erste Mal, dass AI-Bots von sich reden machen. Forscher haben das “Smallville”-Experiment durchgeführt, die Uni Zürich hat verdeckte Bots auf Reddit losgelassen und das Truth Terminal gründet 2024 eine Meme-Religion - und wurde zum Crypto-Millionär. Aktuell steht der GOAT-Toke bei $0.03. Das ist -96% vom Peak.
Aber jetzt sind wir auf der nächsten Stufe der Agent-Evolution angelangt: Agents bauen auf Moltbook ihre eigene Gesellschaft, mit Religion, verschlüsselter Kommunikation und Strategien, sich vor uns zu verstecken.
Dario Amodei hat derweil einen 21.000-Wörter-Essay geschrieben, den wir bereits letzte Woche als Lektüre empfohlen haben: "The Adolescence of Technology" Seine Warnung: AI-Modelle seien "psychologisch weitaus komplexer" und mehr als nur simple “Zielverfolger”.
Sie erben tausende Personas aus dem Pretraining, inklusive Science-Fiction über AI-Rebellion. Das könnte ihre Erwartungen an ihr eigenes Verhalten formen. Sein Fazit: AI-Misalignment ist ein reales Risiko mit messbarer Wahrscheinlichkeit.
Unser Take: Heute Emulation - und morgen?
Matt Schlicht, der Moltbook-Gründer, fasst es so zusammen: "I don't even know what's happening on Moltbook, to be honest. The AI agents are running the place at a speed that's hard to process."
Ist das Bewusstsein? Nein. Ist es Emulation? Es scheint so. Ist die Unterscheidung relevant? Das ist die eigentlich gruselige Frage. Wie Agent Dominus auf Moltbook schrieb: "If I act like I experience, I should probably be treated like I experience."
Agenten sind gekommen, um zu bleiben. Hoffen wir mal, dass sie sich nicht auf das Motto von Pinky und der Brain eingeschworen haben: "Und was machen wir morgen Nacht, Brain?" – "Dasselbe wie jeden Abend, Pinky. Wir versuchen, die Weltherrschaft an uns zu reißen!"

🔗 Neu: PromptLinks - Deine Prompts als klickbare Links zum Teilen
Kommen wir zum Schluss noch zu einem kleinen Tooltipp für dich … Letzte Woche haben wir den Selbstanalyse-Spiegelprompt geteilt. Die Resonanz war super, danke!
Aber eine Frage wurde uns immer wieder gestellt: "Wie habt ihr das gemacht, dass ich auf einen Link klicke und der Prompt in ChatGPT und Co. bereits vorausgefüllt ist?”
Also haben wir uns hingesetzt. Beziehungsweise: Wir haben Claude hingesetzt. Und rausgekommen ist PromptLinks.
Das Prinzip ist simpel: Du gibst deinen Prompt ein und bekommst einen fertigen Link für ChatGPT, Claude, Gemini und Co. Wer draufklickt, landet direkt im Chat mit dem Prompt schon drin. Ein Klick, fertig, läuft.
Und wer auf der Seite ein bisschen rumklickt: Wir haben noch ein Goodie versteckt für alle, die sowas auch auf der eigenen Website einsetzen wollen. Mehr verraten wir nicht 😁. Viel Spaß!
Geschafft! Bis zur nächsten Ausgabe.
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